Kein Schmarrn: Lob der Einseitigkeit

Das ist ja eine Bombe: Die Süddeutsche Zeitung, die sonst wenig gute Haare an DUMMY lässt, ja vielmehr schon die erste Ausgabe vor sechs Jahren beherzt in die Tonne trat („Das Heft hat kaum Emotionen, wenig Begeisterung, null Wut, keinen Stolz, kaum Haltung.“
Hajo Schumacher, SZ v. 25.10.2003) und im DUMMY Schwarze nur eine öde Provokation zu erblicken vermochte („Was Dummy dafür umso eindringlicher belegt: Dass die Vergötzung der Provokation per se zu einer Orientierungslosigkeit führen kann, die Mittel und Ziel nicht mehr unterscheidet.“ SZ v. 13.10.08) – ja, diese Süddeutsche Zeitung ringt sich in ihrer heutigen Ausgabe zu einem veritablen Lob durch. „Einseitig, aber schön einseitig“ ist der Artikel auf der Medienseite überschrieben. Dass das DUMMY Atom schon vor der Bundestagswahl fertig war, wird staunend vermerkt – wo doch die Anti-AKW-Bewegung erst jetzt, nach der beschlossenen Laufzeitverlängerung, an Fahrt gewinne. Dass bereits vor der Wahl große Anti-Atom-Treks durch Deutschland zogen, die Medien permanent über die skandalösen Umstände im Endlager Asse berichteten und am 5. September 50.000 Menschen vor dem Brandenburger Tor gegen längere Laufzeiten demonstrierten – an das alles wollen wir jetzt mal nicht erinnern, sondern uns in aller Stille über das Kollegenlob freuen. Kein Schmarrn.

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Eine Antwort auf Kein Schmarrn: Lob der Einseitigkeit

  1. Habe Eure Ausgabe auch mal rezensiert:

    Anspruchsvolle Einseitigkeit: Dummy – Atom
    http://www.pottkinder.de/blog/?p=87&preview=true

    Ein Hinweis zu “Barfuß durch Hiroshima”: Der erste Band ist schon 1982 (und nicht erst 2005) in Deutschland veröffentlicht worden.