10 Gründe, warum das Magazin nicht “Neger” heißen kann
- weil die beabsichtigte Dialektik, dass das Wort auf dem Cover eben nicht nur eine Personengruppe beschreibt, sondern den Diskurs um begriffliche Zuschreibung und Diskriminierung gleich mit, anscheinend von zu wenigen auf Anhieb verstanden wird
- weil wir uns zu sicher waren, dass DUMMY völlig unverdächtig ist, rassistisch oder rechts zu sein
- weil es wohl doch nur Helmut Schmidt nicht übel genommen wird, das Wort in den Mund zu nehmen
- weil ein Cover nicht zuviele Unklarheiten bieten darf
- weil unter den Kommentaren Lösungsvorschläge waren, die der Sache gerechter werden
- weil es tatsächlich zuviele Menschen gibt, die sich dadurch beleidigt fühlen könnten, ob nun zu Recht oder zu Unrecht
- weil der Vorwurf, wir wollten nur provozieren ziemlich dämlich ist, man aber auch dämlichen Vorwürfen nur ungern ausgesetzt sein möchte
- weil es schon erstaunlich ist, wieviel Energie manche Kommentatoren aufbringen, wenn es um ihren Hass auf Berlin-Mitte (wir wohnen da gar nicht) und auf Latte Macchiato (trinken wir gar nicht) geht, andererseits aber Toleranz und Sensibilität einfordern
- weil wir keine Lust auf weitere Hass-Mails haben
- weil uns Tahir ganz schön Angst gemacht hat
89 Kommentare »
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Kommentar



[...] zur Debatte, erreicht meinen Feedreader die Entscheidung des Chefredakteurs. Ich kann unter den 10 Gründen, wieso ein Magazintitel nicht “Neger” heißen darf, allerdings keinen finden, der mich [...]
Pingback von ” Ist die dummy Chefredaktion eigentlich dumm, rassistisch oder weiss? » ring2* — 18.06.2008, 18:18 #
Na dann, darf man wohl kaum auf einen (irgendwann folgenden) Titel “Bauchlinke Moraltrottel” hoffen. Schade.
Kommentar von der Klassensprecher von 1984 — 18.06.2008, 18:37 #
Na, dann darf man wohl kaum auf einen (irgendwann folgenden) Titel “Bauchlinke Moraltrottel” hoffen. Schade.
Kommentar von der Klassensprecher von 1984 — 18.06.2008, 18:40 #
..’kaffebraun’ ist im uebrigen noch immer durch und durch rassistisch und als ‘Berlin-Mitte’-Mentalitaets-Verfechter kann man am Nordpol wohnen, man entgeht nie der Binnenperspektive, das ist seltsam.
Kommentar von Andreas — 18.06.2008, 18:51 #
…weil das ganze eh nur ein peinlicher Schrei nach Aufmerksamkeit war.
Kommentar von Torsten — 18.06.2008, 19:15 #
Weil letztlich wohl doch nur die BILD unverkrampft mit dem Thema umgehen kann … siehe hier und hier bei mir.
Kommentar von djmq — 18.06.2008, 19:31 #
schön, dass ihr eure leser ernst nehmt und von dem angedachten titel abweicht. allerdings werde ich das gefühl nicht los, euer zurückschwimmen fußt nicht wirklich auf einsicht. schaun mer mal.
und das ist weshalb völlig klar? weil alle rassisten hohe springerstiefel mit weißen laces, bomberjacken und dergleichen tragen mithin also auf 100 meter gegen den wind zu erkennen sind? ich bitte euch! ihr habt das thema nach eigenem bekunden doch durchgearbeitet. und dabei ist euch nie der begriff “alltagsrassismus” und dessen spiegelung in der sprache untergekommen? erstaunlich.
de zusatz ist nicht weniger als eine unverschämtheit. wer gibt euch das recht zu beurteilen, ob sich jemand zu recht verletzt fühlt oder nicht? und was soll das überhaupt heissen? kann man “zu unrecht verletzt” sein?
wer damit kalkuliert, “neger” auf den titel zu schreiben, muss sich diesen vorwurf gefallen lassen. dämlich ist der vorwurf deswegen noch lange nicht. schließlich könnt ihr nicht ganz leugnen, häufig mit provokationen zu arbeiten – was euch meiner meinung nach auch zusteht und für ein kultur-/gesellschaftsmagazin wohl mittlerweile auch zum überlebenskampf gehört. dass man dabei den kopf vor lauter schöner provokation (und falsch verstandener distinktion?) nicht ganz zu machen sollte, versteht sich eigentlich von selbst.
och gottchen, ich hoffe, ihr fühlt euch nicht zu unrecht verletzt.
Kommentar von no_twister — 18.06.2008, 22:11 #
die cite-tags scheinen nicht zu funktionieren. ich zitierte folgendes:
“weil die beabsichtigte Dialektik, dass das Wort auf dem Cover eben nicht nur eine Personengruppe beschreibt, sondern den Diskurs um begriffliche Zuschreibung und Diskriminierung gleich mit, anscheinend von zu wenigen auf Anhieb verstanden wird”
“weil wir uns zu sicher waren, dass DUMMY völlig unverdächtig ist, rassistisch oder rechts zu sein”
“weil es tatsächlich zuviele Menschen gibt, die sich dadurch beleidigt fühlen könnten, ob nun zu Recht oder zu Unrecht”
“weil der Vorwurf, wir wollten nur provozieren ziemlich dämlich ist, man aber auch dämlichen Vorwürfen nur ungern ausgesetzt sein möchte”
“weil wir keine Lust auf weitere Hass-Mails haben”
Kommentar von no_twister — 18.06.2008, 22:13 #
Ich finde ein Heft, daß sich mit Schwarzen, schwarzer Geschichte, Gegenwart und Zukunft, etc. auseinandersetzt und dann “kaffeebraun” heisst viel schlimmer als Neger. Aber das ist meine persönliche, vollkommen unerhebliche Meinung. “Kaffeebraun” klingt so nach Bild-Zeitung, falsch gemeinter Sympathie, unterschwellig-rassistisch (Rassismus muss nicht immer mit dem Baseballschläger daherkommen!). “Neger” wäre *bamm* direkt in die Thematik eingestiegen. “Warum darf/kann/sollte man diese Vokabel vermeiden”. Trotzdem freu ich mich schon drauf un wünsche gutes Gelingen.
Kommentar von Schmierwurst — 19.06.2008, 0:50 #
Achso? Ich hatte den Titel jetzt als Witz gesehen. Als Parodie auf den “braunen-scheißfascho-drecksnazi-Bezirk” Mitte.
Kommentar von Alberto Green — 19.06.2008, 7:39 #
warum hat euch tahir angst gemacht? weil er euch einfach mal gebeten hat eine “provokation” zu lassen?
oje.
Kommentar von Legoland — 19.06.2008, 8:39 #
[...] 10 Gründe, warum das Magazin nicht “Neger” heißen kann (blog.dummy-magazin.de, Oliver Gehrs) Oliver Gehrs hat “keine Lust auf weitere Hass-Mails” und nennt das nächste Dummy doch nicht “Neger”. [...]
