- weil die beabsichtigte Dialektik, dass das Wort auf dem Cover eben nicht nur eine Personengruppe beschreibt, sondern den Diskurs um begriffliche Zuschreibung und Diskriminierung gleich mit, anscheinend von zu wenigen auf Anhieb verstanden wird
- weil wir uns zu sicher waren, dass DUMMY völlig unverdächtig ist, rassistisch oder rechts zu sein
- weil es wohl doch nur Helmut Schmidt nicht übel genommen wird, das Wort in den Mund zu nehmen
- weil ein Cover nicht zuviele Unklarheiten bieten darf
- weil unter den Kommentaren Lösungsvorschläge waren, die der Sache gerechter werden
- weil es tatsächlich zuviele Menschen gibt, die sich dadurch beleidigt fühlen könnten, ob nun zu Recht oder zu Unrecht
- weil der Vorwurf, wir wollten nur provozieren ziemlich dämlich ist, man aber auch dämlichen Vorwürfen nur ungern ausgesetzt sein möchte
- weil es schon erstaunlich ist, wieviel Energie manche Kommentatoren aufbringen, wenn es um ihren Hass auf Berlin-Mitte (wir wohnen da gar nicht) und auf Latte Macchiato (trinken wir gar nicht) geht, andererseits aber Toleranz und Sensibilität einfordern
- weil wir keine Lust auf weitere Hass-Mails haben
- weil uns Tahir ganz schön Angst gemacht hat


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Na dann, darf man wohl kaum auf einen (irgendwann folgenden) Titel “Bauchlinke Moraltrottel” hoffen. Schade.
Na, dann darf man wohl kaum auf einen (irgendwann folgenden) Titel “Bauchlinke Moraltrottel” hoffen. Schade.
..’kaffebraun’ ist im uebrigen noch immer durch und durch rassistisch und als ‘Berlin-Mitte’-Mentalitaets-Verfechter kann man am Nordpol wohnen, man entgeht nie der Binnenperspektive, das ist seltsam.
…weil das ganze eh nur ein peinlicher Schrei nach Aufmerksamkeit war.
Weil letztlich wohl doch nur die BILD unverkrampft mit dem Thema umgehen kann … siehe hier und hier bei mir.
schön, dass ihr eure leser ernst nehmt und von dem angedachten titel abweicht. allerdings werde ich das gefühl nicht los, euer zurückschwimmen fußt nicht wirklich auf einsicht. schaun mer mal.
und das ist weshalb völlig klar? weil alle rassisten hohe springerstiefel mit weißen laces, bomberjacken und dergleichen tragen mithin also auf 100 meter gegen den wind zu erkennen sind? ich bitte euch! ihr habt das thema nach eigenem bekunden doch durchgearbeitet. und dabei ist euch nie der begriff “alltagsrassismus” und dessen spiegelung in der sprache untergekommen? erstaunlich.
de zusatz ist nicht weniger als eine unverschämtheit. wer gibt euch das recht zu beurteilen, ob sich jemand zu recht verletzt fühlt oder nicht? und was soll das überhaupt heissen? kann man “zu unrecht verletzt” sein?
wer damit kalkuliert, “neger” auf den titel zu schreiben, muss sich diesen vorwurf gefallen lassen. dämlich ist der vorwurf deswegen noch lange nicht. schließlich könnt ihr nicht ganz leugnen, häufig mit provokationen zu arbeiten – was euch meiner meinung nach auch zusteht und für ein kultur-/gesellschaftsmagazin wohl mittlerweile auch zum überlebenskampf gehört. dass man dabei den kopf vor lauter schöner provokation (und falsch verstandener distinktion?) nicht ganz zu machen sollte, versteht sich eigentlich von selbst.
och gottchen, ich hoffe, ihr fühlt euch nicht zu unrecht verletzt.
