Darf ein Magazin “Neger” heißen?
Wir wollen mal nicht so tun, als hätten wir es nicht kommen sehen. Als hätten wir nicht gewusst, dass es bald im Posteingang rappelt. Dass uns in aufgeregten mails Rassismus, Irrsinn, politischer Amoklauf und sonstwas vorgeworfen wird. Warum? Weil wir ein Heft zum Thema „Neger“ machen wollen. Das nächste Dummy im Herbst.
Wir hatten uns das nämlich so schön gedacht: Ein Magazin voller Geschichten über Schwarze, über black culture, Malcolm X, Obama, HipHop, Roberto Blanco, den Sarotti-Mohr, über Rassismus und Afrika. 138 Seiten black power. Ein aufregendes, journalistisches Projekt. Wir wollten das Heft Dummy-„Neger“ nennen, um gleich mal mit der Diskussion um inkriminierte Bezeichnungen loszulegen. Um Lust zu machen auf eine anregende Debatte fern einer beschränkten politischen Korrektheit. Wir recherchierten also, wie das denn jetzt genau ist: Ob man denn überhaupt „Neger“ sagen darf? Wir sprachen mit weißen und schwarzen Menschen und kamen zu dem Ergebnis: Man kann. Und mit einiger Hybris dachten wir sogar: Wenn, dann wir. Schließlich haben 19 Hefte (darunter heikle Themen wie Juden, Sex und Frauen) gezeigt, dass man gerade vorbelastete Themen ohne Denkverbote und mit Unbefangenheit aufarbeiten muss. Und für rechts hat uns noch niemand gehalten.
So, und jetzt sehen wir: Es geht wohl doch nicht. Die Wut ist bereits so groß, dass täglich mails kommen, die uns aufrufen, das Projekt zu stoppen – oder zumindest umzubennen. Andere wiederum loben das Dialektische an dem Vorhaben. Aber wie soll man denn nun das Heft taufen: Dummy „farbige Mitbürger“, Dummy-„maximal Pigmentierte“, Dummy-„black“?? Vielleicht hilft es, die Diskussion hiermit öffentlich zu machen. Das Thema ist uns zu wichtig, um es fahren zu lassen. Die Fahrt wurde bereits aufgenommen. Wir sind gespannt auf Eure Gedanken.
107 Kommentare »
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Kommentar



Ich möchte mit einem Beispiel eröffnen: Das soziale Netzwerk myspace bietet für das eigene Profil unter dem Punkt “Abstammung” die Möglichkeiten:
Asiatisch, Schwarz (…) Weiß, Andere.
Darum mein Vorschlag, in Anlehnung an “Dummy Juden” und “Dummy Frauen”: “Dummy Schwarze”.
Kommentar von David — 13.06.2008, 12:06 #
Grade das Wort “Neger” hat doch aber gleich eine so wunderbare Funktion. Es regt zum Denken an. Jeder der wohl ein Heft in der Hand hält, wird sich genau so wie ihr fragen: darf man das so nennen?
Wenn ich es in der Hand halten würde, kämen mir Gedanken wie:
- aha, schon son bisschen dreist das so zu nennen, was sagen wohl die “maximal Pigmentierte” dazu
- was steht drin?
- wie wird mit der “Problematik” oder besser dem Thema umgegangen
Bei dem Inhalt werdet ihr wohl so oder so auf Menschen stoßen die den Titel nicht mögen. Ihr solltet bei dem Namen bleiben, denn ihr habt euch ja was dabei gedacht und wohlt ja eben damit die kritische Sicht und die Diskussion fördern. Schwierig, schwierig.
Kommentar von Marten — 13.06.2008, 12:12 #
Wenn kein Unsinn drinsteht, ist mir der Titel eigentlich egal. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass die Bezeichnung ‘Neger’ immer noch mit eher abwertenden Rahmung verwendet wird (im normalen Sprachgebrauch, nicht im auf den Diskurs zielenden Milieu). Ob man sich da einreihen bzw. dem noch mehr Legitimation verleihen will, muss man selber wissen.
Nennt es doch einfach ‘Das schwarze Album’.
Kommentar von Mark — 13.06.2008, 12:52 #
Wo ich gebürtig herkomme, da gibt es sogar Dörfer, die das N-Wort enthalten. Zum Beispiel “Oberneger” und “Unterneger”. Das Zentrum dieser verketteten Orte bringt es aber auf den Punkt und heißt schlicht und einfach “Neger”. Die größte Sause der Region heißt dann passenderweise “Nacht im Negertal”. So what?
Warum sollte “Dummy Neger” also verwerflich sein, zumal die angepeilten Inhalte super interessant klingen?
Kommentar von Felix — 13.06.2008, 12:59 #
Entschuldigt, wenn ich das so deutlich sagen muss: aber die hier von niemandem reflektierte oder in Frage gestellte Idee, eine Gruppe von Menschen allein nach ihrer HAUTFARBE zu qualifizieren, denn dass Begriffe wie ‘black’ weniger auf eine Hautfarbe, als auf ein soziales und kulturelles Konstrukt zielen, sollte inzwischen auch in Berlin-Mitte angekommen sein, allein die Idee also, ein Magazin auf eine Hautfarbe hin auszurichten, ist durch und durch rassistisch. Wolltet ihr ein Magazin ueber die ‘black culture’ in den USA oder Deutschland machen, ueber bestimmte kulturelle Bewegungen, waere es etwas voellig anders, aber das verbindende Element ist fuer euch ALLEIN die Hautfarbe, deshalb schafft ihr es auch ja auch, so wunderbar unverbundene Themen wie Robert Blanco und Malcom X und den Sarotti-Mohr in einem Heft zu integrieren. Seid ihr jemals auf die Idee gekommen, ein Heft ueber die ‘Euripiden’ zu schreiben und so zu tun, als haetten Judith Hermann und Howard Carpendale etwas gemein, weil sie der gleichen (nach ueberkommenen biologistischen) Kriterien definierten ‘Rasse’ angehoeren?
Ich bin der Meinung: wenn man ein rassistisches Heft schreibt, sollte es auch jeder gleich am Titel erkennen: also nennt es ruhig ‘Neger’, das ist das ehrlichste.
Kommentar von Andreas — 13.06.2008, 13:46 #
Und – wer hat die Kommentare hier bisher verfasst? Vermutlich allesamt weiße Menschen (wie ich auch).
Ich weiß aber, dass es Schwarze gibt, die das N-Wort verletzt. Weil es nun mal eine Geschichte der Diskriminierung in sich birgt.
Wer locker-flockig sagt, ach, das kann man doch mal provozierend machen, um einen Denkprozess anzustoßen, der sollte sich vielleicht mal bewusst machen, welchen Hintergrund er selber hat (- oder eben nicht hat).
Und wie das wäre, als Schwarzer in einer mehrheitlich weißen Gesellschaft zu leben, immer wieder mit Rassismus konfrontiert zu werden und dann so ein Heft am Kiosk zu erblicken.
Also: Nennt das Heft einfach um – und benutzt einen Titel, der weniger vorbelastet ist.
Kommentar von Ronald Clewing — 13.06.2008, 13:50 #
Also Nas hat gerade einen Rückzieher gemacht und sein seit ca. einem Jahr mit dem Titel “Nigger” angekündigtes Album doch nicht so genannt. Auch wenn bei seinem Album von vornehrein feststeht, dass er als Anwalt der Schwarzen auftreten wird und nicht als Rassist, kam immer wieder die Frage auf, ob ein Wort das Inbegriff der Unterdrückung Schwarzer ist verwendet werden darf, selbst wenn man die Unterdrückung schwarzer anprangern will. Sein Album wird übrigens als “Untitled” in die Vertriebe kommen, wobei jedem klar ist wie die eigentliche Titel lauten soll.
Von mir aus kann die nächste Dummy Ausgabe übrigens gerne Neger heißen.
Kommentar von DANIEL — 13.06.2008, 14:01 #
Mit einem habt ihr allerdings unrecht – ein Tabuwort ist “Neger” überhaupt nicht. Verkleidet euch mal als entsprechend und fahrt in die ostdeutsche Provinz, dann werdet ihr’s zur Genüge hören.
Ist das die Gesellschaft, in die ihr euch begeben wollt?
Kommentar von Paul — 13.06.2008, 14:04 #
die Variante ??? hat was – und eine Auswahl der Mails und Kommentare würde ich in das Heft aufnehmen – wenn man könnte sogar das ganze Heft auf ihnen drucken
Und ja – Neger ist kein schönes Wort. Nur darf man es scheinbar nicht mal mehr benutzen wenn man darüber schreiben will ohne das sofort das R-Wort herausgeholt wird.
Und dann die verquere Logik, man dürfe nur etwas machen wenn man “es” selbst “ist” … – ist eigentlich schon DUMMY Dummheit in Planung?
Wie schon gesagt, wenn es zu anstrengend wird würde ich auf ??? umschwenken – gefällt mir zusammen mit der Grafik sehr gut.
Kommentar von André — 13.06.2008, 14:40 #
Die Ankündigung des nächsten Themas hat mich gleich überzeugt. Gerade weil ich die DUMMY für ihre mutige und unvoreingenommene Auseinandersetzung mit Menschen und Themen schätze. Und wenn tatsächlich jemand, der “Neger” in seinem aktiven Wortschatz trägt, aus falschen Gründen zu diesem Heft greift, müsste er sich sicherlich mit sehr klugen und interessanten Texten auseinandersetzen. Umso besser.
Ich bin schwul und hätte mich auch sehr über eine Dummy “Schwuchtel” gefreut. Vielleicht kommt die ja noch.
Kommentar von knut — 13.06.2008, 14:42 #
@Paul – schönes Vorurteil. Jaja, im Osten sind sie allesamt Nazis…
Kommentar von Marten — 13.06.2008, 14:44 #
Ohne Zweifel kann man über das Wort “Neger” vortrefflich diskutieren, aber sollte es hier nicht eben deshalb darum gehen, ein anderes Wort zu finden?
Kommentar von David — 13.06.2008, 14:48 #
@ Andreas und Ronald: Zunächst einmal hätte vermutlich niemand ein Problem damit, wenn Dummy ein Heft über “Weiße” machen würde. Oder doch? Schwarze etwa? Ich verstehe wirklich nicht, wo das Problem dabei ist, sich auch und gerade mit genau diesen Fallstricken auseinanderzusetzen, wenn man sich der ganzen Thematik auch historisch nähert (so verstehe ich die Macher jedenfalls). Natürlich ist da Provokation dabei, aber die political correctness einer Wahlkampfbroschüre der Grünen kann ja wohl nicht der publizistische Maßstab sein. Und dass der Begriff “Black” im Gegensatz zu “Neger” eine kulturelle Bewegung umschreibt und deswegen zulässig oder gar “etwas völlig anderes” sei, halte ich in diesem Zusammenhang für ein ausgedachtes Totschlagargument, mit dem sich die, die nicht in “Berlin-Mitte” wohnen (sondern in Hamburg-Eppendorf), aus der flugs herbeikonstruierten Rassismus-Falle selbst wieder rauswinden wollen. Wären es auch verwerflich, ein Heft über “Entartete Kunst” zu machen? Ist man dann auch gleich ein Neonazi? Oder über “Ausländer”? Von dem Titel auf den Inhalt zu schließen ist hanebüchen und in diesem Fall wollpulli-empörerisch. Mein Vorschlag an Dummy: machen. Oder dafür sorgen, dass Heinrich Lübke posthum wegen Volksverhetzung verurteilt wird („Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger“).