Pingback von medienlese.com » Blog Archiv » 6 vor 9 — 19.06.2008, 8:52 #
Das Heft muss “Mzungu” heißen – das ist Kiswahili und heißt “Weißer”, gleichwohl aber auch “Landstreicher” und wird in Ostafrika gerne gerufen, sobald eine andere Rasse auftaucht (ja, auch Asiaten, Latinos etc.).
Zu dem invertierten Titelbild passt es bestens – und solange Weiße beleidigt werden, ist Rassismus ja auch für die Mehrheit erträglich.
Kommentar von Daniel — 19.06.2008, 11:17 #
danke! Weise Entscheidung.
Kommentar von Michael — 19.06.2008, 12:00 #
Ich verstehe ja überhaupt nicht, warum einige Leute so viel Wert darauf legen und geradezu um ihr Recht kämpfen, Neger sagen zu dürfen, und das dann als besonders lässig und unverkrampft bzw. gegenteilige Meinungen als “Gutmenschentum”, “Bauchlinke Moraltrottel” wtf ever darstellen. Warum nicht einfach hier mal lesen und die Bitte der Betroffenen respektieren?
Vielleicht, weil man doch irgendwie zu diesen 14,8% gehört, die “glauben, dass die Deutschen eigentlich von Natur aus anderen Völkern überlegen seien”?
Kommentar von pantoffelpunk — 19.06.2008, 15:42 #
Das Wort “Neger” mal ernsthaft zur Diskussion zu stellen, ist wohl kaum gleichbedeutend damit, “die Betroffenen” (das klingt seltsam) als solche zu bezeichnen.
Btw, @pantoffelpunk – mir ist noch nicht ganz klar, wie der Link zu meinem Kommentar deine Ausführungen belegt. Aber danke für die reflexhafte Überlegenheitskeule, die auf dem Fuße folgt.
Kommentar von djmq — 19.06.2008, 16:09 #
@djmq: Eine ernste Diskussion lanciert man ja wohl nicht mit einem Link zur Bild und zu einem Eintrag, der besagten Bildartikel total lustig findet, oder?
Kommentar von Alberto Green — 19.06.2008, 17:28 #
Nö, keinesfalls, das beanspruche ich auch keine Sekunde lang.
Eine ernste Diskussion kann man aber möglicherweise lancieren, indem man ein Magazin aus dem Thema macht.
Und wenn das Magazin dann irgendwann, jenseits des Titels, auch noch mit Inhalt gefüllt wird, dürfte es wohl erst richtig spannend werden …
Kommentar von djmq — 19.06.2008, 17:32 #
Echt lustig, dass die die sich gegen den Titel ausgesprochen haben die waren, die am heftigsten mit rassistischen “Ihr Weißen versteht das nicht” ressentiments herumgeschmissen haben. Oder auch traurig.
Neee, doch lustig.
Kommentar von Alvano — 19.06.2008, 19:26 #
Ich muss hier nochmal was klarstellen. Allein schon, dass Tahir hier mit diesen “Ihr” und “Wir”-Sprüchen daherkommt ist doch mal sowas von eindeutig rassistisch. Ich bin nicht “Wir” ich definiere mich im Gegensatz zu dir, lieber Tahir, nicht über meine Hautfarbe. Und auch nicht über den Stadtteil in dem ich lebe.
Kommentar von Alvano — 19.06.2008, 19:33 #
Also, irgendwie versteh ichs immer noch nicht warum ein magazin (mich interessierts ein scheissdreck falls wenn ihr euch fuer ueberlegene und vom rassismus unbefleckte gutmenschen halt) das eigentlich ueber black culture sein soll uns schwarze mit seinem titel (und dem inhalt dann auch?) ins gesicht pissen will. sorry fuer den ausdruck aber jetzt reicht es denn dann auch mit der provokation. kaffeebraun? seit wann ist es irgendwie ok/links/kritisch/aufklaererisch etc auf minderheiten rumzutrampeln. provokation warum fuer was? wie vorher gesagt, wir schwarze sind die die ihr provoziert. fuer euch ist das ein spiel, ein intellektueller zeitvertreib, fuer uns nicht, unsre geschichte ist voll von blut, schweiss und schmerzen durch weisse kolonialmaechte (massaker der deutschen an den herero irgendwer?) und wir sind opfer taeglichen rassismus (ja, meine nase ist auch nicht mehr das was sie mal war nachdem ich als 15 jaehriger eine von einem skinhead mit schlagring auf die fresse bekommen habe). bitte sagt uns nicht dass wir sind die spalten oder dass wir nicht das recht haben selber zu entscheiden wenn etwas uns verletzt oder beleidigt. also, ganz einfach, wenn ihr ERNSTHAFT an dem thema black culture und rassismus interessiert seit (ueber die provokation hinaus) dann bitte wendet euch an die bekannten vereine von afrodeutschen die euch gerne mit viel (auch provokativer) literatur, beitraegen, antworten etc. behilflich sein werden. und das ist ernsthaft gemeint. oder wollt ihr nur UEBER UNS oder VON OBEN HERAB schreiben? man kann das mit oder ueber uns machen, es ist eure entscheidung. und die entscheidung wird zeigen ob ihr wirklich avantgarde (oder was immer ihr sein wollt) seid oder nur idioten die sich hinter dem deckmantel der provokation an sich selbst aufgeilen, auf kosten anderer versteht sich.
Kommentar von Ahmed — 19.06.2008, 20:43 #
So, jetzt hole ich mir Popcorn und warte auf die Antwort des Klassensprechers, der so gerne umverkrampft Neger sagen dürfen will.
Kommentar von pantoffelpunk — 19.06.2008, 23:05 #
Das Heft wird niemals “Kafeebraun” heißen. Keine Sorge. Das bezog sich glaube ich eher auf die lahmen Latte Macchiato-Sprüche…
Kommentar von Michael — 20.06.2008, 12:16 #
na klar, sobald eine Minderheit in Deutschland, die nicht-so-ganz-dazugehoert, das wissen wir ja alle, aber koennen diese unsere kulturelle Grundueberzeugung nie so ganz wahrnehmen, das Verhalten der breitbeinigen ‘Diskursbestimmer’ kritisiert, weil diese das Wort ‘Selbstbezeichnung’ nicht zu kennen scheinen bzw. sich allfaellig auf provokante Art darueber lustig machen zu koennen glauben, gibt es ueberall den Aufschrei der mentalen Provinzdeutschen, wie beschnitten doch ihr recht auf freie Meinungsaeusserung sei und wie ungerecht rassifiziert sie sein wuerden, das ist gewisssermassen das alltaegliche Problem der mentalen Mitte-Gesellschaft. Jemals daruebr nachgedacht, dass euer mentales Weiss-Sein euer Problem ist, nicht eure Hautfarbe?
