Glückwunsch: Gruner+Jahr zeichnet sich selbst aus
[FALSCHMELDUNG -- siehe Kommentare!]
Der Großverlag Gruner + Jahr schreibt ja sehr gern Preise aus. Neben dem Henri-Nannen-Preis seit Neuestem auch den „G+J photo award“ für Fotografie. Im Januar lud der Verlag Fotografen ein, sich mit ihren Arbeiten zu bewerben. „Der Wettbewerb wendet sich an angehende, professionelle Fotografen bis 35 Jahre, die entweder noch in Ausbildung sind, oder ihre Ausbildung abgeschlossen haben oder aber bereits erste Aufträge für Magazine und Werbung umgesetzt haben“, so stand es in der Ausschreibung. Insgesamt wurden 602 Arbeiten eingereicht.
Wir können hier exklusiv schon mal vorab die Gewinner verkünden, denn in den sechs journalistischen Kategorien sind ausschließlich Arbeiten aus Gruner + Jahr-Zeitschriften nominiert. Es sind: Stern, stern.de, Neon, Living at home, view und Brigitte. Herzlichen Glückwunsch!
In der Jury saßen übrigens Bildredakteure und Artdirektoren von: Stern, stern.de, Neon, Living at Home, view und Brigitte.
Ein schöner Tag also für Bernd Buchholz, Zeitschriften-Vorstand von G+J, der im Vorfeld verlautbaren ließ, dass sich der G+J-photo award „mit dieser überwältigenden Resonanz vom Start weg in der Fotografie-Szene etabliert.“ Bedauerlich nur, dass Gruner+Jahr nicht noch die Kategorie „Werbefotografie“ für sich entscheiden konnte, aber leider hat man keine eigene Werbeagentur.
Die Nominierten werden übrigens laut Homepage „zur Vernissage am Fr. 18. April 2008 ins G+J Pressehaus und zur Preisverleihung im Rahmen der Triennale der Photographie am 20. April 2008 eingeladen.“ Reisekosten sind selbst zu tragen. Gut, dass es die meisten Gewinner nicht weit haben.
11 Kommentare »
RSS Feed für die Kommentare dieses Eintrags. TrackBack URI
Kommentar


mensch, wäre doch cool gewesen, wenn wenigstens ein alibi-gewinner gezogen worden wäre, oder? so ist das alles viel zu durchschaubar…
Kommentar von nils — 18.04.2008, 7:39 #
[...] Glückwunsch: Gruner+Jahr zeichnet sich selbst aus (blog.dummy-magazin.de, Oliver Gehrs) “Wir können hier exklusiv schon mal vorab die Gewinner verkünden, denn in den sechs journalistischen Kategorien sind ausschließlich Arbeiten aus Gruner + Jahr-Zeitschriften nominiert. Es sind: Stern, stern.de, Neon, Living at home, view und Brigitte. Herzlichen Glückwunsch!” [...]
Pingback von medienlese.com » Blog Archiv » 6 vor 9 — 18.04.2008, 7:54 #
wie peinlich ist denn das? für gruner+jahr. aber es ist doch wohl bei allen preisverleihungen so oder ähnlich. man sieht eben auch im kleinen, dass wir längst eine bananenrepublik sind.
Kommentar von sommer1 — 18.04.2008, 9:41 #
Lieber Oliver Gehrs,
schauen Sie sich das Ganze doch mal genauer an. Die Fotografien stammen nicht aus G+J-Medien, sondern die Fotografen gewinnen Auftragsarbeiten für die jeweiligen Zeitschriften.
Stern etwa steht für die Rubrik Reportage, Neon für Inszenierte Fotografie usw. Daher auch die Zeitschriftentitel neben den Namen der Nominierten.
Ich glaube, Sie tun mit dem Text hier nicht nur G+J Unrecht – die können es verkraften -, sondern auch den nominierten freien Fotografen, die hier übrigens komplett aufgelistet sind. Wer einige der Namen googlet, merkt schnell, dass es sich um freie Fotografen handelt und nicht um G+J-Mitarbeiter.
Kommentar von Timo Nowack — 18.04.2008, 14:39 #
Nebenbei: Wenn es Gruner-interne Selbstbeweihräucherung wäre, wäre es doch reichlich skuril zu schreiben:
“National Geographic konnte in der Kategorie “Einzelfoto Umwelt”
Thema: “Umweltbewusstes Leben im Alltag einer Familie” keine Nominierungen vornehmen. Die eingereichten Arbeiten haben das Thema verfehlt oder erfüllten den Qualitätsanspruch nicht.”