die cite-tags scheinen nicht zu funktionieren. ich zitierte folgendes:
“weil die beabsichtigte Dialektik, dass das Wort auf dem Cover eben nicht nur eine Personengruppe beschreibt, sondern den Diskurs um begriffliche Zuschreibung und Diskriminierung gleich mit, anscheinend von zu wenigen auf Anhieb verstanden wird”
“weil wir uns zu sicher waren, dass DUMMY völlig unverdächtig ist, rassistisch oder rechts zu sein”
“weil es tatsächlich zuviele Menschen gibt, die sich dadurch beleidigt fühlen könnten, ob nun zu Recht oder zu Unrecht”
“weil der Vorwurf, wir wollten nur provozieren ziemlich dämlich ist, man aber auch dämlichen Vorwürfen nur ungern ausgesetzt sein möchte”
“weil wir keine Lust auf weitere Hass-Mails haben”
Ich finde ein Heft, daß sich mit Schwarzen, schwarzer Geschichte, Gegenwart und Zukunft, etc. auseinandersetzt und dann “kaffeebraun” heisst viel schlimmer als Neger. Aber das ist meine persönliche, vollkommen unerhebliche Meinung. “Kaffeebraun” klingt so nach Bild-Zeitung, falsch gemeinter Sympathie, unterschwellig-rassistisch (Rassismus muss nicht immer mit dem Baseballschläger daherkommen!). “Neger” wäre *bamm* direkt in die Thematik eingestiegen. “Warum darf/kann/sollte man diese Vokabel vermeiden”. Trotzdem freu ich mich schon drauf un wünsche gutes Gelingen.
Achso? Ich hatte den Titel jetzt als Witz gesehen. Als Parodie auf den “braunen-scheißfascho-drecksnazi-Bezirk” Mitte.
warum hat euch tahir angst gemacht? weil er euch einfach mal gebeten hat eine “provokation” zu lassen?
oje.
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Das Heft muss “Mzungu” heißen – das ist Kiswahili und heißt “Weißer”, gleichwohl aber auch “Landstreicher” und wird in Ostafrika gerne gerufen, sobald eine andere Rasse auftaucht (ja, auch Asiaten, Latinos etc.).
Zu dem invertierten Titelbild passt es bestens – und solange Weiße beleidigt werden, ist Rassismus ja auch für die Mehrheit erträglich.
danke! Weise Entscheidung.
Ich verstehe ja überhaupt nicht, warum einige Leute so viel Wert darauf legen und geradezu um ihr Recht kämpfen, Neger sagen zu dürfen, und das dann als besonders lässig und unverkrampft bzw. gegenteilige Meinungen als “Gutmenschentum”, “Bauchlinke Moraltrottel” wtf ever darstellen. Warum nicht einfach hier mal lesen und die Bitte der Betroffenen respektieren?
Vielleicht, weil man doch irgendwie zu diesen 14,8% gehört, die “glauben, dass die Deutschen eigentlich von Natur aus anderen Völkern überlegen seien”?
Das Wort “Neger” mal ernsthaft zur Diskussion zu stellen, ist wohl kaum gleichbedeutend damit, “die Betroffenen” (das klingt seltsam) als solche zu bezeichnen.
Btw, @pantoffelpunk – mir ist noch nicht ganz klar, wie der Link zu meinem Kommentar deine Ausführungen belegt. Aber danke für die reflexhafte Überlegenheitskeule, die auf dem Fuße folgt.
@djmq: Eine ernste Diskussion lanciert man ja wohl nicht mit einem Link zur Bild und zu einem Eintrag, der besagten Bildartikel total lustig findet, oder?
Nö, keinesfalls, das beanspruche ich auch keine Sekunde lang.
Eine ernste Diskussion kann man aber möglicherweise lancieren, indem man ein Magazin aus dem Thema macht.
Und wenn das Magazin dann irgendwann, jenseits des Titels, auch noch mit Inhalt gefüllt wird, dürfte es wohl erst richtig spannend werden …
Echt lustig, dass die die sich gegen den Titel ausgesprochen haben die waren, die am heftigsten mit rassistischen “Ihr Weißen versteht das nicht” ressentiments herumgeschmissen haben. Oder auch traurig.
Neee, doch lustig.
Ich muss hier nochmal was klarstellen. Allein schon, dass Tahir hier mit diesen “Ihr” und “Wir”-Sprüchen daherkommt ist doch mal sowas von eindeutig rassistisch. Ich bin nicht “Wir” ich definiere mich im Gegensatz zu dir, lieber Tahir, nicht über meine Hautfarbe. Und auch nicht über den Stadtteil in dem ich lebe.