Kommentar von Andreas — 20.06.2008, 18:11 #
Lustig, es gibt anscheinend wirklich Leute, die glauben, die seien jetzt ernsthaft von “Neger” auf “kaffebraun” umgeschwenkt, wo sich doch diese – gerechtfertigte – Spitze ganz offensichtlich auf Helmut Schmidt einerseits und auf die Latte-Macchiato-Diskussion andererseits bezieht. Scheuklappen zu Weisheitslöffeln! Unglaublich.
Kommentar von Thomas — 20.06.2008, 21:41 #
ach und es gibt ernsthaft Leute, die glauben, die Bezeichneten haetten auch diesen rassistischen Spass nicht durchschaut, gebt ihnen die augenzwinkernde Spitze die nicht rassistisch gemeint ist als neuen Stoss mit der dialaktischen Rassismuskeule. Nur einfaeltig, Thomas.
Kommentar von Andreas — 20.06.2008, 21:54 #
Hauptsache, das ganze Heft kommt in einer angenehmeren, lesbareren Typografie daher als das aktuelle Heft über die Schweiz: Arial ist echt gewagt für soviel Text … Da war der Vorgänger “Tiere” deutlich besser gestaltet: das Lesen bereitete keine Anstrengung und so konnten die tollen Geschichte viel intensiver ins Gehirn “fließen”. Und auch eure Fehlerquote ist gestiegen, im aktuellen Heft bin ich mehrmals über Wortdoppelungen gestolpert – was den Lesefluss jedes mal unterbricht. Das muß heutzutage nicht mehr sein, ihr habt doch nen Computer und ne Rechtschreibprüfung. Ansonsten echt tolles Magazin, bin gespannt auf das nächste. Das thematische Spannungsfeld schlägt seine Schatten ja schon voraus.
Kommentar von Jens — 21.06.2008, 10:50 #
Hm, woran erkennt man eigentlich, ob jemand “eigentlich” nur dummdeutschen Überlegenheitsgefühlen huldigen und sich “eigentlich” nur an provokativem Gehabe aufgeilen will, wie es pantoffelpunk und Ahmed hier unterstellen – oder ob er aus ganz anderen Gründen “Neger” sagt und schreibt? Ach, andere Gründe gibt es nicht? (ja welche denn, wird gefragt werden). Na dann ist ja alles klar ;-). Zirkuläre Argumentationsbausteine der Firma “Neusprech” sind Spielzeuge mit hoher Langzeitmotivation, das kennt man ja.
Ehrlich, manchmal finde ich die realexistierenden pseudolinks-politisch korrekten Heuler fast so penetrant wie die vermeintlichen Antipoden von “politically incorrect” (obwohl, bei denen darf man, glaub ich, nicht “Jude” sagen).
Wahrscheinlich ist es irgendwie unreif und undifferenziert und alles andere als geschichts- und ethikbewußt von mir, wenn ich ein gelangweiltes Grinsen als die angemessenste Reaktion auf diese Debatte betrachte und heimlich ein paar Mal “Jehova” vor mich hinmurmel. Was besseres fällt mir dazu halt nicht ein.
(der ganze Kommentar in Kurzversion: ich finde es nicht schlimm, “Neger” zu sagen, und ich bin trotzdem ein guter Mensch. Sowas aber auch).
Kommentar von xconroy — 21.06.2008, 18:05 #
[...] in leicht ansteigender selbstmitleidiger bzw. ironischer Affirmation hier, die taz wie gehabt und mit kuehlem Blick dankenswerterweise vom Schwarzen [...]
Pingback von Rassismus mit der dialektischen Keule: das Dummy Magazin « die dialektische monodromie — 21.06.2008, 19:26 #
..’dummdeutsche Rassisten’ erkennt man u.a. daran, dass sie Schwarze mit ihrer ‘Ironie’ beleidigen, letzteres ihnen irgendwie herzlich egal ist (uebigens hielten sich auch diverse KZ-Aufseher fuer gute Menschen) UND sich zuvor schon als Antisemiten betaetigten, sind das zu schwer einzusehende Kriterien? Offenbar. Glaubt ihr wirklich, ihr waeret NICHT das, woran man eure Taten und Aeusserungen messen koennte, ein Nichts des ‘fuer-sich’, das sich im An-sich vergessen zu koennen meint? Oder simplerweise Heuchler?
Kommentar von Andreas — 21.06.2008, 20:13 #
Mensch Andreas, das ist ja irre! Auch Du bekommst das mit der Provokation erstaunlich super hin. Zumindest hast Du es geschafft, dass ich das unbedingte Verlangen verspüre Dir zu sagen, dass ich es ekehlaft finde, wie Du (und andere) hier versuchsen die DUMMY-Redaktion und seine Leser als Rassisten und Antisemiten abzustempeln.
Ich weiß nicht, ob Du es nicht verstehen willst?! Niemand hier befürwortet es wenn das Thema Rassismus mit Ironie und Provokation einfach weggelacht und die Gefühle von Minderheiten übergangen werden. Das genaue Gegenteil ist der Fall!
Es gibt jedoch Personen, die versuchen die Sensibilisierung diesem Thema gegenüber auf andere Art und Weise zu erreichen als man es im Geschichtsunterricht der 7. Klasse gelernt hat.
Dass die Wahl des Titels “Neger” für eine DUMMY-Ausgabe hierbei ein Fehlgriff war, dem stimme ich zu.
Diese Tatsache jedoch als Ausgangspunkt zu nehmen und das gesamte Konzept des Magazins als rassistisch darzustellen zeugt von einer selten dagewesenen Eindimensionalität und Engstirnigkeit.
Schade, wo Dein Wortschatz doch so groß ist…
Kommentar von Jan B. — 22.06.2008, 10:16 #
Wow, Andreas hat Godwins Gesetz mal wieder bestätigt: »Mit zunehmender Länge einer Online-Diskussion nähert sich die Wahrscheinlichkeit für einen Vergleich mit Hitler oder den Nazis dem Wert Eins an«. Ich lache.
Kommentar von KIZ — 22.06.2008, 12:27 #
Andreas, sollte das ein Versuch sein, meine Frage zu beantworten?
Ich mein ja nur. Weil, ich hab ja was gefragt, und du hast offenbar auf mein Posting reagiert. Jetzt habe ich zwar erfahren, daß ich für dich ein Nazi bin, aber die ursprüngliche Frage, die hast du irgendwie umgangen.
Also wie unterscheidet man jetzt Leute, die Neger sagen und trotzdem echt gute Menschen sind von Leuten, die Neger sagen und Rassisten sind?
Kommentar von xconroy — 22.06.2008, 12:51 #
@Jens und andere: Ich nehme dem ganzen jetzt mal die politische Bedeutung und betrachte es aus einer anderen Sicht. Wenn ich jemanden mit was auch immer anspreche und der Angesprochne mir mitteilt, dass er das als beleidigend empfindet, entschuldige ich mich, erkläre, dass ich es nicht beleidigend gemeint habe (wenn es denn so ist) und achte dann besser auf meine Worte.