Kommentar von Tobias — 13.06.2008, 14:54 #
[...] darf ein magazin neger heißen? Posted by scheff on Freitag, Juni 13, 2008, at 14:08, and filed under Post. Follow any responses to this post with its comments RSS feed. You can post a comment or trackback from your blog. [...]
Pingback von the langenfeld : ??? — 13.06.2008, 15:06 #
Neger ist doch nicht all zu tragisch – zumindest, wenn es auf dem Titel der Dummy steht: Schließlich wird dort aus so einem Wort ein ziemlich gutes Thema, wie immer eben bei Dummy.
Oder um an die denkwürdige „Zimmer frei“-Sendung mit Bruce Darnell zu erinnern, als Götz Alsmann so schön sagte: “Würden wir dem Irrweg der Political Correctnes anhängen, müssten wir jetzt sagen: ‚Was, Du bist schwarz? Hättest Du nichts gesagt, hätten wir es gar nicht bemerkt!‘“
Jan
Kommentar von Jan — 13.06.2008, 15:47 #
@Tobias: offenbar ist das zu schwierig zu erfassen, es geht darum, keine Begriffe, noch dazu im Titel, zu verwenden, die mit gutem Grund eine Minderheit (aus DEREN Sicht, und NUR auf diese kommt es an) verletzen und diskriminieren, ohne sie gleichzeitig in einen deutlich diskriminierungskritischen Zusammenhang zu stellen. Wahrscheinlich hat von euch niemand Koltes gelesen, aber sein ‘Kampf des Negers gegen die Hunde’ ist fuer jeden ersichtlich ein literarisches Manifest gegen Rassismus, trotzdem kann es zweifelhaft sein, diesen Titel, so wie die Volksbuehne es tat, als Titel der Spielzeit ueber dem Eingang des Theaters zu befestigen, simplerweise aus Ruecksicht auf Vertreter von ‘Minderheiten’ die auch in Deutschland vorhanden sind und die im Einzelfall evtl. den Inhalt des Stueckes nicht kennen sowie auch um zu vermeiden, dass das Gegenteil vom Intendierten als ‘normal’ suggeriert wird.
Hiervon abgesehen ist, wie erwaehnt, allein die Konzeption des Heftes allerdings offenbar tendenziell eine fragwuerdige, trotz alldem waere es das Mindeste, das von Wissenschaft und politischem Diskurs akzeptierte Wort ‘Schwarze’ zu verwenden.
Dass Europaer sich noch immer als ‘underground’ fuehlen, wenn sie auf den Gefuehlen und Rechten von Minderheiten nach diskriminierungsfreier Sprache herumtrampeln ist allein schon eine Zumutung, dass sie dies aber mit ihrem Glauben, selbst Ziel von (moeglichen) Diskriminierungen zu sein und dies ‘auszuhalten’ oder ‘normal’ zu finden begruenden, ist eine zweite Zumutung. Es ging gerade darum festzustellen, dass es KEIN Dummy-Heft ueber ‘Weisse’ gibt, gab und jemals geben wird, das noch dazu die Ueberschrift ‘Euripiden’ traegt, weil es im rassistischen Diskurs eben die Schwarzen es sind, denen aufgrund ihrer Hautfarbe gewissermassen biologisch-gemeinsame Merkmale und kulturelle Homogenitaet zugeschrieben werden, waehrend ‘die Weissen’ als solche im Diskurs ihrer eigenen Wahrnehmung gar nicht existieren, und auch mit gutem Grund, denn es gibt sie nicht als eigene kulturelle Entitaet, ueber die man heute berichten koennte. Der moderne antirassistische Diskurs kennt keine ‘biologischen Rassen’ a la deutscher Rassendiskurs der zwanziger Jahre, aber das scheint wohl weder in die deutsche Provinz noch in die Berliner Provinz-Mitte jemals durchgedrungen zu sein. Ach ja, Tobias, ich wohne ich Neukoelln, und versucht es mal hiermit. falls hier jemand einwenden wolle, es gehe hier auch um ‘Schwarze’, ueber die rassifiziert berichtet werde, gleich als Gegenargument: Schwarze habe ein gemeinsames Problem, ihre Diskriminierung durch Weisse und darueber lohnt es sich durchaus Buecher zu schreiben.
Kommentar von Andreas — 13.06.2008, 16:13 #
Bleibt beim Namen!
Kommentar von S. — 13.06.2008, 16:15 #
Bemerkenswert: Während “Robert Blanco und Malcom X und der Sarotti-Mohr” vor zwei Stunden noch “unverbundene Themen” waren, haben sie jetzt plötzlich ein “gemeinsames Problem”.
Kommentar von David — 13.06.2008, 16:20 #
..das nicht die verbindende Eigenschaft ist, die verbindende Eigenschaft definiert der Titel: Neger. Eine Gruppe von Menschen ‘Neger’ zu nennen und unter diesem biologistichen Blickwinkel aufzureihen ist nicht dasselbe, wie einen Diskurs ueber deren Diskriminierung zu starten. Die Diskriminierung geht vom Biologismus aus, nicht die Kritik daran.
Kommentar von Andreas — 13.06.2008, 16:48 #
..’das hier nicht die verbindende Eigenschaft ist’, muss es heissen.
Kommentar von Andreas — 13.06.2008, 16:51 #
Du hast Dich mit dem Thema offenbar detailliert auseinandergesetzt, ich hingegen verstehe leider nur wenig von Deinem letzten Beitrag.
Kommentar von David — 13.06.2008, 16:53 #
“Ob man denn überhaupt „Neger“ sagen darf? Wir sprachen mit weißen und schwarzen Menschen und kamen zu dem Ergebnis: Man kann.”
–> ach das ging ja schnell! klingt nach richtig gründlicher recherche und einarbeitung in die materie. schon mal was von diskursen gehört? nicht, dass ich so etwas von einem blatt des SPRINGER vertriebs erwartet hätte. aber so dreist mit unwissenheit und populärer anti-political-correctness aufzuwarten, ist schon ein starkes stück. aber auf diese art verkauft es sich besser, oder? ein heft, dass sich wirklich mit diesen dringenden, lange überfälligen themen in unserer gesellschaft auseinandersetzt, spricht eben nicht die gleichen leute an, wie die, die sich unreflektiert “wie die wilden – deutsche im busch” anschauen. leider wollt ihr offensichtlich genau die haben. denn eine kritische auseinandersetzung mit rassismen und entsprechendem wortgebrauch kann ich in der o.g. themenwahl nicht erkennen, auch wenn ihr das gerne so verkaufen wollt!!
p.s. – kleiner tipp am rande: wie wäre es, mal auf die stattfindenden diskurse zur selbstbezeichnung zu achten? es gibt eine rege afro-deutsche-community, die im ständigen prozess an dringenden fragen arbeitet!! das N-wort werdet ihr dort sicher nicht finden.
p.p.s. – NOMEN EST OMEN – das scheint sich hier wieder mal zu bestätigen!!
Kommentar von saadiyah — 13.06.2008, 18:00 #
Ha! Wie einfach das doch ist, empörte Kommentare und eine “Diskussion” auszulösen. War ja klar, dass das funktioniert und das wusstet ihr auch ;).
Hoppla jetzt habe ich ja selber kommentiert…
Kommentar von Wolfgang — 13.06.2008, 19:11 #
(haettest es wohl besser gelassen, weniger peinsam fuer alle, natuerlich aber hat auch die Mitte-Medien-Weissbrot-Fraktion ihr Fussvolk )
Kommentar von Andreas — 13.06.2008, 20:42 #
..und du arbeitest ihnen wunderbar zu und merkst es gar nicht.
Früher als Mitte noch nicht so überlaufen war mit diesem Gesocks, wars aber echt bessser.
Macht doch mal ein Magazin über Mitte. Bitte.
Kommentar von wolfgang — 13.06.2008, 22:52 #
‘Dummy’ IST ein Magazin ueber Mitte, sogar ein ziemlich beredtes.
Kommentar von Andreas — 13.06.2008, 23:42 #
Also,
1. Ich finde es okay, ein Konstrukt als Leitfaden aufzugreifen. Das Problem ist: das Konstrukt existiert, parallel zu Geschlecht und Nation und is mindestens so wirkmächtig.
2. Finde ich es hoch interessant! Es ist ein Konstrukt, über das man hierzulande vergleichsweise wenig konkretes liest. Also: super Idee.
3. Ist der Titel Neger in der Tat mies, weil er einen rassistischen Begriff (!) übernimmt — selbst wenn das ironisch geborchen sein mag. Warum nicht das “N-Wort” nennen, wie manche versuchen, das Wort reflektiert zu umschiffen. Das mag übertrieben wirken und fängt somit letztlich wieder die Dialektik, ohne aber Menschen zu beleidigen. Super fände ich es tatsächlich auch, das Magazin so herauszubringen, wie das Cover oben gezeigt wird. Das würde die Begriffsverwirrung auf den Punkt bringen. Oder gleich ein komplett schwarzes Magazin ohne Titel. Aber das wäre wohl schlecht zu verkaufen,…
4. Empfehlung: dazu mal bei andersdeutsch.blogger.de kommentieren oder pingbacken oder so, weil dort eine sehr qualifizierte Autorin u.U. über das Thema schreibt und erstens als indisch markierte Person selbst Erfahrungen hat und zweitens zum Thema forscht. Also, mir hat das zumindest einige Einsichten gebracht.
5. Großartige Idee, das hier zu diskutieren. Werde mir das schwarze Magazin (das weiße Album…!) wohl kaufen.
Gruß
Kommentar von gruß — 14.06.2008, 1:27 #
Über »Neger, neger Schornsteinfeger« als Buch- beziehungsweise Filmtitel hat sich doch auch keiner beschwert, oder? Was zählt ist noch immer der Inhalt von DUMMY, nicht der Titel. Also wenn ihr die Ausgabe »Neger« nennt, dann tut das einfach. Ihr habt euch doch auch nicht gescheut, beim Thema »Juden« eine Soldatin mit Maschinengewehr auf den Titel zu packen. Woher kommt auf einmal diese Scheu? Das, wofür ihr wirklich Rechenschaft ablegen müsst ist der Inhalt, nicht die Verpackung.