Also, irgendwie versteh ichs immer noch nicht warum ein magazin (mich interessierts ein scheissdreck falls wenn ihr euch fuer ueberlegene und vom rassismus unbefleckte gutmenschen halt) das eigentlich ueber black culture sein soll uns schwarze mit seinem titel (und dem inhalt dann auch?) ins gesicht pissen will. sorry fuer den ausdruck aber jetzt reicht es denn dann auch mit der provokation. kaffeebraun? seit wann ist es irgendwie ok/links/kritisch/aufklaererisch etc auf minderheiten rumzutrampeln. provokation warum fuer was? wie vorher gesagt, wir schwarze sind die die ihr provoziert. fuer euch ist das ein spiel, ein intellektueller zeitvertreib, fuer uns nicht, unsre geschichte ist voll von blut, schweiss und schmerzen durch weisse kolonialmaechte (massaker der deutschen an den herero irgendwer?) und wir sind opfer taeglichen rassismus (ja, meine nase ist auch nicht mehr das was sie mal war nachdem ich als 15 jaehriger eine von einem skinhead mit schlagring auf die fresse bekommen habe). bitte sagt uns nicht dass wir sind die spalten oder dass wir nicht das recht haben selber zu entscheiden wenn etwas uns verletzt oder beleidigt. also, ganz einfach, wenn ihr ERNSTHAFT an dem thema black culture und rassismus interessiert seit (ueber die provokation hinaus) dann bitte wendet euch an die bekannten vereine von afrodeutschen die euch gerne mit viel (auch provokativer) literatur, beitraegen, antworten etc. behilflich sein werden. und das ist ernsthaft gemeint. oder wollt ihr nur UEBER UNS oder VON OBEN HERAB schreiben? man kann das mit oder ueber uns machen, es ist eure entscheidung. und die entscheidung wird zeigen ob ihr wirklich avantgarde (oder was immer ihr sein wollt) seid oder nur idioten die sich hinter dem deckmantel der provokation an sich selbst aufgeilen, auf kosten anderer versteht sich.
So, jetzt hole ich mir Popcorn und warte auf die Antwort des Klassensprechers, der so gerne umverkrampft Neger sagen dürfen will.
Das Heft wird niemals “Kafeebraun” heißen. Keine Sorge. Das bezog sich glaube ich eher auf die lahmen Latte Macchiato-Sprüche…
na klar, sobald eine Minderheit in Deutschland, die nicht-so-ganz-dazugehoert, das wissen wir ja alle, aber koennen diese unsere kulturelle Grundueberzeugung nie so ganz wahrnehmen, das Verhalten der breitbeinigen ‘Diskursbestimmer’ kritisiert, weil diese das Wort ‘Selbstbezeichnung’ nicht zu kennen scheinen bzw. sich allfaellig auf provokante Art darueber lustig machen zu koennen glauben, gibt es ueberall den Aufschrei der mentalen Provinzdeutschen, wie beschnitten doch ihr recht auf freie Meinungsaeusserung sei und wie ungerecht rassifiziert sie sein wuerden, das ist gewisssermassen das alltaegliche Problem der mentalen Mitte-Gesellschaft. Jemals daruebr nachgedacht, dass euer mentales Weiss-Sein euer Problem ist, nicht eure Hautfarbe?
Lustig, es gibt anscheinend wirklich Leute, die glauben, die seien jetzt ernsthaft von “Neger” auf “kaffebraun” umgeschwenkt, wo sich doch diese – gerechtfertigte – Spitze ganz offensichtlich auf Helmut Schmidt einerseits und auf die Latte-Macchiato-Diskussion andererseits bezieht. Scheuklappen zu Weisheitslöffeln! Unglaublich.
ach und es gibt ernsthaft Leute, die glauben, die Bezeichneten haetten auch diesen rassistischen Spass nicht durchschaut, gebt ihnen die augenzwinkernde Spitze die nicht rassistisch gemeint ist als neuen Stoss mit der dialaktischen Rassismuskeule. Nur einfaeltig, Thomas.