Vielleicht bist Du also einfach nur schlecht erzogen, wenn Du nach Ahmeds Ansage auch noch zynisch und weiter beleidigend diskutierst. Eine Antwort kannst Du Dir hinschieben, wo die Sonne nie scheint. Mir ist das zu doof.
Kommentar von pantoffelpunk — 22.06.2008, 14:50 #
Na das kann man ja gleich mal zurückgeben an das rassistische Antirassismuslager, das in seinem Wahn alle, die anderer Meinung sind als es selbst – oder auch einfach nur “weiß” – als Nazis abstempeln.
Kommentar von Thomas — 22.06.2008, 15:04 #
könnt ihr mal aufhören rumzuquaken, bitte?
Kommentar von Michael — 22.06.2008, 16:20 #
Urteil des Amtsgerichts Schwäbisch Hall vom 15. Juni 2000:
Wer einen Schwarzen öffentlich als “Neger” bezeichnet, darf ungestraft “Rassist” genannt werden. So lautet ein Urteil des Amtsgerichts Schwäbisch Hall vom 15. Juni 2000.
Gegen Ende des Urteils äußert die Richterin unter anderem, dass es für sie „schwer vorstellbar“ sei, dass dem Kläger (dem angeblich nicht bewusst gewesen ist, daß es sich dabei um ein Schimpfwort handelt) „der diffamierende Charakter des Ausdrucks „Neger“ nicht bekannt gewesen sein soll.
Das Urteil trägt die Geschäftsnummer 6 C 154/ 00
—
“Neger” ist ganz klar, objektiv gesehen, eine Beleidigung. Das Wort hat rassistische Konnotationen und ist abwertend, das kann nicht geleugnet werden. D.h., das Wort an sich ist IMMER negativ.
Wer “Neger” sagt, ist daher ein Rassist.
Wer dieses Wort benutzt sieht ueber den Selbstbestimmungswunsch und die Gefuehle von Schwarze Menschen hinweg.
Wer ein “guter Mensch” ist, wird selbstreflektiert ueberlegen ob der das Wort gebraucht oder als “harmlos” einstuft.
Er koennte er sich hier unter Fragen/Sprachliches informieren:
http://www.derbraunemob.de/deutsch/index.htm
Wenn es ihm wirklich wichtig ist, anti-rassistisch zu handeln, koennte er sich sogar anschliessend das Buch “Deutschland Schwarz Weiss-Der alltaegliche Rassismus” von Noah Sow lesen: http://www.deutschlandschwarzweiss.de/
Ich stelle mir vor, dass mich jemand im Gespraech mit “Fotze” anspricht, oder generell Frauen als “Fotzen” bezeichnet. Wenn ich ihm daraufhin mitteile, dass ich es bevorzuge “Frau” genannt zu werden, und es auch nicht begruesse, das er andere Frauen “Fotzen” nennt hat er die Wahl:
-Er koennte die aktuelle Ausgabe seines Magazins “Fotzen” nennen und dies damit begruenden, dass es dadrin um “den Diskurs um begriffliche Zuschreibung und Diskriminierung” geht und meine Proteste als uebersensibel und hysterisch abtun. (Aber das wuerde ja keiner machen, das Magazin wuerde dann schon eher “Frauen” heissen)
-Er kann sagen “Ich finde Fotze ist keine Beleidigung. Ich meine es ganz objektiv. Ich finde es nicht so schlimm, Fotze zu sagen.” (Er ist ein Mann. Kann er beurteilen, wie schlimm es fuer MICH ist, wenn “Fotze” in Gebrauch ist?)
-Er kann sich bei mir entschuldigen und mein Recht auf Selbstbestimmung respektieren und mich als “Frau” bezeichnen.
Wenn er ein “guter Mensch” ist, was wuerde er in diesem Fall machen?
Kommentar von moon — 22.06.2008, 16:46 #
@Thomas: Alles zu seiner Zeit, oder? Depp.
Kommentar von pantoffelpunk — 22.06.2008, 18:15 #
Ihr überseht nur, dass hier gar keiner “Neger” zu irgend jemandem gesagt hat. Das ist eben genau der Reflex.
Deine Erziehung ist anscheinend auch nicht die beste, Pantoffelpunk. Oder darf man nur Schwarze nicht beleidigen?
Kommentar von Thomas — 22.06.2008, 18:55 #
Natürlich, nur ein Reflex, wir Moraltrotttel. Wir Gutmenschen, die alte Leier. Jeder, der etwas gegen diese ignorante Beliebigkeit hat, ist ein naiver Vollidiot, stetig floskelnd ohne Bezug zur Realität. Ein Killerargument jagt das nächste. Wie mich solche Diskussionen immer wieder ankotzen. Arroganz, Ignoranz und Unbelehrbarkeit in Kombination sind kaum mehr erträglich. Aber Eure Unverkrampftheit stößt ja auf breiten gesellschaftlichen Konsens, freut Euch doch.
Kommentar von pantoffelpunk — 22.06.2008, 19:49 #
Im Übrigen – sorry, das hatte ich vergessen – ist es ja wohl ein Unterschied, ob ich einen Personengruppe ganz pauschal mit einem historisch negativ besetzten Begriff beleidige (und dann noch so tue, als sei das keine Beleidigung) oder ob ich einen Deppen als Deppen beleidige. Egal ob schwarz, weiß, grün oder lila mit gelben Sternchen.
Kommentar von pantoffelpunk — 22.06.2008, 20:05 #
Da diese Diskussion hier tot ist möchte ich mal eben folgendes anmerken: Die letzte Dummy war, was die Artdirektion angeht, schwach. Super lustiges Gimmick die Texte in Arial zu setzen, nur möchte das keine Sau lesen. Irgendwie am Ziel vorbei geschossen. Und das Cover ist der »Deutschland«-Ausgabe irgendwie ziemlich ähnlich. Wobei das »Deutschland«-Cover besser war.
PS: Das Wetter wird auch scheiße
Kommentar von Graph — 23.06.2008, 1:41 #
Ich gratuliere, liebe dummy-Redaktion!!!
Ich denke, wenn Ihr die wahrscheinlich doch recht tiefen Verletzungen verwunden habt, die der Widerspruch und die Kritik und gar die Rassismus-Vorwürfe hier bei Euch ausgelöst haben, werdet Ihr sehen, dass Ihr einiges vollbracht habt.
Denn Ihr habt eine fruchtbare, mutige, überaus innovative Diskussion angestoßen! Ihr habt Menschen, die unter den Sprachverboten in unserer Gesellschaft entsetzlich leiden, endlich wieder die Gelegenheit gegeben, auszusprechen, wie es sie bedrückt, wenn ihr uneingeschränktes Selbstwertgefühl infrage gestellt wird, wenn ihre Meinung durch eine Gegenmeinung relativiert, wenn ihre Perspektive durch eine andere bedroht wird.