Kommentar von Timo Nowack — 18.04.2008, 14:53 #
Hallo Oliver Gehrs,
als Projektleiterin des G+J photo award lade ich Sie herzlich ein zu einem Ausstellungsrundgang “Nominierte 2008″ im G+J- Pressehaus. Die Ausstellung wird noch bis zum 27. April 2008 gezeigt.
Vielleicht haben Sie Zeit, am Sa., den 26. April zur “Langen Nacht der Museen” zu kommen. G+J veranstaltet dann im Rahmen der Ausstellung “Nominierte 2008″ einen Abend, eine Nacht zum Thema Nachwuchsfotografie. In und externe Fotoexperten diskutieren z.B. das Thema “Traumberuf Fotograf?!” im G+J Auditorium.
Gern würde ich Ihnen auch das Konzept des Wettbewerbs erläutern. Sie liegen mit Ihrer Einschätzung nämlich völlig falsch. Wenn Sie einmal schauen unter http://www.guj.de/photoaward wird schnell ersichtlich, dass die beteiligten Redaktionen und Agenturen als Partner der jeweiligen Kategorien fungieren.
Ausgeschrieben war der Wettbewerb für den (angehenden) professionellen fotografischen Nachwuchs bis 35 Jahre. Eingereicht werden konnten UNVERÖFFENTLICHTE Arbeiten aus 2007 und 2008.
Die Preisträger der einzelnen Kategorien werden heute Abend im Vorfeld der Triennale-Party geehrt. Sie erhalten eine Auftragsproduktion der Redaktion oder der Agentur, die als Partner der entsprechenden Kategorie fungiert. Die Preisträger erhalten dafür ein Profihonorar.
Beste Grüße
Christina Leitow
Kommentar von Christina Leitow — 20.04.2008, 7:40 #
Liebe Christina Leitow
Wenn man auf die Seite http://www.guj.de/photoaward/ clickt, dann werden da unter dem Reiter “Gewinner 2008″ Bilder präsentiert – neben denen “Stern”, “Stern.de” oder auch “View” stehen. Jeder geneigte Leser denkt doch sofort, dass dies die Gewinner sind. So wie man vor Tagen dachten, dass dies die Nominierten sind. (Unter “Nominierten” kommt dieselbe Slideshow) Dass die dort prominent vertretenen Magazine quasi als Paten fungieren, hat sich mir bedauerlicherweise nicht erschlossen, und erschließt sich mir auch jetzt nicht. Vielleicht könnte man ja, da die Gewinner nun bekannt sind, die größer featuren als ewig dieselbe Slideshow laufen zu lassen.
Kommentar von Oliver Gehrs — 20.04.2008, 19:33 #
Lieber Oliver Gehrs,
Sie haben Recht: Tatsächlich erschließt es sich nicht jedem Leser auf den ersten Blick, aus welchem Grund hier die Medientitel stehen. Aber Sie sind ja nicht ein x-beliebiger Leser!
Bevor ich einen Veriss schreibe – und das auch noch in der schönen Kategorie “Aufklärung” -, habe ich als Journalist/Blogger doch die Pflicht, das Ganze nachzurecherchieren, bevor ich wild drauflos schreibe.
Und die Recherche wäre hier wirklich nicht schwierig gewesen. Wahrscheinlich hätte sie zwei bis drei Klicks und etwa fünf Minuten Lesezeit in Anspruch genommen. Ich denke, das kann man von einem Schreiber Ihres Formates erwarten.
Kommentar von Timo Nowack — 21.04.2008, 1:09 #
Lieber Timo Nowack
Sie haben Recht: Das sollte man erwarten können. Ich war allerdings nicht der Einzige, der die Mechanismen dieses Fotopwettbewerbs nicht durchdrungen hat, sondern habe mit meinem Text auf die mails einiger anderer, nicht x-beliebiger Leser reagiert. Ich werde mich bessern, hätte aber den Wunsch, dass G+J in Zukunft die Fotografen in den Vordergrund stellt und nicht die eigene Produktpalette.
Kommentar von Oliver Gehrs — 21.04.2008, 10:17 #
Ja, ich denke, so ist jedem Genüge getan.
Eine schöne Woche wünsche ich noch.
Kommentar von Timo Nowack — 21.04.2008, 22:17 #
Hallo,
seltsame Zeitschrift: Wir wollten 10 Exemplare der Dummy Berlin bestellen. Auf die Email-Bestellung gibt es keine Reaktion, bei der im Impressum angegebenen Telefonnummer meldet sich niemand (auch kein Anrufbeantworter). Vielleicht gibt es die Dummy Redaktion gar nicht? Fragt sich dann nur, wo die Zeitschrift herkommt und wer sie produziert hat.
Kommentar von Björn Kayser — 24.06.2009, 17:05 #