Hauptsache, das ganze Heft kommt in einer angenehmeren, lesbareren Typografie daher als das aktuelle Heft über die Schweiz: Arial ist echt gewagt für soviel Text … Da war der Vorgänger “Tiere” deutlich besser gestaltet: das Lesen bereitete keine Anstrengung und so konnten die tollen Geschichte viel intensiver ins Gehirn “fließen”. Und auch eure Fehlerquote ist gestiegen, im aktuellen Heft bin ich mehrmals über Wortdoppelungen gestolpert – was den Lesefluss jedes mal unterbricht. Das muß heutzutage nicht mehr sein, ihr habt doch nen Computer und ne Rechtschreibprüfung. Ansonsten echt tolles Magazin, bin gespannt auf das nächste. Das thematische Spannungsfeld schlägt seine Schatten ja schon voraus.
Hm, woran erkennt man eigentlich, ob jemand “eigentlich” nur dummdeutschen Überlegenheitsgefühlen huldigen und sich “eigentlich” nur an provokativem Gehabe aufgeilen will, wie es pantoffelpunk und Ahmed hier unterstellen – oder ob er aus ganz anderen Gründen “Neger” sagt und schreibt? Ach, andere Gründe gibt es nicht? (ja welche denn, wird gefragt werden). Na dann ist ja alles klar ;-). Zirkuläre Argumentationsbausteine der Firma “Neusprech” sind Spielzeuge mit hoher Langzeitmotivation, das kennt man ja.
Ehrlich, manchmal finde ich die realexistierenden pseudolinks-politisch korrekten Heuler fast so penetrant wie die vermeintlichen Antipoden von “politically incorrect” (obwohl, bei denen darf man, glaub ich, nicht “Jude” sagen).
Wahrscheinlich ist es irgendwie unreif und undifferenziert und alles andere als geschichts- und ethikbewußt von mir, wenn ich ein gelangweiltes Grinsen als die angemessenste Reaktion auf diese Debatte betrachte und heimlich ein paar Mal “Jehova” vor mich hinmurmel. Was besseres fällt mir dazu halt nicht ein.
(der ganze Kommentar in Kurzversion: ich finde es nicht schlimm, “Neger” zu sagen, und ich bin trotzdem ein guter Mensch. Sowas aber auch).
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..’dummdeutsche Rassisten’ erkennt man u.a. daran, dass sie Schwarze mit ihrer ‘Ironie’ beleidigen, letzteres ihnen irgendwie herzlich egal ist (uebigens hielten sich auch diverse KZ-Aufseher fuer gute Menschen) UND sich zuvor schon als Antisemiten betaetigten, sind das zu schwer einzusehende Kriterien? Offenbar. Glaubt ihr wirklich, ihr waeret NICHT das, woran man eure Taten und Aeusserungen messen koennte, ein Nichts des ‘fuer-sich’, das sich im An-sich vergessen zu koennen meint? Oder simplerweise Heuchler?
Mensch Andreas, das ist ja irre! Auch Du bekommst das mit der Provokation erstaunlich super hin. Zumindest hast Du es geschafft, dass ich das unbedingte Verlangen verspüre Dir zu sagen, dass ich es ekehlaft finde, wie Du (und andere) hier versuchsen die DUMMY-Redaktion und seine Leser als Rassisten und Antisemiten abzustempeln.
Ich weiß nicht, ob Du es nicht verstehen willst?! Niemand hier befürwortet es wenn das Thema Rassismus mit Ironie und Provokation einfach weggelacht und die Gefühle von Minderheiten übergangen werden. Das genaue Gegenteil ist der Fall!
Es gibt jedoch Personen, die versuchen die Sensibilisierung diesem Thema gegenüber auf andere Art und Weise zu erreichen als man es im Geschichtsunterricht der 7. Klasse gelernt hat.
Dass die Wahl des Titels “Neger” für eine DUMMY-Ausgabe hierbei ein Fehlgriff war, dem stimme ich zu.
Diese Tatsache jedoch als Ausgangspunkt zu nehmen und das gesamte Konzept des Magazins als rassistisch darzustellen zeugt von einer selten dagewesenen Eindimensionalität und Engstirnigkeit.
Schade, wo Dein Wortschatz doch so groß ist…
Wow, Andreas hat Godwins Gesetz mal wieder bestätigt: »Mit zunehmender Länge einer Online-Diskussion nähert sich die Wahrscheinlichkeit für einen Vergleich mit Hitler oder den Nazis dem Wert Eins an«. Ich lache.