Es ist Euch darüber hinaus gelungen (und das am Rande der Legalität, Hut ab!), diesem wertvollen, lang tradiertem, bedauerlicherweise zumindest in den Medien fast verschwundenem Begriff wieder zu neuer Blüte zu verhelfen.
Ihr habt klar gestellt, dass das Wort nun mal und das argumentativ unschlagbar: es ist . Danke! Jenen, die dadurch beleidigt werden, muss so viel Logik endgültig die Sprache verschlagen.
Und so haben sich zahlreiche blogger Eurer Idee verschrieben, um das so liebgewonnene Wort zu verteidigen: Wer vorher klarstellt, dass er kein Rassist ist, darf. Wer vorher beteuert, er sei ein guter Mensch, darf auch. Jeder darf. Hat denn nicht jeder seinen schwarzen Freund, der ihm beglaubigt, er wisse ja, dass es nicht bös gemeint sei. Auch ein tätowierter Glatzkopf darf, weil er jederzeit nachschieben kann: war ja nicht böse gemeint. Wieso denn der gerade nicht, bitteschön? Mich wundert, dass sich noch niemand von der Neudeutschen Nationalen Front bei Euch erkenntlich gezeigt hat.
Noch mehr aber wundert mich, mit welcher Beherrschung, Disziplin und Mühe Schwarze und Weiße hier Gegenargumente gesammelt haben und dabei nach Möglichkeit vermieden, berechtigte Aggressionen zu zeigen.
Wenig wiederum wundert es, dass Ihr es mit Euren 10 Gründen geschafft habt, selbst über die beherrschtesten, konstruktivsten und warnendsten Einwände selbstherrlich hinweg zu gehen.
Glückwunsch, liebe dummy! –
Selbstzweifel ist nur was für Schwache!
Kommentar von Christiane — 23.06.2008, 14:01 #
———————
@Thomas
“Ihr überseht nur, dass hier gar keiner “Neger” zu irgend jemandem gesagt hat. Das ist eben genau der Reflex.”
Hm, nein, das hat niemand uebersehen. Das hat auch keiner behauptet.
Es ist sowieso voellig Wurscht(!)
Was du leider uebersehen hast, ist das was hier einige versuchen die vielen Blockierer zu erklaeren:
Es ist beleidigend. Punkt. Dies ist ein Fakt.
Egal in welcher Form. Und jetzt hol wieder den “Aber-Ich-bin-doch-kein-Rassist!” Reflex raus.
Oder wolltest du mit obigen Kommentar vielleicht doch irgendwie zugeben dass es beleidigend waere, wenn es einem Schwarzen ins Gesicht gesprochen waere?
Sollte es so sein, dann frage ich dich:
Wieso waere es dann harmloser, es auf tausende Magazin Titelseiten abzudrucken? Wo viele Menschen im vorbeigehen einfach undifferenziert dieses Wort aufschnappen? Wo viele Schwarze Menschen es sehen koennten und durch den Einsatz von diesem Unwort schockiert und beleidigt waeren?
Das Wort an sich, durch seine Definition(!), beleidigt eine ganze “Rasse”, unabhaengig davon wie und wo sie eingesetzt wird und wie es “gemeint” ist.
Egal ob es zu einem Schwarzen, einem Weissen, oder einen Fisch gesagt wird. Egal ob’s im Fernsehen gesagt wird, auf der Klowand gekritzelt wird, oder in der Zeitung steht. Egal ob du denkst das es so ist oder nicht. Egal ob du dich fuer einen Rassisten haelst, oder nicht. Es ist einfach so.
Deswegen darf Dummy nicht “Neger” heissen.
Kommentar von moon — 23.06.2008, 18:11 #
Hey, das nächste Heft ist voll! Und bitte nichts mehr über A r i a l schrieben; das ließt sich hier wie anal
Kommentar von Alberto Green — 24.06.2008, 9:25 #
:-))
Um meinen gekürzten Absatz noch mal zu vervollständigen:
Ihr habt klar gestellt, dass das Wort nun mal “eine Personengruppe beschreibt” und das argumentativ unschlagbar: es ist “eben so”. Danke! Jenen, die dadurch beleidigt werden, muss so viel Logik endgültig die Sprache verschlagen.
Kommentar von Christiane — 24.06.2008, 11:09 #
Falsche Entscheidung! Schade! Hätte mich auf eine “Neger”-Ausgabe gefreut – jetzt doch wieder perwollkuschelweich & massentauglich!
Kommentar von Alain — 25.06.2008, 2:03 #
http://youtube.com/watch?v=8HAGc521SAo&feature=related
George Carlin (RIP) über Euphemismen und Kontext.
Kommentar von Alvano — 25.06.2008, 2:46 #
hallo,
gleich vorweg ich finde den titel neger recht treffend und der rassistische faktor wir ja im inhalt gewissermassen aufgehoben, wie gesagt is es ja auch so das man für weisse genauso “schimpfwörter” hat —
bezeichnungen wie schwarzer …, sind themenmässig einfach nicht treffend und einen wirklich genauso knackigen alles sagenden titel ohne den”rassenanhauch” zu finden gestaltet sich mehr als schwierig
klischeebehaftet ist es meist so das schwarze sehr oft das stark lockig-krausse haar aufweisen
wie wäre es mit einen
Afro-Dummy
ansonsten fallen mir momentan auch nur titel wie schwarz auf weiss (da das thema immer weiss mit beinhaltet) dazu ein, was ich aber ehrlich nicht so trefent wie neger finde, ob schimpfwort hin oder her
Kommentar von Jana — 02.07.2008, 12:09 #
Die angeführten 10 Gründe sind enttäuschend, da ein Gefühl der Einsicht nicht vermittelt wird. Ein Satz, dass man einen Fehler gemacht habe, wäre ausreichend und sachgerecht gewesen.
Kommentar von Christian — 03.07.2008, 20:39 #
Welchen Fehler hat man denn gemacht? Das ist mir noch immer nicht klar.
Kommentar von Alvano — 05.07.2008, 11:53 #
Oliver, very good. Congratulations.
Saúde e paz! Peace!
Kommentar von baratas — 10.07.2008, 16:25 #
mein Gott, Jana, Alain et al., dumpfer geht es wirklich kaum noch.
Kommentar von Andreas — 12.07.2008, 21:33 #
In der SZ online durch diesen Streit überhaupt erst von Eurem Magazin erfahren. Hochinteressant! Ich würde mir allerdings nicht verbieten lassen, eine Ausgabe wieauchimmer zu nennen. Lasst Euch Eure geistige Unabhängigkeit und Eure Orginalität im Denken bloß nicht von irgendwelchen Spießern und pseudomoralischen Dummbeuteln kaputtmachen!
Wie auch immer. Ich werde mit das Heft auf jeden Fall kaufen und freue mich auf dringend nötige freigeistige Debattenbeiträge!
Kommentar von Jens — 14.07.2008, 14:05 #
… ach ja, und noch was:
fragt mal die “Elitisten des moralischen Rigorismus”, ob sie schon mal vom Konzept der Négritude von Senghor und Césaire gehört haben. Wenn nicht: nachsitzen statt Maul aufreißen!
