Jacobi weg: Der Stern sieht bald besser aus

jacobi.pngBeim Stern ist seit neuestem ein Posten frei. Der langjährige Artdirector Tom Jacobi verlässt die Illustrierte aus Hamburg und geht… Ja, wohin? Zur Bunten? Zum Focus? Zum Spiegel? Nein: Tom Jacobi wechselt in den Vorstand des riesenhaften Immobilienmaklers Engel & Völkers. Obwohl man sich angesichts des Erscheinungsbildes des Stern, der ja irgendwie seit 20 Jahren aussieht wie aus den 80ern, fragen kann, ob Jacobi nicht schon viel früher in den Vorstand des Hamburger Luxusimmobilien-Multis und Yachten-Händlers hätte wechseln sollen, ist das eine erstaunliche Karriere. Oder ist man naiv, wenn man solche fliegenden Wechsel aus dem Journalismus in die Wirtschaft seltsam findet? Jacobi, Sohn des Springer-Schlachtrosses Claus Jacobi, und ausgestattet mit einem gusseisernen Lächeln, ist nicht der erste, der mal eben die Seiten wechselt. In ganz unguter Erinnerung ist noch Michael J. Inacker, von dem man nie weiß, ob er gerade Lobbyist bei Daimler Benz ist oder Ressortleiter bei der FAZ, Wirtschaftswoche oder der Welt. Aber vielleicht muss man das auch nicht so eng sehen.

Immobilienfirmen scheinen übrigens ganz wild zu sein auf Journalisten – vielleicht, weil die einem alles mögliche aufschwatzen können. Verbürgt ist jedenfalls die Geschichte von einem Reporter der Berliner Zeitung, der seine Wohnung verkaufen wollte und dem sich mühenden Makler Tipps für die Verkaufsgespräche gab. So gute offenbar, dass ihn Tage später der Chef der Immobilienfirma anrief und abwerben wollte. Es lockte ein besseres Gehalt und ein “Dreier-BMW mit Vollausstattung.” Der Reporter blieb aber standhaft. Geht doch.

1 Kommentar »

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  1. Das mit den Journalisten und der Immobilienbranche ist ja wirklich kurios. Erinnert mich an zwei Kommentare bei uns zu Journalistenpreisen, Immobilien und Rainer Zitelmann.

    Kommentar von Malte Dahlgrün — 10.04.2008, 0:04 #

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