Andreas, sollte das ein Versuch sein, meine Frage zu beantworten?
Ich mein ja nur. Weil, ich hab ja was gefragt, und du hast offenbar auf mein Posting reagiert. Jetzt habe ich zwar erfahren, daß ich für dich ein Nazi bin, aber die ursprüngliche Frage, die hast du irgendwie umgangen.
Also wie unterscheidet man jetzt Leute, die Neger sagen und trotzdem echt gute Menschen sind von Leuten, die Neger sagen und Rassisten sind?
@Jens und andere: Ich nehme dem ganzen jetzt mal die politische Bedeutung und betrachte es aus einer anderen Sicht. Wenn ich jemanden mit was auch immer anspreche und der Angesprochne mir mitteilt, dass er das als beleidigend empfindet, entschuldige ich mich, erkläre, dass ich es nicht beleidigend gemeint habe (wenn es denn so ist) und achte dann besser auf meine Worte.
Vielleicht bist Du also einfach nur schlecht erzogen, wenn Du nach Ahmeds Ansage auch noch zynisch und weiter beleidigend diskutierst. Eine Antwort kannst Du Dir hinschieben, wo die Sonne nie scheint. Mir ist das zu doof.
Na das kann man ja gleich mal zurückgeben an das rassistische Antirassismuslager, das in seinem Wahn alle, die anderer Meinung sind als es selbst – oder auch einfach nur “weiß” – als Nazis abstempeln.
könnt ihr mal aufhören rumzuquaken, bitte?
Urteil des Amtsgerichts Schwäbisch Hall vom 15. Juni 2000:
Wer einen Schwarzen öffentlich als “Neger” bezeichnet, darf ungestraft “Rassist” genannt werden. So lautet ein Urteil des Amtsgerichts Schwäbisch Hall vom 15. Juni 2000.
Gegen Ende des Urteils äußert die Richterin unter anderem, dass es für sie „schwer vorstellbar“ sei, dass dem Kläger (dem angeblich nicht bewusst gewesen ist, daß es sich dabei um ein Schimpfwort handelt) „der diffamierende Charakter des Ausdrucks „Neger“ nicht bekannt gewesen sein soll.
Das Urteil trägt die Geschäftsnummer 6 C 154/ 00
—
“Neger” ist ganz klar, objektiv gesehen, eine Beleidigung. Das Wort hat rassistische Konnotationen und ist abwertend, das kann nicht geleugnet werden. D.h., das Wort an sich ist IMMER negativ.
Wer “Neger” sagt, ist daher ein Rassist.
Wer dieses Wort benutzt sieht ueber den Selbstbestimmungswunsch und die Gefuehle von Schwarze Menschen hinweg.
Wer ein “guter Mensch” ist, wird selbstreflektiert ueberlegen ob der das Wort gebraucht oder als “harmlos” einstuft.
Er koennte er sich hier unter Fragen/Sprachliches informieren:
http://www.derbraunemob.de/deutsch/index.htm
Wenn es ihm wirklich wichtig ist, anti-rassistisch zu handeln, koennte er sich sogar anschliessend das Buch “Deutschland Schwarz Weiss-Der alltaegliche Rassismus” von Noah Sow lesen: http://www.deutschlandschwarzweiss.de/
Ich stelle mir vor, dass mich jemand im Gespraech mit “Fotze” anspricht, oder generell Frauen als “Fotzen” bezeichnet. Wenn ich ihm daraufhin mitteile, dass ich es bevorzuge “Frau” genannt zu werden, und es auch nicht begruesse, das er andere Frauen “Fotzen” nennt hat er die Wahl:
-Er koennte die aktuelle Ausgabe seines Magazins “Fotzen” nennen und dies damit begruenden, dass es dadrin um “den Diskurs um begriffliche Zuschreibung und Diskriminierung” geht und meine Proteste als uebersensibel und hysterisch abtun. (Aber das wuerde ja keiner machen, das Magazin wuerde dann schon eher “Frauen” heissen)
-Er kann sagen “Ich finde Fotze ist keine Beleidigung. Ich meine es ganz objektiv. Ich finde es nicht so schlimm, Fotze zu sagen.” (Er ist ein Mann. Kann er beurteilen, wie schlimm es fuer MICH ist, wenn “Fotze” in Gebrauch ist?)