Kommentar von Jens — 14.07.2008, 14:11 #
Mal ganz ab von moralischen oder gesellschaftspolitischen Bewertungen: Was bitte schön ist daran originell, ein Heft “Neger” zu nennen, Jens, alter Freigeist?
Oh, der Tabubruch, hör ich ihn rufen! Super. Welch Tabubruch es doch ist, in das Horn der nationalen Einfaltspinsel zu stoßen.
Kommentar von pantoffelpunk — 14.07.2008, 15:06 #
[...] eine Erheiterung Filed under: Uncategorized — andreask9 @ 2:10 pm Heute endlich hatte Oliver Gehrs Gelegenheit, seine Kumpels bei der SZ, die ja selbst, wie unten gesehen, vor [...]
Pingback von Dummy-Magazin im Revancheakt: eine Erheiterung « die dialektische monodromie — 14.07.2008, 15:08 #
…pantoffelpunk:
wer “Tabubruch” mit “Freigeist” verwechselt, weiß weder was das eine, noch was das andere ist. O-oh – da muss einer noch viel lesen und lernen. Macht aber Spaß. Auf geht’s!
Kommentar von Jens — 14.07.2008, 17:20 #
Is´ richtig, Jens, is´ richtig.
Du obliegst dem Irrglauben, dass, wer Deinen verbalen Ausdünstungen nicht mag, sie nicht versteht. Vielleicht einfach ein bisschen zu viel gelesen und zu selten draußen gewesen? Egal, interessiert mich auch nicht wirklich.
Kommentar von pantoffelpunk — 14.07.2008, 17:28 #
Negritude= Neger, aha, Jens, duemmer geht es wirklich kaum.
Kommentar von Andreas — 14.07.2008, 17:47 #
Ihr Feiglinge. Unterwerft euch der aggressiven Gutmenschinnen-Diktatur. Wo ist der Widerstand geblieben? Leute werden geächtet, ausgegrenzt, bedroht, nur weil sie etwas mit dem Mund aussprechen oder schreiben. Das ist totalitär. Und es ist unmenschlich, Dinge nicht so benennen zu dürfen, wie man sie nennen möchte. Wenn meine Freundin zu mir kommt, sagt sie “Ich will ficken” und nicht “Ich möchte kopulieren” oder (ganz kryptisch) “Wollen wir nicht GV haben?”. Sie sagt es klar, eindeutig und direkt. So, wie sich “Menschen mutmaßlicher afrikanischer Abstammung mit überdurchschnittlicher Pigmentierung” untereinander auch “Nigger” nennen. Den Menschen Worte zu verbieten, heißt, auch ihr Denken bestimmen zu wollen.
Ich will in einer Welt leben, in der die Menschen an ihren Taten gemessen werden und nicht an ihren Gedanken oder Worten.
Schlimm eigentlich, dass das fast revolutionär klingt.
Kommentar von Icke — 14.07.2008, 18:11 #
Nochmal, Leute: denkt ein wenig nach, reflektiert, bevor Ihr schreibt. Es soll hier nach Ausage der Redaktion doch darum gehen, heutige, historische, kutur- und geisteswissenschaftliche Zusammenhänge zu beleuchten. Dazu wird, unterstelle ich mal, rassistisches Gedankengut (à la “Nigger”) ebenso gehören, wie etwa “Négritude”-Konzepte zu erläutern. Das wird unter diesem – natürlich sehr spitzen und für manche polemischen – Schlag (Un-)wort des Titels zusammengefasst und zugespitzt. Über diesen Stil zu diskutieren, wäre interessant. Mit stumpfsinnigen Invektiven (Andreas) kommt man hier wirklich nicht weiter.
Kommentar von Jens — 14.07.2008, 18:14 #
… noch eine kleine Anregung: 1945 erschien in den US ein Roman mit dem Titel “Black Boy” des Schriftstellers Richard Wright. Eine klare Provokation dieses anerkanntermaßen rassistischen, reaktionären, weißen Autors aus Berlin-Mitte, dem es nur darum ging, mit seinem Titel den Vorurteilen rechtsextremer Ku-Klux-Clan-Anhängern in die Hände zu spielen. Gelt?
Kommentar von Jens — 14.07.2008, 18:54 #
noch mal Jens, etwas weniger wirr: was, ausser der etymologischen Wurzel, haben die Begriffe ‘Neger’ und ‘Negritude’ auf semantischer Ebene gemein? Welchen Diskurs soll ein Begriff ‘Neger’ liefern, der auch nur im entferntesten dem der literarischen Bewegung ‘Negritude’ aehnelt, den Verweis auf seine eigene Regressivitaet und deren Aufloesung im Gegenteil? Wieviel guten Willen muss der Leser hier aufbringen, wieviel davon ist dem ‘dummy’-Magazin entgegenbringbar?
‘Black Boy’- was ist hier dein Argument, Jens, nur wirr. Koennt ihr eigentlich lesen, der vierte google-Link zu eurem offenbaren Lieblingswort ist schon unmissverstaendlich:
http://www.bpb.de/themen/JSTLBP,0,Don%B4t_You_Call_Me_Neger.html
Kommentar von Andreas — 14.07.2008, 21:22 #
Mit dem Kommentar von Daniel bin ich NICHT einverstanden. Das Wort “Mzungu” kommt vom Verb “Kuzunguka” uebersetzt einkreisen oder einringen. Die Europaer kammen und kreisten uns ein besser gesagt kolonalisiert. Sie waren Weisse! Daher kommt es zu stande, das die Weisse bzw hellhautige als “Mzungu” angesehen werden aber Mzungu ist nicht gleich Weiss. Bevor du los polterst, wie ich deine Sprache gelernt habe.
Das Heft muss “Mzungu” heißen – das ist Kiswahili und heißt “Weißer”, gleichwohl aber auch “Landstreicher” und wird in Ostafrika gerne gerufen, sobald eine andere Rasse auftaucht (ja, auch Asiaten, Latinos etc.).
Kommentar von Mombasageburtiger — 15.07.2008, 2:34 #
Daniel, Bevor du los polterst, bischen mehr daueber lesen/forschen wie auch immer wie ich deine Sprache gelernt habe. (noch zu meinem Kommentar
Kommentar von Mombasageburtiger — 15.07.2008, 2:36 #
Andreas:
auf semantischer Ebene haben die Begriffe “Neger” ud “Négritude” gemeinsam, dass sie dem Afrikaner-Sein etwas ganz Spezifisches, ethnologisch Gegebenes zuschreiben. Im Negativen einerseits, im Positiven andereseits.
Und zu “Black Boy”: der Ausdruck “Boy” konnotiert die prinzipielle Inferiorität (“zum Dienen geboren”) des Schwarzen. Ein Begriff, den Wright ganz bewusst einsetzt, um ihn im Roman radikal anzuklagen. Also auch hier: der Titel als bewußte Provokation, um Positionen aufzubrechen und anzugreifen. Ich will damit sagen: diese Strategie hat ihre Tradition und Legitimation, und muss dem Blatt nicht automatisch als pures PR-Geplärr unterstellt werden.