Kommentar von Phillip — 14.06.2008, 2:44 #
Nur Neger dürfen ‘Neger’ sagen. Basta …
Kommentar von Chat Atkins — 14.06.2008, 8:35 #
Der Stand der Auseinandersetzung über Rassismus in diesem Land erschreckt mich immer wieder: Müssen wir hier wirklich über das Recht auf Respekt diskutieren?
Wer so große Angst vor dem bösen R-Wort hat sollte vielleicht anfangen, sich mehr mit sich selbst und weniger mit “den Anderen” zu beschäftigen.
Ich plädiere für den Titel “Weiße Deutsche” und bin gespannt, was dort dann über “unsere” Selbstverständlichkeiten drinsteht.
Anregungen gibts u.a. in Noah Sows Buch: “Deutschland Schwarz Weiß”, in dem es u.a. heißt:
“Rassismus ist kein Schwarzes, sondern ein weißes Problem. Sie müssen begreifen, dass Sie den Schuh, den Sie sich nicht anziehen wollen, bereits tragen. Erst dann können Sie ihn wieder loswerden.” (Noah Sow)
Kommentar von Gabi — 14.06.2008, 12:34 #
ich weiss nicht, was an dem Thema interessant sein soll. Schwarze, egal wie man die nennt, sind doch genauso langweilig wie alle anderen Menschen.
Kommentar von Michael — 14.06.2008, 12:40 #
[...] Leser, die Sturm laufen, wenn die nächste Dummy-Ausgabe den Titel “Neger” tragen soll. Gehrs berichtet davon im Dummy-Blog: Wir hatten uns das nämlich so schön gedacht: Ein Magazin voller Geschichten über Schwarze, [...]
Pingback von medienlese.com » Blog Archiv » Im Test: Dummy — 14.06.2008, 13:36 #
Warum hat die DUMMY-Redaktion es überhaupt nötig, einen Magazintitel vorab in der Öffentlichkeit zu diskutieren, außer das Interesse an der nächsten Ausgabe zu fördern?
Stellt Euch doch einfach der wirklichen Herausforderung, dem hohen Anspruch an den Inhalt, der von einem Magazin mit dem Titel „Neger“ erwartet wird, gerecht zu werden.
Fragt doch z.B. mal, wie rassistisch wir alle wirklich sind, und wie unsere Gesellschaft denn heute zu dieser Debatte steht.
Wenn Ihr so intelligent und (selbst)kritisch mit dem Thema umgeht, das es wehtut, werdet Ihr auch dem Sturm der Entrüstung standhalten können. Des Weiteren müssen auch schwarze Autoren selbst schreiben zum Thema. Wenn dann noch Raum für Lässigkeit bleibt, können Roberto Blanco, Amerika und das obligatorischeThema Sex auch noch untergebracht werden. Dazu müsstet Ihr allerdings riskieren, die Postmaterialisten und modernen Performer mit kritischen Texten zur Rassismus-Debatte und sich selbst zu konfrontieren.
Kommentar von Axel — 14.06.2008, 15:25 #
Der Titel “Neger” ist eigentlich der einzig richtige, weil nicht politisch korrekt. Ein Titel namens “Schwarze” wäre in diesem Fall tatsächlich rassistisch, da er eine ernthafte Betrachtung statt Klischee-Spiel vorspiegelt. Und das ist in Kombination mit den angerissenen Themen dann wirklich bizarr.
TROTZDEM
gibt es zwei gute Gründe, die imho gegen “Neger” als Titel sprechen.
1. Verstehe ich DUMMY eben nicht als Plattform für oben genannte “Wollpulli-Diskussionen”. Zum Glück. Dieses ganze sich echauffieren… nein… das passt hier nicht rein. Für eine spielerische, intelligente Betrachtung à la Dummy wäre der Titel genau richtig – aber er löst das ganz Falsche aus.
2. Ganz praktischer Grund: mein Postbote lässt jeder Zeitschrift maximale Zerstörung durch falten+quetschen angedeihen. Außer Dummy. Die steht in gänzlich unversehrtem Zustand auf den Briefkästen.
Und ich möchte wirklich nicht mit einem ganzen Haus pseudo-liberaler, politisch korrekter, sich echauffierender Mitmenschen diskutieren müssen. Großes no-go.
Ich glaube der richtige Umgang mit diesem ganzen Thema wäre es, keinen Titel zu wählen und im Heft darauf einzugehen.
Kommentar von bo — 14.06.2008, 18:43 #
Offenbar ist das allzu schwer zu begreifen: es geht nicht um Begriffe von Liberalitaet oder politischer Korrektheit, es geht darum, zumindest die Kenntnis der Existenz eines Diskurses ueber Rassismus erahnen zu lassen, auch wenn man sich innerhalb eines Paradigmas der verallgemeinerten Laessigkeit gleichsam darueber erheben zu koennen meint. Wer Diskurse ignoriert, die dafuer geschaffen sind, Menschen die nicht an Berlin-Mitte-Diskurshebeln sitzen, i.e. Minderheiten repraesentieren, zu schuetzen, muss sich gefallen lassen fuer jemanden gehalten zu werden, den diese Diskurse schlichtweg nicht interessieren. Dass Ignoranz nicht notwendig positiv mit Intelligenz korreliert, sondern im allgemeinen eine notwendige, wenn auch nicht hinreichende, Erscheinungsform von Dummheit darstellt, sollte sich evtl. herumgesprochen haben.
Die Diskussion spaltet sich also zumindest an den durch das fragliche Etikett codierten zu erwartenden Inhalten und an der Frage, wieviel Intelligenz von ‘Dummy’ nach dem bisherigen tatsaechlich zu erwarten ist, meiner Meinung nach im wesentlichen keine, die ueber die ihr ewiges phantasiertes Deutungshoheits-Primat wiederkäuende Berlin-Mitte-Szene hinausginge, die weisse, deutsche Cafe-Latte-Coolness mit Lizenz zum dialektischen Rechtsdrall, gaehn.
Kommentar von Andreas — 14.06.2008, 19:21 #
ach andreas…
Kommentar von bo — 14.06.2008, 19:53 #
Also ich finde die Diskussion hier zum Teil unterirdisch. Mag ja sein, das mit der Dummy-Schweiz nicht so viel rüber gekommen ist, wie bei edn vorherigen, i.e. den ersten Auflagen.
Beladene Begriffe zu nehmen und darauf eine gesamte Ausgabe zu bauen ist halt ein schwieriges Unterfangen. Kann mir auch nicht vorstellen, dass unter den KommentatorInnen Personen schwarzer HAutfarbe ihren Senf zu dem Thema abgegeben haben.
Der Inhalt in allen Ehren, aber muss um jeden Preis mit kolonialistischen Kategorien zum Denken angeregt werden?
Es ist allg. bekannt, dass Nigger, dtsch.Übersetzung Neger, nur dann nicht negativ aufgefasst wird, wenn es Betroffene selbst benutzen.
Kann mir auch nicht vorstellen, dass schwarze in Eurer Redaktion sitzen.
Und so lange das so ist, könnt Ihr so niggerfreundlich sein wie Ihr wollt. Das wird Euch nur niemand abkaufen.
Kommentar von Trigger — 14.06.2008, 22:37 #
[...] im Heft. Klar, das gab Proteste. Die waren, Überraschung, einkalkuliert, wie es im Dummy-Blog heißt. Darf ein Magazin Neger heißen? Klar, dürfen darf erstmal alles. Und das Argument Roberto [...]
Pingback von Der Mohr von Berlin-Mitte auf neosushi — 15.06.2008, 11:11 #
Man merkt, dass Ihr alle keine Freunde mit schwarzer Hautfarbe habt und auch sonst aus Eurem Dorf nicht groß rausgekommen seid.
Wie wäre es mit einem Dummy-Kaninchenzüchter-Special?
Und “heikle Themen wie Juden, Sex und Frauen” aufgreifen… Wie ist das eigentlich gemeint?
Kommentar von StErn — 15.06.2008, 12:17 #
Andreas’ „Lizenz zum dialektischen Rechtsdrall“ finde ich sehr treffend. Auf der verzweifelten Suche nach dem letzten auflagensteigernden Tabubruch bleibt ja auch nicht mehr viel mehr übrig, als sich in braune Gebiete vorzuwagen; das haben schon Rammstein virtuos vorgeführt.
Ist euch eigentlich schon mal aufgefallen, welches schöne deutsche Adjektiv in „Dummy“ drinsteckt? Mir schon.
Kommentar von Matt — 15.06.2008, 23:53 #
Das Einzige, was für mich in diesem Moment einen schalen Beigeschmack hat, ist es, diese Diskussion überhaupt anzuzetteln. Denn: Nur die Macher des Magazins (ich kenne es nicht) können eigentlich wissen, ob es korrekt ist, das Heft so zu nennen. Denn natürlich hängt das vom Inhalt ab und davon, was denn die Message dieses Heftes sein wird: Regt das Heft in seiner Quintessenz dazu an, nachzudeneken, wie Schwarze in einem von Weißen dominierten Umfeld wahrgenommen und behandelt werden – wenn zum Beispiel die Frage diskutiert wird, warum man Schwarze überhaupt ständig als Schwarze benennen muss, warum es in allen Kontexten wichtig ist, die Hautfarbe desjenigen hervorzuheben, egal, ob er oder sie jetzt Sänger, Moderator oder Wurstverkäufer ist – dann mag es OK sein, das Heft “Neger” zu nennen.
Den Text oben assoziiere ich allerdings eher mit einem Zoobesuch: “Guck mal, dieser Neger kann singen, der hier ziert eine Schokolade und dieser wohnt immer noch zu Hause in Afrika, Schau, wie er dort lebt, der Neger.”
Kommentar von pantoffelpunk — 16.06.2008, 0:50 #
Eine ähnliche Sache wurde im letzten Jahr an dieser Stelle treffend kritisiert.
Zum Hintergrund der Diskussion möchte ich auf folgende Texte hinweisen:
Political (Sprach-)correctness – eine demokratische Unart</a
Sprachhygiene – kein Nebenkriegsschauplatz, sondern antikritische Political Correctness
Kommentar von der Klassensprecher von 1984 — 16.06.2008, 9:59 #
Vll. sollte man das Thema abkürzen
“Neger” ist beleidigend. “DIE” wollen nicht so genannt werden, weder Roberto Blanco noch mein Nachbar von oben.
Und darüber muss auch nicht provozierend diskutiert werden, auch nicht in Berlin Mitte.
Kommentar von Yanah — 16.06.2008, 10:36 #
Laßt doch einfach die drei Fragezeichen als Titel. Mehr ist hier bei den Kommentaren auch nicht rausgekommen.