-Er kann sich bei mir entschuldigen und mein Recht auf Selbstbestimmung respektieren und mich als “Frau” bezeichnen.
Wenn er ein “guter Mensch” ist, was wuerde er in diesem Fall machen?
@Thomas: Alles zu seiner Zeit, oder? Depp.
Ihr überseht nur, dass hier gar keiner “Neger” zu irgend jemandem gesagt hat. Das ist eben genau der Reflex.
Deine Erziehung ist anscheinend auch nicht die beste, Pantoffelpunk. Oder darf man nur Schwarze nicht beleidigen?
Natürlich, nur ein Reflex, wir Moraltrotttel. Wir Gutmenschen, die alte Leier. Jeder, der etwas gegen diese ignorante Beliebigkeit hat, ist ein naiver Vollidiot, stetig floskelnd ohne Bezug zur Realität. Ein Killerargument jagt das nächste. Wie mich solche Diskussionen immer wieder ankotzen. Arroganz, Ignoranz und Unbelehrbarkeit in Kombination sind kaum mehr erträglich. Aber Eure Unverkrampftheit stößt ja auf breiten gesellschaftlichen Konsens, freut Euch doch.
Im Übrigen – sorry, das hatte ich vergessen – ist es ja wohl ein Unterschied, ob ich einen Personengruppe ganz pauschal mit einem historisch negativ besetzten Begriff beleidige (und dann noch so tue, als sei das keine Beleidigung) oder ob ich einen Deppen als Deppen beleidige. Egal ob schwarz, weiß, grün oder lila mit gelben Sternchen.
Da diese Diskussion hier tot ist möchte ich mal eben folgendes anmerken: Die letzte Dummy war, was die Artdirektion angeht, schwach. Super lustiges Gimmick die Texte in Arial zu setzen, nur möchte das keine Sau lesen. Irgendwie am Ziel vorbei geschossen. Und das Cover ist der »Deutschland«-Ausgabe irgendwie ziemlich ähnlich. Wobei das »Deutschland«-Cover besser war.
PS: Das Wetter wird auch scheiße
Ich gratuliere, liebe dummy-Redaktion!!!
Ich denke, wenn Ihr die wahrscheinlich doch recht tiefen Verletzungen verwunden habt, die der Widerspruch und die Kritik und gar die Rassismus-Vorwürfe hier bei Euch ausgelöst haben, werdet Ihr sehen, dass Ihr einiges vollbracht habt.
Denn Ihr habt eine fruchtbare, mutige, überaus innovative Diskussion angestoßen! Ihr habt Menschen, die unter den Sprachverboten in unserer Gesellschaft entsetzlich leiden, endlich wieder die Gelegenheit gegeben, auszusprechen, wie es sie bedrückt, wenn ihr uneingeschränktes Selbstwertgefühl infrage gestellt wird, wenn ihre Meinung durch eine Gegenmeinung relativiert, wenn ihre Perspektive durch eine andere bedroht wird.
Es ist Euch darüber hinaus gelungen (und das am Rande der Legalität, Hut ab!), diesem wertvollen, lang tradiertem, bedauerlicherweise zumindest in den Medien fast verschwundenem Begriff wieder zu neuer Blüte zu verhelfen.
Ihr habt klar gestellt, dass das Wort nun mal und das argumentativ unschlagbar: es ist . Danke! Jenen, die dadurch beleidigt werden, muss so viel Logik endgültig die Sprache verschlagen.
Und so haben sich zahlreiche blogger Eurer Idee verschrieben, um das so liebgewonnene Wort zu verteidigen: Wer vorher klarstellt, dass er kein Rassist ist, darf. Wer vorher beteuert, er sei ein guter Mensch, darf auch. Jeder darf. Hat denn nicht jeder seinen schwarzen Freund, der ihm beglaubigt, er wisse ja, dass es nicht bös gemeint sei. Auch ein tätowierter Glatzkopf darf, weil er jederzeit nachschieben kann: war ja nicht böse gemeint. Wieso denn der gerade nicht, bitteschön? Mich wundert, dass sich noch niemand von der Neudeutschen Nationalen Front bei Euch erkenntlich gezeigt hat.