Kommentar von Jens — 15.07.2008, 11:08 #
…und noch etwas Persönliches dazu: bitte aufhören, andere, sachlich motivierte Beiträge als “wirr” o.ä. zu disquaifizieren, nur, weil man deren Gedankengang nicht folgen will oder kann. Ich benutze solche Taktiken zwar auch – finde sie aber nur im Zusammenhang mit sichtbar unqualifizierten Beiträgen angebracht.
Kommentar von Jens — 15.07.2008, 11:14 #
Falls ickes Kommentar hier noch erscheint: Du, Kleiner, nicht alles, was hinkt ist ein Vergleich.
Kommentar von pantoffelpunk — 16.07.2008, 8:15 #
Jens, aus deinen Argumenten wird noch immer nichts wirklich kohaerentes: es macht einen Unterschied, ob eine Gruppe von afrikanischen Literaten in der Bezeichnung ‘Negritude’ in bewusster Eigenbenennung und Reklamation herabwuerdigender Begriffe die eurozentristische Sicht auf Afrika uebrwinden will, oder ob eine weisse Mehrheit in Europa das Wort ‘Neger’ verwendet, um eben genau letzteres, ihre eurozentristische Sicht, durchzusetzen.
Nur letzteres ist in diesem Falle gegeben und das Wort ‘Neger’ trug in Deutschland niemals eine andere Konnotation. Negritude ist eine REAKTION auf das Wort ‘nègre’ und hat tatsaechlich etwas mit Dialektik zu tun. Aehnliches trifft auch auf die Verwendung des Wortes ‘Nigger’ durch schwarze Amerikaner zu: das Wort verweist auf die eigene taegliche Erfahrung von Diskriminierung und auf die Heuchelei der Mehrheitsgesellschaft. Waere Oliver Gehrs schwarz, oder waere seine Redaktion zumindest mehrheitlich schwarz, haette ich mit alldem kein Problem, aber sie sind es nicht, sie wissen ganz offenbar nicht einmal, was schwarz zu sein eigentlich bedeutet.
Kommentar von Andreas — 16.07.2008, 15:27 #
Noch einmal: gegen ‘anti-racist racism’ im Sinne der Negritude ist zunaechst nicht das geringste einzuwenden, eignen sich aber Weisse innerhalb einer weissen Diskurshegemonnie diese Begriffe (scheinbar) an, ist ausser Heuchelei nicht mehr allzu viel davon zu erwarten, zumal auch Negritude unter erheblichem Druck weissen herabwuerdigenden Diskurses entstand, wie liest man doch in en.wikipedia:
“Keorapetse Kgositsile argued that the term [negritude] was based too much on celebrating blackness by means of a white aesthetic, and was unable to define a new kind of black perception that would free black people and black art from white conceptualizations altogether.”
Kommentar von Andreas — 16.07.2008, 15:42 #
Andreas:
Was Du über den Zusammenhang bzw. den Unterschied der Begriffe und deren Beziehungen schreibst, ist absolut richtig und damit ebenso kohärent wie meine Argumentation. Daher unterscheidet sie sich auch nur in der Schlussfolgerung. Du meinst, aus diesen Gründen habe ein Schwarzer das Recht, sich auf den Begriff “Neger” zu beziehen, ein weißer Europäer dagegen nicht – richtig?
Ich dagegen meine, dass jeder jeden anderen als was auch immer bezeichnen darf, wenn die dahinter stehenden Absichten akzeptabel sind. Alles andere halte ich für obskurantistisch – und es manifestiert letztlich nur die dahinter stehende Diskriminierung. Eine “Schonhaltung” gegenüber einer Bevölkerungsgruppe dokumentiert nichts anderes als deren Ausgegrenztheit. Das kann man ganz leicht ausprobieren, indem man eine Publikation “Weißer” nennt und abwartet, ob es in Europa daraufhin zu Anfechtungen und Protesten der gemeinten Bevölkerung kommt. Oder: vergleiche mal die Reaktionen auf “Türkenwitze” mit jener auf “Österreicherwitze”.
Und übrigens: Deine Beobachtung zum Gebrauch des Ausdrucks “Nigger” durch schwarze Amerikaner ist falsch: vielmehr steckt dahinter der Stolz und die Affirmation ihrer eigenen Kultur und Werte (nur zu Deiner Sicherheit, fallst Du, solltest Du Deine Argumentation mal gegenüber einem Hip Hopper gebrauchen, nicht die Schnauze poliert bekommen wollen).
Kommentar von Jens — 16.07.2008, 15:59 #
Zunaechst: der Begriff ‘Neger’ hat in Deutschland niemals eine Konnotation eines ‘anti-racist racism’ gehabt und tatsaehlich: ich bin der Meinung, weisse Deutsche koennen diese Konnotation heute nicht einfuehren, schon gar nicht allein durch einen Magazin-TITEL. Abstrakt waere diese Moeglichkeit sicherlich fast wuenschenswert, allein: angesichts der Situation in Deutschland und Gehrs bisheriger publizistischer Aktivitaet, siehe mein blog, ist es absurd zu glauben, dass sie in diesem Falle gegeben ist und, wie angedeutet, allein das Titelwort erzeugt diese Konnotation auf dem Hintergrund der historischen Bedeutung des Wortes ‘Neger’ in Deutschland auch nicht, selbst wenn man das dummy-Magazin kennt.
Im uebrigen ist die Negritude-Bewegung aus heutiger Sicht auch durchaus als ‘essentialistisch’ zu kritisieren, wenn auch mit positiver Konnotation, das Wort ‘Neger’ ist aber nicht nur essentialistisch, es wird auch, wie gerade gesagt, kein ‘positiver Essentialismus’ daraus.
Deine Bemerkung zum ‘Weissen’-Titel oben ist wieder unverstaendlich, das Wort ‘Weisse’ hat niemals eine herabwuerdigende Konnotation gehabt, wie sollte sie also ein Magazin-Titel erzeugen. Und: die Opfer-Perspektive ist nirgends so stark ausgepraegt wie bei deutschen Hegemonien, siehe die weinerlichen Reaktionen auf den Berlin-Mitte-Typus.
Also: seht nur zu, wie ihr euch im Sumpf der eigenen Regressivitaet verstrickt, liebe Latte-Macchiato-Europiden.
PS: Stolz auf die eigene Kultur verhindert nicht den gleichzeitigen Verweis auf Diskriminierung und Heuchelei.
Kommentar von Andreas — 16.07.2008, 16:17 #
Obskurantistisch ist im uebrigen der Verweis auf nebuloese ‘dahinter stehende Absichten’. Kommunikation entsteht nur in diskursiver Interaktion, wenn ich einen schwarzen Deutschen, und zeige mir bitte jemanden der das Gegenteil behauptet, heute nicht durch einen Magazin-Titel ‘Neger’ von meinen ‘akzeptablen Absichten’ ueberzeugen kann, dann muss ich entweder meine Kommunikationsstrategie radikal ueberdenken (und mich ENTSCHULDIGEN), ode ich bin in Wirklichkeit ein Rassist, so einfach ist das.