Kommentar von Alberto Green — 16.06.2008, 12:24 #
@ Andreas (und saadiyah): Dass die Diskussion über den Dummy-Titel hier mit Bezirksbashing auf Tagesspiegel-Volontärs-Niveau, wie es die Sommerlöcher schon vor Jahren gefüllt hat, vermengt wird, ist peinlich und macht Eure Argumentation nicht stichhaltiger, was sehr schade ist, denn ich verstehe euren Punkt sehr wohl, nur ist mir die Gesinnungspolizei schon immer zuwider gewesen. Dass Münchner Schnösel verachtenswert sind und Kaffee mit Milch auch von Neuköllner Pogo-Prolls, die als Abgrenzungsnachweis nur Autos mit Stern anzünden, getrunken wird, steht hier gar nicht zur Debatte. Das ist nämlich wirklich zum Einschlafen (“Gähn”). Allerdings werde ich auch nicht gerade munter, wenn ich mir so ansehe, wie die vorurteilszerfressene Linke hier einen Diskurs einfordert, der aber bitteschön nur in ihrem Sinne geführt werden soll, da er ansonsten gar nicht erst stattfindet, auch wenn die zum Diskurs Unfähigen nun doch an irgendwelchen “Diskurshebeln” sitzen (in “Berlin-Mitte”, schnarch). Auch der dialektische Purzelbaum will eben geübt sein, sonst fällt man auf die Nase oder beißt sich in den Schwanz. Es ist eben gerade nicht “schwierig zu erfassen”, was Diskriminierung meint, aber es ist unredlich, auf Sturm gebürstet und mit erhobener Faust davon auszugehen, dass der eventuelle Titel nicht in einem “diskriminierungskritischen Zusammenhang steht”, was abzuwarten bleibt. Die beiden “Zumutungen”, dass nämlich Europäer sich als “underground” fühlen (wenn sie andere diskriminieren) und eigene Diskriminierung “aushalten” oder “normal finden” ist durch nichts belegbar und eine hohle These. Und festzustellen, dass es “KEIN Dummy-Heft über “Weisse” gibt, gab und jemals geben wird” ist eine genause haltlose Vermutung, die ebenfalls nicht bewiesen werden kann (ich kann mir diesen Titel im Gegenteil sehr wohl vorstellen) und die nur unterstreicht, wie stakkato- und reflexhaft-eindimensional dein Denken ist.
Dass Schwarze durch Weiße diskriminiert wurden und werden, steht außer Frage. Im Übrigen werden aber auch Weiße durch Weiße und Schwarze durch Schwarze und, hossa, jetzt sag’ ich aber was, Weiße durch Schwarze diskriminiert, wenn auch als Reaktion, aber das spielt im Ergebnis überhaupt keine Rolle. Gibt es alles in unserer schönen neuen Welt, aber die kennt die pseudoelitäre Rechts-Links-Hörsaalintelligenzija nur aus kopierten Asta-Heftchen oder allenfalls aus der “Jungen Welt” und dem “Neuen Deutschland”, die, da schau her, auch von Axel Springer vertrieben werden. Willkommen in der Wirklichkeit.
Kommentar von Tobias — 16.06.2008, 13:03 #
Schwärzt das Wort ein. Treffender gehts kaum, und ihr hievt die Diskussion damit subtil bis auf den Titel.
Kommentar von Andreas — 16.06.2008, 14:26 #
@ Andreas II: Guter Vorschlag.
Kommentar von Tobias — 16.06.2008, 14:57 #
“Schwärzt das Wort ein.” Ungeschickt oder schon der Kalauer?
Kommentar von Alberto Green — 16.06.2008, 15:50 #
Ich habe noch einen Titelvorschlag für den Fall, dass ihr mal ein ganzes Heft lang die Vor- und Nachteile ausländischer Lebenspartner durchdeklinieren wollt: „Rassenschande“.
Wär doch geil, oder? Und richtig kontrovers, aber hallo!
Kommentar von Matt — 16.06.2008, 16:30 #
In einem DUMMY zum Thema »Spießer« empfehle ich ein Portrait von Matt auf der Titelseite.
Kommentar von Fatt — 16.06.2008, 22:18 #
Tobias, ich weiss nicht ob du jemals den Tagesspiegel last, dort findet sich nichts gegen das ach-so unverstandene Mitte, das ich im uebrigen etwa zehn Jahre lang ‘bestens‘ aushielt und alles, vor allem zwischen den Zeilen, gegen jene Subkulturen, fuer die der Diskurs ueber die sprachlichen Erscheinungsformen von Diskriminierung nicht ganz nebensaechlich, uncool oder spiessig ist, was evtl. daran liegt, dass diese Menschen in ihrem persoenlichen Bekanntenkreis des oefteren Menschen antreffen, fuer die Sprache nicht nur Aktionsplatz von Lifestyle-Magazinen oder AStA-Verlautbarungen ist, sondern taeglich gefuehlte Waffe und Demuetigung.
Es ist zudem Unsinn, wie oben in einem link dargelegt wurde, die sprachliche Diskriminierung allein als ‘ehrliches’ Moment der tatsaechlichen Diskriminierung zu betrachten und die Vermeidung ersterer deshalb als Heuchelei, es ist letztlich Affirmation an rassistisches Denken, etwa Obama wohlmeinend und schulterklopfend in ja erstaunlich grossen ‘Huetten’ zu verorten weil man meint, der Diskurs ueber Diskriminierung muesste den Rassistenblick, natuerlich gibt es diesen, immer mit der eigenen ja offenbar nie angezweifelten Zivilisiertheit in augenzwinkernden Kontrast setzen. Es ist in etwa so, als wuerde man, etwa als franzoesische Redaktion in Paris, ein Magazin ueber ‘Deutsche’ und ihre (ja zweifellos bemerkenswerten) Erfolge in Kultur, Wissenschaft etc. konzipieren, als Ueberschrift ‘Der Germanische Barbar als Kulturmensch’ waehlen und im Heft schulterklopfende Geschichten darueber bringen, dass als Korrelat von groelenden Alkohol-Horden und breitbeinigen Keulenschwingern in Berliner Szenebezirken sogar irgendjemand Deutsches es schaffte, einen Roman von mehr als fuenfzig Seiten, eine Dissertation oder gar eine international beachtete Musikerkarriere zu kreieren und diese Beispiele dann aufreihen, als handele es sich um ein ernsthaftes Plaedoyer fuer eine seltsam fremde, aber wohlmeinend behandelte Spezies im Diskurs-off.
Das weitere von dir Eingewandte habe ich oben gut genug belegt, wie erwaehnt ist das verbindende Element in der Themenauswahl, entschuldige wenn ich nur diese als Grundlage habe, allein die ‘biologische Hautfarbe’, man hat offenbar gar nicht erst versucht, ein Magazin ueber Gruppen von Menschen zu machen, die sich selbst als ‘Schwarze’ bezeichnen, mit alldem was zu diesem Diskurs ueber Schwarz-sein, die schwarze Kultur und Geschichte und das Selbstverstaendnis und die Erfahrungen von Schwarzen etwa in einer, wie in Deutschland, von Weissen dominierten Kultur gehoeren, diese Art von Reflektionen muesste man naemlich vor allem einer Gruppe ueberlassen: den Schwarzen selbst.
Kommentar von Andreas — 17.06.2008, 2:02 #
im uebrigen: Beweise gibt es ausschliesslich, dem gegenteiligen Irrglauben sitzen viele auf, in der Mathematik, Tobias, und du weisst wahrscheinlich nichts davon (empfehle fuer Aussenseiter Russell und Wittgenstein dazu).
Kommentar von Andreas — 17.06.2008, 2:07 #
ich finde super, dass ihr euch dieses Themas annehmt und freue mich auf die nächste dummy ausgabe. allerdings handelt es sich nun mal bei dem begriff neger um ein schimpfwort, der mit sicherheit auch als dummy titel von einigen als kränkung empfunden wird und ggfls. sogar rassistischem denken vorschub leistet (natürlich ungewollt). ein solcher begriff sollte nicht am leben erhalten, sondern einfach ad acta gelegt werden. die verwendung ist auch nicht notwendig. ich hatte zwar keine zeit die kommentare und alternativvorschläge zu lesen, aber was ist z.B. mit DUMMY SCHWARZ WEIß?
ich bin gespannt!!!
Kommentar von Nins — 17.06.2008, 14:39 #
Bisher hatte Dummy mesit Titelthemen, die irgendwie immer im Raum waren, latent aktuell also, und deswegen oft interessiert. Vor der EM ein HEft über die Schweizer – passt. Einen Blick auf türkischstämmige Mitmenschen -wird viel zu selten offenherzig getan und ist deswegen gut. Das ließe sich so weiterführen.
Was genau ist der Aufhänger, der ‘Dreh’, der dieses Dummy Heft haben soll, außer das eventuell ein “Schwarzer” der nächste Präsident der USA werden könnte? Und wäre es dann nicht konsequent zu frage wie sich die black culture in den letzten 20 JAhren in den USA durchgesezt hat?
WÄre es nicht vielmehr sinnvoll, die Themen wirklich auf Deutschland zu münzen? Heute ist ein Artikel in der NYtimes erschienen, der davon erzählt, wie Obamas Geschichte beispielsweise Schwarzen in Frankreich Mut macht.
Ich würde es also für sinnvoller halten, wenn, dann einen BLick darauf zu werfen, wie es MEnschen mit dunkler Hautfarbe in Deutschland speziell geht. Wie beeinflussen sie die Kulturlandschaft, eine Geschichte eines Adoptivkindes, etc (da gibts sicher noch sehr viel interessanteres).
Warum dann aber das Heft Neger nennen? Der BEgriff ist einfach nicht relevant. Ich habe ihn noch nie jemanden sprechen hören, ich habe ihn praktisch noch nirgendwo gelesen, er ist, so meine Einschätzung höchstens historisch gesehen noch zu verwenden, kommt aber in keinem Fall einem Phänomen oder zeitgestigen Thema nahe.
Und wäre in jedem Fall sehr billig.
Kommentar von heinz — 17.06.2008, 18:50 #
oh ja! “neger” ist ganz furchtbar kontrovers und reizt zum kauf der illustrierten, als nächstes dann “judensau- was haben einstein, mel brooks und henryk m. broder gemeinsam?” als cover dann ne klassische stürmer-zeichnung.
“die juden werden es schon verstehen, will man ihnen doch was gutes tun und zeigen wie gut die juden sind…”
tut doch nicht so, als würde es euch um was anderes als die auflage gehen…
Kommentar von ben — 18.06.2008, 0:39 #
Ähm Ben, Entschuldigung: http://www.dummy-magazin.de/?iss_id=8
Kommentar von Alberto Green — 18.06.2008, 10:52 #
klingt wirklich nach einer sehr weißen coffeetable-debatte hier. “political correctness” und der heroische kampf gegen “denkverbote”, “spielerische, intelligente betrachtungen”, wir und die andern – was mich wirklich interessiert ist, was weiße deutsche davon haben, den begriff “neger” zu verwenden. entlastung von der bürde eines “kollektiven rassismusvorwurfs”? nicht (mehr) nachdenken müssen über die privilegien, ohne gewaltdrohung am ostkreuz zu flanieren, nicht aufgrund seiner hautfarbe die schlechteren jobs zu bekommen, nicht an jeder eu-grenze dreimal so lange durchsucht zu werden? und was tut ihr, um diese zustände zu beenden? nazis böse finden und bitte noch einen latte macchiato?