Noch mehr aber wundert mich, mit welcher Beherrschung, Disziplin und Mühe Schwarze und Weiße hier Gegenargumente gesammelt haben und dabei nach Möglichkeit vermieden, berechtigte Aggressionen zu zeigen.
Wenig wiederum wundert es, dass Ihr es mit Euren 10 Gründen geschafft habt, selbst über die beherrschtesten, konstruktivsten und warnendsten Einwände selbstherrlich hinweg zu gehen.
Glückwunsch, liebe dummy! –
Selbstzweifel ist nur was für Schwache!
———————
@Thomas
“Ihr überseht nur, dass hier gar keiner “Neger” zu irgend jemandem gesagt hat. Das ist eben genau der Reflex.”
Hm, nein, das hat niemand uebersehen. Das hat auch keiner behauptet.
Es ist sowieso voellig Wurscht(!)
Was du leider uebersehen hast, ist das was hier einige versuchen die vielen Blockierer zu erklaeren:
Es ist beleidigend. Punkt. Dies ist ein Fakt.
Egal in welcher Form. Und jetzt hol wieder den “Aber-Ich-bin-doch-kein-Rassist!” Reflex raus.
Oder wolltest du mit obigen Kommentar vielleicht doch irgendwie zugeben dass es beleidigend waere, wenn es einem Schwarzen ins Gesicht gesprochen waere?
Sollte es so sein, dann frage ich dich:
Wieso waere es dann harmloser, es auf tausende Magazin Titelseiten abzudrucken? Wo viele Menschen im vorbeigehen einfach undifferenziert dieses Wort aufschnappen? Wo viele Schwarze Menschen es sehen koennten und durch den Einsatz von diesem Unwort schockiert und beleidigt waeren?
Das Wort an sich, durch seine Definition(!), beleidigt eine ganze “Rasse”, unabhaengig davon wie und wo sie eingesetzt wird und wie es “gemeint” ist.
Egal ob es zu einem Schwarzen, einem Weissen, oder einen Fisch gesagt wird. Egal ob’s im Fernsehen gesagt wird, auf der Klowand gekritzelt wird, oder in der Zeitung steht. Egal ob du denkst das es so ist oder nicht. Egal ob du dich fuer einen Rassisten haelst, oder nicht. Es ist einfach so.
Deswegen darf Dummy nicht “Neger” heissen.
Hey, das nächste Heft ist voll! Und bitte nichts mehr über A r i a l schrieben; das ließt sich hier wie anal
:-))
Um meinen gekürzten Absatz noch mal zu vervollständigen:
Ihr habt klar gestellt, dass das Wort nun mal “eine Personengruppe beschreibt” und das argumentativ unschlagbar: es ist “eben so”. Danke! Jenen, die dadurch beleidigt werden, muss so viel Logik endgültig die Sprache verschlagen.
Falsche Entscheidung! Schade! Hätte mich auf eine “Neger”-Ausgabe gefreut – jetzt doch wieder perwollkuschelweich & massentauglich!
http://youtube.com/watch?v=8HAGc521SAo&feature=related
George Carlin (RIP) über Euphemismen und Kontext.
hallo,
gleich vorweg ich finde den titel neger recht treffend und der rassistische faktor wir ja im inhalt gewissermassen aufgehoben, wie gesagt is es ja auch so das man für weisse genauso “schimpfwörter” hat —
bezeichnungen wie schwarzer …, sind themenmässig einfach nicht treffend und einen wirklich genauso knackigen alles sagenden titel ohne den”rassenanhauch” zu finden gestaltet sich mehr als schwierig
klischeebehaftet ist es meist so das schwarze sehr oft das stark lockig-krausse haar aufweisen
wie wäre es mit einen
Afro-Dummy
ansonsten fallen mir momentan auch nur titel wie schwarz auf weiss (da das thema immer weiss mit beinhaltet) dazu ein, was ich aber ehrlich nicht so trefent wie neger finde, ob schimpfwort hin oder her
Die angeführten 10 Gründe sind enttäuschend, da ein Gefühl der Einsicht nicht vermittelt wird. Ein Satz, dass man einen Fehler gemacht habe, wäre ausreichend und sachgerecht gewesen.