Kommentar von Andreas — 16.07.2008, 16:30 #
“Obskurantistisch ist im uebrigen der Verweis auf nebuloese ‘dahinter stehende Absichten’.” Das ist falsch. Ich implizierte ja hier die Zugrundelegung eigener, individueller Wertvorstellungen – in dem fall meine – , die zu kommunizieren hier gar nichts zur Sache tut.
“Stolz auf die eigene Kultur verhindert nicht den gleichzeitigen Verweis auf Diskriminierung und Heuchelei.” Doch, genau das tut er.
“Kommunikation entsteht nur in diskursiver Interaktion”. Nein, falsch gedacht und komplett
praxis- und erfahrungsfern.
Schade, ich war schon so weit, zu denken, dass man mit Dir was anfangen kann.
Kommentar von Jens — 16.07.2008, 16:46 #
wirr, Jens
Kommentar von Andreas — 16.07.2008, 16:52 #
Danke, Andreas. Genau das wollte ich beweisen.
Kommentar von Jens — 16.07.2008, 16:55 #
Beweise gibt es nur in der Mathematik, Jens, also noch immer: wirr.
Kommentar von Andreas — 16.07.2008, 21:03 #
Nein, Andreas. Leider schon wieder falsch. Du bist wirklich ein Problemfall. Lese, bilde Dich, denke nach – und Dein Niveau wird sich verbessern, da bin ich sicher. Viel Spaß dabei und auf Wiedersehen.
Kommentar von Jens — 17.07.2008, 9:16 #
Jens, zu traurig, versuche es doch mal mit A. Grothendiecks ‘Elements de Geometrie Algebrique’, du wirst niemals ueber die erste Seite hinauskommen, dazu fehlt dir mindestens eine Standardabweichung vom Median-IQ, so wie jedem Nicht-Mathematiker, der glaubt zu wissen, was ‘falsch’ udn was ‘wahr’ sei. Halbreflektierter Rassismus ist zum Beispiel falsch, soviel allein ist meine normative Wahrheit, du Ei.
Kommentar von Andreas — 18.07.2008, 1:16 #
‘..fallst Du, solltest Du Deine Argumentation mal gegenüber einem Hip Hopper gebrauchen, nicht die Schnauze poliert bekommen wollen..’
ein koestlich essentialistisches Stereotyp im uebrigen: (schwarze) HipHopper polieren jdem, der nicht ihrer Meinung ist, sofort die Fresse, schoen wie die ‘eigentlichen, zugrundegelegten Wertvorstellungen’ im diskursiven Unbewussten ihre haessliche Fratze zeigen, so dass nichts von ersteren uebrig bleibt, vielen Dank fuer diese Demonstration.
Kommentar von Andreas — 18.07.2008, 1:26 #
Im uebrigen: Jens und Konsorten entlarven sich durch ihre gesamte Argumentation als rechte Ethno-Pluralisten, fuer sie ist eine verbal manifestierte ‘Rueckbesinnung’ auf essentialistische Eigenschaften von denen sie offenbar glauben, dass bestimmte ‘Rassen’ sie haetten, das Heil der Selbstbefreiung einer unterdrueckten Minoritaet oder Kultur. all das ist der bekannte Rassismus 2.0 und ich werde mich hier nicht weiterhin mit Nazis ueber ihren regressiven, letztlich menschenverachtenden und fuer jedes Kind entzifferbaren Rassisten-Unsinn, der sie mit jedem Satz entlarvt, unterhalten.
Kommentar von Andreas — 18.07.2008, 1:50 #
..auch das entlarvt unseren Diskussionspartner:
http://de.wordpress.com/tag/jens-von-wichtingen/
Kommentar von Andreas — 18.07.2008, 2:27 #
Danke, Andreas, für Deine klugen, reflektierten (und nebenbei überaus elegant und kultiviert formulierten) Anmerkungen. Eigentlich hatte ich mich ja schon verabschiedet. Dein letzter Beitrag geht nun aber entschieden zu weit. Du erweckst hier im Forum den Eindruck, ich sei mit einem ominösen, in Südafrika tätigen Nazi namens Jens von Wichtigen identisch. Bitte stelle das hier Forum unverzüglich richtig. Andernfalls werde ich Dich über Deine der Redaktion vorliegenden Daten identifizieren lassen und juristisch gegen Dich vorgehen müssen.
Kommentar von Jens — 18.07.2008, 9:56 #
.. und zum Thema Essentialismus: Andreas, Du weißt offensichtlich nur sehr oberflächlich darüber bescheid, worum es sich bei diesem philosophischen Konzept – auch in seiner geistesgeschichtlichen Wandlung -handelt. Bitte informiere Dich hierzu genauer und korrigiere anschließend Deine diesbezüglichen Äußerungen im Forum. Danke.
Kommentar von Jens — 18.07.2008, 10:46 #
nun, diese Konzepte sind nicht so tief, Jens und was Jens von Wichtingen angeht: ICH habe nicht behauptet, dass er ein ‘Nazi’ sei und die behauptete Personenidentitaet ist lediglich eine Vermutung, vielleicht ist sie ja falsch, dann entschuldige ich mich.
Kommentar von Andreas — 18.07.2008, 17:41 #
Boah, du hast ja fett einen an der Waffel, Andreas.
Dein Adolf
PS: Chrrrr
Kommentar von Adolf — 18.07.2008, 22:15 #
Hab die Diskussion bis zu einem bestimmten Punkt gelesen und mir vorgenommen zu loben und meine Freude auszudrücken. Dann begann jedoch der Disput zwischen Jens und Andreas. Ich suchte nach weiteren interessanten Perspektiven auf den DUMMY-Titel-Vorschlag, doch da waren nur Jens und Andreas.
Schade, dass sie diese eigentlich sehr schöne Sammlung an Argumenten mit ihren persönlichen Eitelkeiten belasten.
Zu der Titel-Frage kann ich nicht mehr sagen als was mein erster, ganz unreflektierte Eindruck war, als ich mir vorstellte wie so eine Ausgabe im Bahnhofskiosk wohl aussähe. Ich dachte: Lustig, das is annehmbar.
Bin ich jetz ein “schlechter Mensch”?
Ickes Kommentar fand ich amüsant. Nur leider ist so ein Magazin keine Freundin die kopulieren will.
Kommentar von Beudel — 05.08.2008, 21:14 #
[...] Bedenken bei der Titelwahl. Was natürlich an der Schweiz liegen kann – oder an der mangelnden User-Beteiligung. Hätten die nur mal vorher nachgefragt und abgewogen: Fallen wir auf und brechen ein Tabu, oder [...]
Pingback von Dummy: Gutes Cover, gute Gründe » medienlese.com — 25.09.2008, 11:22 #