Kommentar von spin — 18.06.2008, 10:54 #
Was tust Du denn dagegen? Den 57. belanglosen Kommentar in irgendeinem Blog verfassen und noch ein Pils bitte?
Kommentar von Peter — 18.06.2008, 10:59 #
Wie geschmacklos allein Euer hier gezeigter Coverentwurf evtl. wirken kann ist ja nicht die Frage.
Fühlen sich nicht Menschen durch Worte wie “Neger” verletzt?
Sollen Medien die Menschenwürde achten?
Kommentar von Thomas — 18.06.2008, 11:15 #
Als ich die Diskussion hier gelesen habe, bin ich erst mal rüber auf youtube und hab den Herrn Dr. Tschabobo rausgekramt.
http://www.youtube.com/watch?v=kTrqX2QeV5A
Wie alt ist diese Satire jetzt? Ich kenne genug Leute (älterer Generation) die fröhlich das Wort Neger benutzen und nicht verstehen warum das diskriminierend sein soll. Selbige Leute lachen über solche Sketche weil die Satire über ihren Kopf hinwegsegelt.
Ob dieser Zustand durch solche Diskussionen wie hier geändert wird ist wohl eher fragwürdig – sind halt nicht so wirklich die Zielgruppe, die xenophoben Spiesser der deutschen Dorflandschaft.
Kommentar von bettina — 18.06.2008, 11:59 #
Ich hab’s! Nennt das Heft doch einfach “Für Weiße”. Es ist doch nur für Weiße, oder hab ich da was verpasst? Oder wollt Ihr mich als schwarze Frau doch noch dazu überreden, ein Heft zu kaufen, dessen Titel mir bewusst in die Fresse schlägt? Nein, wollt Ihr nicht – obwohl die angekündigten Themen mich neugierig machen. Deshalb zwei elaboriertere Vorschläge: „Über Schwarze für Weiße“ oder “Für Weiße, die endlich mal wieder ein bisschen rassistisch sein dürfen wollen”.
Eine ernstgemeint gute Titelidee wäre: “Whiteness!”. Das wäre ein Titel, der eine wirklich spannende Diskussion vom Zaun brechen könnte, nämlich darüber was es bedeutet, als Weiße (hier lieg ich wohl richtig) in einer mehrheitlich weißen Gesellschaft ein Magazin über Schwarze zu machen. Das an sich ist ja durchaus legitim. Aber dann doch bitte inklusive Nachdenken (hier hättet Ihr die Diskussion) darüber, welche Fallstricke das bietet: z.B. Phänomene unter einen Hut zu bringen, die ausschließlich durch den Verweis auf Hautfarbe zusammenhängen (dito Andreas); z.B. das Problem, von der dominanten, und privilegierten, weil nie in Frage gestellten und als Norm gesetzten Position des Weißen zu schreiben und damit schwarze Positionen allzu leicht zu ignorieren. Der Titel „Whiteness!“ würde andeuten, dass Ihr über diese Probleme zumindest mal nachgedacht habt.
Und: mit „Whiteness!“ hättet Ihr auch endlich die Spannung, nach der Ihr so geifert – auch weil innen schwarz und außen weiß, äußerst sexy, nicht? Und das Ausrufungszeichen erst! Und diese ach so geile Spannung würde dann auch ein wenig mit Inhalt gefüllt. Bisher scheint Ihr ja offensichtlich nicht klar zu haben, warum Spannung und Provokation so antörnend sein und wohin sie führen sollen. Provokation ist ja ein gutes und legitimes Instrument. Aber eben nur ein *Instrument*, das mit einem inhaltlichen und im besten Falle politischen Ziel verbunden sein muss, ansonsten hohles Selbstaufgeilen bleibt. Zweiter Schritt der Anleitung: fragen, wen Ihr eigentlich provozieren wollt. Schwarze Menschen in Deutschland?? What for?
Auf „Whiteness!“ als Titel wärt Ihr aber selbst nicht gekommen, denn Ihr habt offensichtlich noch nie von diesem Begriff gehört, geschweige denn von der damit verbundenen politischen Diskussion. Und ganz ehrlich: Genau deshalb wäre er auch Perlen vor die Säue.
Ach, und noch was: Wenn’s denn so unproblematisch und legitim ist, ein Magazin “Neger” zu nennen (oder zumindest darüber nachzudenken), wieso hießen die vorherigen nicht “Schlampen”, “Türkendreck” oder “Judensau”?
Kommentar von Manuela — 18.06.2008, 12:35 #
seltsam, dass zur rechtfertigung des titels die beispiele “juden” “frauen” und “sex” genommen wurden…
hier gehts doch um mehr als um wortklauberei, die idee an sich, themen so auszuwählen ist schon mehr als fragwürdig!
gegen schubladen!
Kommentar von pinda — 18.06.2008, 13:06 #
Natürlich nicht, Ihr Rassisten!
Wisst Ihr eigentlich, dass in Schweden die Bezeichnung “negerbollar” für ein Gebäckstück mit einer Geldbuße von 10.000 Euro geahndet werden kann. Wären wir in Hessen, würde ich sagen: Für Euch die Todesstrafe!
Kommentar von Ich bin ein Nazi — 18.06.2008, 13:18 #
Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen: Es ist mir komplett egal, ob ein Magazin “Neger” heißen darf oder nicht. Ich hoffe, ich konnte euch damit weiterhelfen.
Kommentar von Steffen65 — 18.06.2008, 13:40 #
Das Thema ist langweilig, der Name ist dumm.
Kommentar von Michael — 18.06.2008, 13:55 #
Bin auf der Suche nach was anderem auf diese Diskussion gestoßen, und kenne weder das Dummy-Magazin noch dessen Fan-Blog.
Da ich das Thema für äußerst interessant, wichtig und diskussionswürdig halte, erlaube ich mir daher Anmerkungen.
Vereinigte Ideologen aller Länder: Auch das krampfhafte Bemühen, nicht rassistisch erscheinen zu wollen, entspringt einem rassistischen Keim.
Wir alle stammen genetisch aus Afrika, wir “Weißen” sind die Mutanten, wie alle anderen Homo sapiens, die nicht Schwarzafrikaner sind. (Dass das harmlose lateinische Wort für schwarz, niger, über die Jahrhunderte in den Kulturen negativ aufgeladen wurde, kann man im Hier und Jetzt nicht außer Acht lassen.)
Erst wenn möglichst viele von uns jedwede Färbung der äußeren Hülle als wirklich sozial vollkommen bedeutungslos betrachten, gibt es eine Chance, diesen Keim, die eigenen Eigenschaften für besser als die Eigenschaften anderer zu halten, langsam aber stetig von der Erde zu entfernen. Bevor wir die Welt außerhalb von uns zur Besserung mahnen, sollte jeder sich selbst verbessern wollen. Das ist leider schwerer, als mit dem Finger auf andere zu zeigen, und irgendwann selbstgerecht zu resignieren: Ich hab doch alles versucht, aber die Welt will nicht.
Mein Titelvorschlag: Deutsche Neger
(Erst kurz wirken lassen, bevor man aufschreit.)
Dann aber nicht Obama, der letztlich hellhäutiger als ein teutonischer Solariumgänger ist, oder Malcolm X oder ach so aufregende Gangsta-Rapper. Sondern wirklich zwischen Billy Mo mit seinem Tirolerhut, Roberto Blanco und dem Sarotti-Mohr tanzen, die in der Tat etwas gemeinsam haben: unsere liebevolle Überheblichkeit. Um uns den Eulenspiegel vorzuhalten, bräuchte es schon einen Anteil schwarzer Autoren im Heft. Und den Mut von einem Quarkarsch, seinen vermeintlichen Nicht-Rassismus bis zum rassistischen Kern zu durchleuchten. (Nur der Pole halber, damit in der Spannung dazwischen die Hautfarbe der Autoren eben wirklich egal ist.) Mit tiefgründigem Humor, nicht verbiesterter Belehrung.
Wer schon eine Mauer zwischen Berlin Mitte und Neukölln errichtet und aus einem bevorzugten Getränk ganze Charakterstudien ableitet, sollte als erstes in den Spiegel schauen, bevor er/sie andere als dumm oder vorurteilsbeladen bezeichnet. Vom eigenen Standpunkt aus zu schauen, ist natürlich. Ihn deshalb für die wahre Perspektive auf die Welt zu halten, ist kurzsichtig.
Da nunmal das schnelle Einsortieren von Äußerlichkeiten für unsere Orientierung im Leben unerlässlich ist, hier einige von mir: Gebürtiger Südhesse mit pfälzischen Wurzeln, seit zwei Jahren nördlich Berlins in Brandenburg lebend. Gerne heimisches Leitungswasser, kubanischen Kaffee, südeuropäischen Rotwein und gelegentlich US-Bier trinkend, weißhäutig, dunkelhaarig und Schuhgröße 42.
Den Machern viel Erfolg mit Pupa nigra!
Kommentar von Stephan — 18.06.2008, 14:07 #
frage mich wie lange es noch dauert bis Weiße endlich bei Themen bei denen es um Rassismus geht einfach die F…. halten und auf wie auch immer gemeinte rassistische Begriffe verzichten. Mehr wollen wir eigentlich erstmal nicht und selbst das ist wahrscheinlich immer noch zu viel verlangt wenn ich mir die Kommentare hier so ansehe.
Und an die Macher von Dummy sei gesagt das der Zeitpunkt kommen wird an dem wir nicht mehr nur darum bitten auf rassistische Bezeichnungen zu verzichten. Kann doch einfach nicht wahr sein so ignorant und verblendet zu sein und ein Heft in dem es um “Schwarze Themen” geht mit so einen Titel an zu bieten…
Tahir
Kommentar von Tahir — 18.06.2008, 15:27 #
Mir ist ein Rätsel, wie Sie auf die unverantwortliche Idee kommen können, eine populäre Zeitschrift, wie die Ihre, “Neger” zu betiteln!!!
Vielleicht soll ich Ihnen gleich mitteilen, dass ich selbst eine deutsche Bürgerin afrikanischer Herkunft bin, also eine schwarze Frau, eine Schwarze.
Für uns Schwarze ist das Wort “Neger” nie etwas anderes gewesen, als die tiefgründeste Beleidigung, die man einem Menschen machen kann. Auch heute, ist”Neger” immer noch das, und nicht anderes. Diese Tatsache ist den gebildeten Menschen wohl seit langem bewusst, und wenn sie auch noch ein bisschen gesellschaftliche werantwortungsgefühl besitzen, nehmen sie nicht leichtfertig dieses Wort über die Lippen.
Was für eine Diskussion wollen Sie anregen, die es noch nicht gab? Wie lautet überhaupt ihre Fragestellung? Ist es in etwa, ob die weissen Deutschen, die sich danach fühlen, ungehindert die Schwarzen wieder “Neger” rufen dürfen?
Lassen Sie das Wort “Neger” weg. Es ist für die Betroffenen zutiefst beleidigend. Offensichtlich Sie, wie sehr viele Nicht-Schwarze, können das nicht empfinden, können das nicht begreifen.
Lassen Sie das Wort “Neger” und Ihre Titelseite weg: Sie täten den schon rassistisch Gesinnten ein Gefallen. Meinen Sie auch?
Kommentar von Christine — 18.06.2008, 16:15 #
Sorry, niemand sollte beim Thema Rassismus die Fresse halten oder sie jemand anderem verbieten! Wie überhaupt Maulkörbe, Aggression und Unterdrückung bei überhaupt keinem Thema irgendeine Lösung sind.
Aber der Ärger ist verständlich, und deshalb ist das Anmahnen von behutsamem Umgang mit der Wortwahl voll und ganz berechtigt.
Dennoch ist Unterdrückung, Versklavung und Hass ja leider kein rein “weißes” Problem. Es sei nur beispielhaft an die Schlachtung zwischen Hutu und Tutsi erinnert, an die Feindseligkeiten arabischer Stämme oder ostasiatischer Völker untereinander oder die Christen jedweder Richtung, die sich nicht nur in Nordirland nicht ausstehen können. Genauso wie man sich in islamischen Regionen am liebsten gegenseitig in die Luft sprengt. Auch auf dem Balkan, in Palästina oder im Kaukasus haben die Menschen die gleiche Hautfarbe. Aufeinander ein zu prügeln und sich gegenseitig für minderwertigen Abschaum zu halten, ist ein Problem des Homo sapiens – egal welcher Hautfarbe, Kultur, Religion oder was auch immer. Dieses am leichtesten zu erkennende äußere Merkmal ist halt nur besonders gut zur Trennung geeignet, und bestimmte Kulturen haben sich im Laufe der Geschichte als besonders “erfolgreich” im Aufbauen von abwertenden Bildern und deren fatalen Folgen erwiesen. Und gerade deshalb haben diese auch eine besondere Verantwortung, an einer Lösung zu arbeiten. “Lieber den Mund halten!” war gerade in Deutschland eine viel zu lange propagierte und praktizierte Losung. Und sie ist es noch immer in Gesellschaften Asiens, Amerikas und Afrikas.
Bei einer meiner Reisen hatte ich übrigens in Kuba eine ganze Nacht ein anregendes und wertvolles Gespräch mit einem Schwarzen, der von seiner Nachbarschaft beschimpft und gemieden wird, weil er Freundschaften mit Weißen pflegt. Auch aus den USA kenne ich Ähnliches, wo ich z.B. gute Freunde in Harlem habe. Gerade deshalb ist den Mund aufmachen und miteinander reden wichtiger als die Fresse halten. Wie sonst sollten Missverständnisse ausgeräumt und Fehlentwicklungen beseitigt werden? Es kann langfristig nur ein WIR geben: wir Menschen. Alles andere wird immer wieder zu Ungerechtigkeit und Hass mit allen Folgen führen. Die Betonung des Wir und des miteinander reden ist für mich keine blauäugiges Gutmenschentum, sondern die notwendige Befolgung eines Naturgesetzes. Dass wir in unserer lauten Gesellschaft leider auch mit bewussten Misstönen provozieren müssen, um in dem ganzen Werbegeplärr überhaupt einem Thema außerhalb der bunten Neonwelt und Bierzelte Gehör zu verschaffen, ist traurig, aber leider wahr. Umso schwieriger …
Kommentar von Stephan — 18.06.2008, 16:35 #
Das problem liegt doch eher in der Auwahl der Themen. Malcolm X, Roberto Blanco und der Sarotti Mohr in einer Ausgabe legt den Gedanken nahe dass sich das Magazin mit einer recht “normalbürgerlichen” Sichtweise des Themas beschäftigen will, denn aus der Sicht von “schwarzen” (im Sinne von sich mit “black culture” Assoziierenden) haben die Themen nun wirklich nichts miteinander zu tun. Der vollständige Titel sollte also eher “Schwarze aud der Sicht des deutschen Michels” oder so sein. Ob man dieses dissertationwürdige Wortungetüm auf “Neger” verkürzen möchte (oder sollte) bleibt die Frage. Nur “Schwarze” als Titel wäre sicherlich falsch.
Das Hauptproblem bleibt doch die Themenwahl da es sich um eine doch reicht weisse – und vielleicht deshalb auch leicht rassistische – Sichtweise zu handeln scheint. Ich befürchte, dass sich allein auf Grund dieser Konstellation kein “korrekter” Titel finden lassen wird. Die Kombination mit Dummy in Fraktur ist sicherlich weit jenseits von allem womit man gerne assoziiert werden möchte.
Kommentar von Christoph — 18.06.2008, 16:50 #
[...] eines, das sich bisher nur dafür halten durfte, eigentlich rassistisch, wenn es eine Themenausgabe “Neger” nennt? Ist es verwerflich und bigott, wenn man annehmen darf, dass diese Provokation auch der Auflage gut [...]
Pingback von ” Ist die dummy Chefredaktion eigentlich dumm, rassistisch oder weiss? » ring2* — 18.06.2008, 18:05 #
@Stephan: wirrer Schwachsinn, jemals beim Schreiben (und Lesen) nachgedacht?
Kommentar von Andreas — 18.06.2008, 18:20 #
Ich hoffe, Sie bleiben bei Ihrem letzten Entschluss, das Heft nicht “Neger” zu nennen. Eine unfassbare und unglaublich primitive Idee! Wie kann ein Journalist mit bisher gutem Ruf (Gehrs) auf so einen Einfall kommen? In Zeiten, in denen wir eigentlich dabei sind, uns in einem Multikulti-Deutschland von gerade diesen diskriminierenden und rassistischen Begrifflichkeiten und Klischees zu trennen. In Zeiten, in denen das sogenannte “N”-word beispielsweise in New York auf den Index gesetzt wurde, weil sich Bevölkerungsgruppen diskriminiert fühlten. In Zeiten, in denen rechte Gruppierungen in unserem Land stärker werden und wir u.a. mit dem Abbau von Vorurteilen und Verunglimpfungen kollektiv gegen diesen Trend arbeiten müssen. Gerade die Medien müssen dies tun und ihrer immensen Verantwortung gerecht werden. Denn Medien sind Multiplikatoren, Meinungsbildner, die durch solche Titel (und seien sie aus reiner Provokation getextet) Leser legitimieren können, dann eben doch vom “Neger” zu sprechen, wenn sie einen Schwarzen meinen. Wir Medien müssen Sorge dafür tragen, dass solcherlei rassistische Terminologien, wie sie vielleicht noch unsere Eltern- und Großelterngenerationen gelernt und unreflektiert verwendet haben, ganz aus dem Wortschatz der nachfolgenden Generationen verschwinden. Ich kann nur noch einmal wiederholen, dass ich als Journalist, der seit Jahren genau gegen diese üblen Formulierungen angeht, allein das Ansinnen, ein journalistisches Produkt so zu nennen, aufs Schärfste verurteile. Das hätte ich Ihnen, lieber Gehrs, nicht zugetraut. Und es zeugt davon, dass ein Journalist, der es allein laut Vita weit gebracht hat, geistig völlig armselig sein kann. Sie haben sich mit dem Einfall und dieser Debatte als ernstzunehmender Journalist völlig disqualifiziert. Ich hoffe, dass dadurch zumindest ein Lerneffekt bei Ihnen stattfgefunden hat.
Kommentar von Martin H. — 18.06.2008, 18:40 #
(bezog sich auf den ersten Beitrag unter diesem Namen)
Im uebrigen: ‘Berlin-Mitte’ bezeichnet hier nicht den Ort oder die Gesamtheit der Menschen die dort wohnen, dieses Missverstaendis fusst auf derselben Haltung wie der Glaube, ’schwarz’ beziehe sich auf eine Hautfarbe und sei daher etymologisch nichts anderes als ‘Neger’. Wer nicht versteht und aus dem hiesigen Kontext ableiten kann, dass ‘Berlin-Mitte’ eine bestimmte Geisteshaltung bezeichnet, fuer die es insbesondere bezeichnend ist, Bedeutungen von Worten und Diskursen, eigentlich jedes Thema permanent aus einer Art leicht bornierten Binnenperspektive zu beleuchten (etwa o-Tom Gehrs: ‘die Schweiz ist ja ziemlich deutschenfeindlich’ oder ‘in der NZZ wird behauptet, in Prenzlauer Berg wohnten die ‘neuen Konservativen’ [was natuerlich ganz falsch sei] etc.), muss diesen Diskurs ueber die Bedeutung von Worten fuer irrelevant halten. Sonst stimme ich mit der zweiten Stellungnahme von ‘Stephan’ immerhin ueberein: die Konstruktion des ‘anderen’ und die Angst davor ist universell und zutiefst menschlich, aber das konstruierte ‘andere’, das ist fuer einen Berliner nicht wirklich die achso diskriminierte Berlin-Mitte, ‘Berlin-Mitte’ ist nichts anderes als eine Variation einer Diskurs-Hegemonie in Berlin, natuerlich kann man diese kritisieren.
Kommentar von Andreas — 18.06.2008, 18:41 #
Andreas: Ja. Vermutlich zu viel, deshalb u.U. verwirrend. Einfacher: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu. Und: Miteinander reden, statt übereinander.
Vertiefend und erhellend: Lektüre beispielsweise von Laotse, Sokrates, Seneca oder besonders Martin Buber. Aus moderner wissenschaftlicher Sicht schön lesbar und sehr unterhaltsam: “Wir Menschen” von Henning Engeln. Ansonsten: Aktuelle Weltnachrichten aufmerksam verfolgen. Gibt es wirklich einen großen Kampf zwischen den Kulturen? Oder nicht eher innerhalb der Kulturen?
Ziehe mich hiermit aus dem Blog ebenso zurück, wie meinen Titelvorschlag (gebe nach nochmaligem Abwägen Christine recht), weil ich ja eigentlich nicht wegen lifestyliger Provokation im Netz bin.
Kommentar von Stephan — 18.06.2008, 19:08 #
Was die “bornierte Binnenperspektive” angeht, lieber Andreas, da bist Du ja nun wirklich Experte. Auch ich ziehe mich nun zurück, Dank an Stephan für seine unaufgeregten Worte; und ein ausgefülltes Leben der kuscheligen Wohlstandslinken auf ihrem Aggressionserfahrungstrip.
Kommentar von Tobias — 18.06.2008, 19:22 #
sicherlich, weil ich mir Sichtweisen von Minderheiten in Deutschland zu eigen mache und mich nicht so verhalte, wie Tobias als guter weisser Deutscher es u.U. erwartet, ziehe ich mich in eine gaenzlich abseitige Binnenperspektive zurueck, ist die Perspektive des ‘guten weissen Deutschen’ deine Transzendenz, Tobias?
Kommentar von Andreas — 18.06.2008, 19:53 #
Ich bin gar kein Deutscher, Schatzi.
Kommentar von Tobias — 18.06.2008, 20:47 #
Vielen Dank für eine weitere Lektion in Sachen Unverbesserlichkeit – trotz Verzicht auf Euren Lieblingstitel, den Ihr u.a. begründet mit:
„weil wir uns zu sicher waren, dass DUMMY völlig unverdächtig ist, rassistisch oder rechts zu sein“.
Hier liegt des Pudels Kern begraben, liebe Dummies. Warum sollte irgendjemand in einer Gesellschaft wie der deutschen (seid beruhigt, es ist nicht die einzige…), die aufgrund von Kolonialismus, Nationalsozialismus und Festung-Europa-Mitbauen nachhaltig durch Rassismus geprägt ist, „völlig unverdächtig“ sein, rassistisch zu denken? (Schon mal einen Menschen getroffen, der/die davor gefeit ist, sexistische Sprüche zu klopfen?) Das ist *niemand* – ganz gleich ob weiß, schwarz, gelb oder welche Farben einem noch so einfallen mögen. Und, liebe Dummies, erst wenn das eingesehen wurde, ist eine wirkliche, querdenkende, selbstkritische und fruchtbare Auseinandersetzung über Euren und den Wunsch anderer nach einem Titel wie „Neger“ und über die Reaktionen dazu möglich.
Wirkliches Querdenken nämlich besteht nicht in hohler Provokation der Anderen, sondern darin, wenn nötig sich auch selbst an die Nase fassen und eingestehen zu können, dass man einem dominanten Denkmuster aufgesessen ist. Davor ist niemand gefeit. Deshalb hättet Ihr Eure 10 Punkte am einfachsten durch diese einzige Einsicht ersetzt. Mein Korrekturvorschlag zum Mitschreiben: „weil wir einsehen müssen, dass selbst die Macher des großartigen DUMMY der dominanten Rassismus-Scheiße aufsitzen können, auf die alle einmal hereinfallen“.
Und noch ein Wort zu einem anderen sexy Spiegelstrich für Eure angebliche Läuterung: „weil es tatsächlich zuviele Menschen gibt, die sich dadurch beleidigt fühlen könnten, ob nun zu Recht oder zu Unrecht“. „Zu viele“? Ich will die möglichen Deutungen dieser Formulierung gar nicht ausführen… Und Ihr solltet es auch nicht, sonst wird es nämlich handfest kriminell. „Zu Recht oder zu Unrecht“? Um nochmals auf meinen erstklassigen Titelvorschlag „Whiteness!“ zurückzukommen: Einer der Clous bei der Auseinandersetzung um Weißsein ist die Feststellung, dass es (als weiße Person in einer mehrheitlich weißen Gesellschaft) schwer fällt, auf Privilegien, die man qua Geburt inne hat, zu verzichten. Eines dieser Privilegien ist der Anspruch auf Deutungshoheit. Kleine Anregung für die nächsten Ausgaben und Euer Durchs-Leben-Wandeln: Denkt mal darüber nach, warum Ihr so scharf darauf seid, selber darüber zu bestimmen, wer sich beleidigt fühlen darf und wer nicht. Warum Ihr Euch dabei so ungern etwas von anderen sagen lasst. Warum Ihr insbesondere Menschen, die vielfältige Erfahrungen mit Rassismus machen – von subtil über dumpfbackig (Glückwunsch!) bis knallhart körperlich – in diesem Punkt das Recht auf Deutung absprecht. Und darüber was eigentlich genau hinter Eurem Wunsch steht, Euch das Verwenden solcher Begriffe nicht verbieten zu lassen, die offensichtlich und extrem drastisch diskriminierend sind. Ach ja, für den Fall, dass es Euch unangenehm sein sollte, Euch das von einer Schwarzen sagen zu lassen: Schaut halt mal in die Literatur zu „Whiteness“. Garantiert weiße Autorschaft – mit dem Unterschied, dass die’s gecheckt haben.
Kommentar von Manuela — 18.06.2008, 21:01 #
Tobias, füttere die Trolle nicht. Schon gar nicht so einen unfreiwillig komischen Oberlehrer wie Andreas, der hier alle, stolz über das im ersten Semester Erlernte, mit seinem peinlichen Fundisprech voll labert.
Kommentar von Kurt Becks Frisur — 18.06.2008, 21:13 #
Übrigens hielte ich es für kontraproduktiv, ein Wort wie „Neger“ zu kriminalisieren.
Nein, jeder der meint, es sei angebracht, soll es sagen dürfen – immerhin erfahren wir so, wie er tickt, wie beschränkt und was für ein Hohlkopf er ist. Und das ist wichtig. Denn nur wenn die Rassisten und Nazis KEINE Kreide fressen, wissen wir, wer dazugehört und wen es zu bekämpfen gilt.
Kurz: Mach den Titel, Dummy. Nur zu!
Kommentar von Matt — 19.06.2008, 0:47 #
Bloß keine Aggression! Bloß keine Wortverbote! Es sei denn, man nehme das R-Wort in den Mund – das ist dann schon was anderes. Da hört der Spaß auf. Wir wollen ja locker unbeschränkt-unkorrekt sein…
Wer fühlt sich eigentlich eingeschränkt, wenn er auf das N-Wort verzichtet? Und warum, zum Teufel?
Noch putziger: Wir wollen provozieren. Na bravo! Alllerdings: In einer Gesellschaft, in der pausenlos koloniale, imperiale, beleidigende und erniedrigende Afrikabilder und Bilder von Schwarzen reproduziert werden, in der man in jeder zweiten Bäckerei (außerhalb Berlin-Mitte) Negerküsse erstehen kann und auf jedem zweiten Kinderfest eine Mohrenkopfschleuder für Stimmung sorgt, in der Schwarze doppelt soviel leisten müssen, um halbwegs so anerkannt zu werden wie ein Blondinchen – wen provoziert man denn da mit dem N-Wort? Doch wohl nur die, die damit bezeichnet werden. Abgesehen von ihnen fällt die “Provokation” den wenigsten auf.
Oder ist die Provokation aus dem Gegensatz zu verstehen, den Ihr impliziert? Wie etwa: Schaut her, die N… sind keineswegs so dumb und brotig, wie ihr immer annehmt. Einer von ihnen hat sogar die Clinton aus dem Rennen geworfen. Oh, da sind aber alle mächtig gewaltig überrascht. Der Gorilla spricht!!! Dafür bekommt er einen Extraplatz im germanozentristischen Pantheon.
Den behält er aber nur, wenn er nicht zu den Entdeckern seiner Sprache spricht und etwa sagt: Holt erst mal die Läuse aus Eurem eigenen Fell.
Da kratzt man sich dann nur am dicht behaarten Rücken und sagt sich: Manieren und Zivilisation wird ein Gorilla eben nie erlernen. Ein Gorilla bleibt ein Gorilla – sorry – ein N… bleibt eben ein N…
Kommentar von Silvia — 19.06.2008, 1:37 #
Nach ausführlicher Lektüre der Kommentare fällt auf, wer hier eigentlich am meisten dem Schwarz-Weiß-Denken verhaftet ist: die, die vorgeben, es bekämpfen zu wollen. Ob rechts oder links: Extremisten sind eben alle gleich krank.
Kommentar von Thomas — 19.06.2008, 13:06 #
Nach ausführlicher Lektüre der Kommentare fällt auch auf, das Weiße nach wie vor Lernresistent sind und das wird sich wohl zu meinen Lebzeiten nicht mehr ändern. Es wird beschwichtigt, verharmlost oder zu erklären gesucht das Schwarze Menschen auch “böse” sein können weil sie immer noch Konflikte austragen die von den Kolonialherren kreiert wurden damit sie nicht auf die dumme Idee kommen ihren wirklichen Feind zu bekämpfen.
Es muss Weißen Menschen – die keinerlei Rassismus Erfahrung haben – einfach genügen das wir Nein sagen.
Wir erwarten nicht das Weiße verstehen oder versuchen zu verstehen wieso wir keine Lust mehr haben ihnen zu erklären das uns die rassistischen Zuschreibungen zu allen Körperöffnungen raushängen – lasst es einfach und vielleicht können wir ja in hundert Jahren darüber nachdenken wie wir uns diesen Planet teilen können ohne uns ständig auf die Nerven zu gehen oder gar schlimmeres…
Tahir
Kommentar von Tahir — 19.06.2008, 16:07 #
Fragt sich, wer hier eigentlich der Rassist ist. Ich kann nur wiederholen, was ich eben geschrieben habe, erweitert um den Zusatz “ob weiß oder schwarz”.
Kommentar von Thomas — 19.06.2008, 16:54 #
Krass,
Nach der Lektuere dieses Blogs blieb mir die Spucke weg. Danke Andreas, Tahir, Christine, Manuela, Silvia (!!!) etc. Ich war erst so sauer, dass ich kurz davor war euch eine seitenlange Metakritik euerer drei Paragraphen, die so verletzend, dumm und diskriminierend sind, plus der Argumente unserer vielen blinden und ignoranten Blogger in den Blog zu klatschen. Aber dann hab ichs kapiert. Ihr seid es mir nicht wert. Sorry, keine Zeit fuer so nen Scheiss. Ich fuehle mich mal wieder bestaetigt, warum ich und soviele Afrodeutsche, ausgewandert sind und uns lieber in Paris, London und New York tummeln. Und noch was hab ich kapiert. Es geht nicht um intellektuelle Wichserei (jedenfalls mir nicht). Wenn ihr mich, die kritischen Blogger hier, Afrodeutsche und eben auch Malcolm X, Obama und co verstehen wollt, muesst ihr es schaffen euch in uns reinzuversetzen und einzufuehlen. Nicht Intellekt sondern Gefuehl/Einfuehlsamkeit/Verstaendnis ist der Schluessel. Das verlangt evtl. seine eigenen Schattenseiten und blinden Flecken aufzudecken, Schwaeche zu zeigen und die eigenen Weltsicht und das eigene Rollenverstaendis in Frage zu stellen. IF YOU CAN FEEL Huey P Newton, Fanon, Muahmmed Ali etc., koenntet ihr, geleitet von schwarzen Autoren, ein tolles Magazin schreiben (und viel dabei lernen) und wuerdet selber sehen, dass ein Titel wie “Neger” nur (theorieverliebten, linksliberalen) Einzellern einfallen koennte.
Kommentar von Ahmed — 19.06.2008, 17:04 #
[...] Hier diskutierte die Leserschaft tagelang darüber, ob ein monothematisches Magazin seiner kommenden Ausgabe einen kolonialrassistischen Titel verpassen dürfe. [...]
Pingback von DER SCHWARZE BLOG » Blog Archiv » von “Neger” zu “kaffeebraun” — 20.06.2008, 13:04 #
Duemmlichkeit ist das einzig richtige Wort fuer den Diskurs der durch und durch mental weissen rechten Begriffspinsel hier, reduziert also meine obigen Bemerkungen auf diese Diagnose, liebe homophoben Durchschnittsrechten.
Kommentar von Andreas — 20.06.2008, 17:49 #
[...] zu Unrecht rassifizierter weisser Hegemonieminoritaeten in Deutschland, hier nurmehr noch ein paar links auf die (nur von einer Seite) traurigen Diskussionen im off der globalen Aufklärung, im [...]
Pingback von Rassismus mit der dialektischen Keule: das Dummy Magazin « die dialektische monodromie — 20.06.2008, 18:43 #
Also die linken und ober-coolen kotzen mich an. sie denken, nur weil sie links oder ober-cool sind, könnten sie sich unverschämt benehmen – am liebsten gegenüber minderheiten. damit meine ich euch und eure kollegen von der »onkel obamas hütte« taz. ja auch linke und ober-coole können rassisten sein, finden es OK, weil sie ja links oder ober-cool sind …
Kommentar von Ping — 20.06.2008, 19:21 #
nehmt die fragezeichen, und dokumentiert die debatte im heft. das liegt doch wohl auf der hand bei der diskussion.
Kommentar von gast — 22.06.2008, 14:05 #
Ganz ehrlich, ich glaube nicht, daß ihr vorher mit Schwarzen gesprochen habt und die meinten, es wäre OK diesen Titel zu wählen. Ihr wüsstet sonst wie beleidigend dieses Wort ist und das man es nicht mal entfernt mit einem Titel wie “Juden” vergleichen kann.
Meinungsfreiheit ist wichtig, also macht was Ihr wollt. In meinen Augen zeigt solch ein Titel aber nur den beschränkten Horizont der Redaktion.
FÜR WEISSE ist der beste hier bisher vorgeschlagene Name, denn in einer anderen Zielgruppe werdet Ihr Eure Auflage mit diesem plumpen Versuch zu provozieren nicht steigern.
Je länger ich darüber nachdenke, desto erbärmlicher finde ich diese Idee.
Kommentar von Paolo Pinkel — 23.06.2008, 21:41 #
Die Sache ist doch ganz einfach: Wenn Ihr das Wort so liebt, nehmt es doch als Titel. Vielleicht erhöht das auch die Auflage. Aber ansonsten seid Ihr ruiniert (von einem moralischem Kapital spreche ich lieber nicht, das ist ohnehin schon flöten gegangen).
Mit der Auflage nämlich werdet Ihr die Anwalts- und Gerichtskosten nicht annähernd decken können, die auf Euch zukommen, wenn Euch Afrodeutsche Vereine und Personen (völlig zu recht) reihenweise wegen öffentlicher Beleidigung und Volksverhetzung verklagen.
Und Ihr werdet Euch die Frage stellen, warum Ihr nicht darauf verzichtet habt, wo Ihr doch beim Türken-Heft auch “Türken” – und nicht “Kanaken” – gewählt habt und Euch beim Frauen-Heft statt für “Zicken” oder “Schlampen” für “Frauen” entschieden habt.
Kommentar von Christiane — 24.06.2008, 10:06 #
um das vielleicht mal klarzustellen – die dummy wird nicht von springer herausgegeben.
ich frage mich, wie man auf diese idee kommen kann, ein blick in das impressum hätte genügt.
Kommentar von Sven — 01.07.2008, 12:01 #
vielmehr ist die dummy ein independent-titel ohne großen vertrieb dahinter. das argument, mit entsprechendem titel nur quote machen zu wollen, die auflage zu steigern, kann auch nur jemand bringen, der die dummy nicht kennt; wer mit 45 000 auflage im unteren segment rumdümpelt (aus den richtigen gründen, wohlgemerkt), der hätte den ein oder anderen titel mit titten oder schockeffekten schon vor zwei jahren bringen können. ist aber nie passiert.
Kommentar von Sven — 01.07.2008, 12:07 #
Gutes Thema, aber bitte nicht mit diesem Titel. Die Diskussion darum wird die Diskussion um das Heft und seine wirklichen Inhalte völlig überschatten, so ist es nun mal, und das wäre schade. Nennt es doch einfach “schwarz”.
Kommentar von adriano — 01.07.2008, 16:52 #
Entweder Ihr habt Euch selbst gegenüber den Stand, die Chuzpe, die Ehrlichkeit, das Wissen um die Essenz des Wortes (statt vermeintlicher Auflage) und und und… – und macht das Ding. Oder Ihr lasst es. Denn es ist Euer Ding und nicht das einer jener allfälligen, ambivalenten und ebenso bigott-beschissenen Gutmenschendiskussionen.
Oder: Sind wir hier bei Anne Will oder was!?
Oder wolltet Ihr nur mal die Counts zählen, um zu wissen, welch quantitatives Potential solch ein Diskussion hat, wohlwissend (was ich für Euch hoffe) um die Qualität solcher Diskussionen.
Oder fällt das hier unter sozialpolitsiche Forschung für eine Hausarbeit im 1. Semester?
Oder Ihr schreibt gleich drüber:
wir wussten nicht einmal,
ob wir uns trauen sollten, es
- N – E – G – E – R -
zu nennen.
Nebst allem etymologischer Ahnungslosigkeit (lat. niger=schwarz) dann hier für “Dummy” noch eine Fraktur-Typo zu nehmen, obwohl eben diese von Bormann Januar 1941 als “schwabacher Judenlettern” verboten wurden, grenzt an selbstdeterminierter Hilflosigkeit.
Gott schmeiss Hirn vom Himmel!
Aber ich will, als Gemanist wie als Grafiker, mit aller mir jetzt noch möglichen Konstruktivität eines vorschlagen: Schreibt doch einen Wettbewerb um die Titelseite aus – Thema: “Neger”. Und wenn Ihr Euch das ob der ganzen Diskussion nicht mehr traut, nennt es: “Nie wieder Neger”.
Ich denke und hoffe, dass da mindestens 20 künstlerisch sehr geistreiche Ergebnisse auch im Innenteil abzubilden wären.
Hinter denen könnt’ man sich dann ja auch verstecken…
Kommentar von Stephan — 08.07.2008, 0:36 #
[...] 10th, 2008 …über Zeitschriftentitel diskutieren. Interessantes Hobby. Erst wurde denen beim Dummy Magazin die Bude dafür eingerannt, dass sie ihr nächstes Heft “Neger” nennen wollten (ich [...]
Pingback von Die Leute wollen… « — 10.07.2008, 10:26 #
[...] dessen korrekterweise Schaumkuss oder Schokokuss sagen müsse. Aus ging die Diskussion wohl von hier, einem Magazin, dass seine neueste Ausgabe “Neger” nennen wollte. Es entbrannte [...]
Pingback von Das große Blog der kleinen Momente » Blog Archive » Neger, Neger, Schornsteinfeger — 13.07.2008, 14:39 #
[...] da denkt man als Leser natürlich: Hä? Neger? Beschlagwortet mit:sprache, zeit « Amazon.de kann jetzt bis 12 zählen. Bis 13 [...]
Pingback von Wie man’s auf den Titel schreibt, schreibt man’s falsch. « — 18.07.2008, 1:11 #
[...] gibt es noch ein Blogeintrag des Berliner Magazins „Dummy“, die Ihr Magazin Neger nennen wollten. Wie aber auch NAS, der [...]
Pingback von Links: Knol, Haut, Internet usw. « Nummer 15 — 25.07.2008, 12:32 #
Ich fühle mich als Mulatte schlicht und einfach von diesem Cover beleidigt. Und aus diesem Grunde würde ich das Heft niemals lesen. Sollte es auch noch so interessante Themen enthalten. Einfach nur arme möchtegern Hipsterscheisse…
Und dieses grafisch verarbeitete “Im Dunkeln sieht man nur Augen und Zähne”-Klischee ist auch sowas von widerwärtig.
Das Fred Perry Shirt und die Frakturschrift verkehren dann eine evtl. angeregte Aussage ins absolut Lächerliche.
Für die nächsten Titel: “Krüppel”, “Zoni”, “Muschi” … einfach toll
Kommentar von Thomas C — 25.07.2008, 13:28 #
[...] dessen korrekterweise Schaumkuss oder Schokokuss sagen müsse. Aus ging die Diskussion wohl von hier, einem Magazin, dass seine neueste Ausgabe “Neger” nennen wollte. Es entbrannte förmlich ein [...]
Pingback von Das große Blog der kleinen Momente » Blog Archive » Neger, Neger, Schornsteinfeger — 29.07.2008, 10:00 #
Thomas, du hast recht, aber dich auch provozieren lassen. denn DUMMY ist diese aufregung und dieses engagement ja garnicht wert;-)
Kommentar von Rio — 30.07.2008, 16:57 #
[...] and hip hop album sleeves). Originally, it was supposed to be called “Negroes” before a politically correct comment storm hit the mags´ blog. While I of course agree that a magazine mainly put together by white people [...]
Pingback von Bashment Jack, German news and some video clips /// seen.´s non-hippie reggae and dancehall blog — 29.09.2008, 21:42 #
cipqashjbjrf
Kommentar von atxgskpvtvbu — 06.10.2009, 0:17 #
Meine lieben Freunde,
das Wort “Neger” wurde als diskriminierende Beschimpfung gegenüber stark pigmentierten Menschen verwendet. Eigentlich ist es absoluter Schwachsinn weiß und schwarz zu trennen! Der Weiße kann sagen, dass er besser ist als der Schwarze. Dabei waren die “Schwarzen” schon vor den “Weißen da. d.h. theoretisch würde ein “Weißer” ursprünglich von einem “Schwarzen” abstammen. Also würde ich keinen Grund sehen hier eine Trennung vorzusehen. Außerdem gibt es nicht die 2 Rassen: weiß und schwarz; sondern die eine Rasse, nämlich: Mensch. Apropos Neger: Die “schwarzen” Amis benutzen das N-Wort nur, da es sich durch die Jahre irgendwie eingebürgert hat.
Fazit: -Eine extrem schlechte Idee das Magazin “Neger” zu nennen!!!
Mfg
Name
Kommentar von Name — 11.02.2010, 21:04 #