Wie wahnsinnig muss man eigentlich bei Gruner+Jahr werden, diesem eh schon latent panischen Haus, das ständig neue Hybridzeitschriften auf den Markt schmeißt (Business/Punk; Männer/Küche), wenn man sieht, wie ein kleiner Verlag aus Münster mit einem kreuzbraven Programm wie es jede „Brigitte“-Praktikanten-Generation hinbekäme, das große Geschäft macht. Erst geht der Sozialismus baden, dann der Kapitalismus und jetzt stimmt anscheinend nicht mal mehr das Wort von Karl Marx, dass “die Bourgeoisie das Land der Herrschaft der Stadt unterworfen und einen bedeutenden Teil der Bevölkerung dem Idiotismus des Landlebens entrissen”.
Im Jahr 2010 stimmt das genaue Gegenteil: Der Idiotismus des Landlebens ist die publizistische Idee der Stunde und macht auch vor der Stadt nicht halt, wo es sich die Menschen nicht nehmen lassen, ihre Townhouses durch Butzenscheiben und Mistelzweige an der Tür gemütlicher zu machen. Die Auflage von „Landlust“ hat innerhalb kürzester Zeit die Größe einer mittleren Großstadt erreicht – über 600.000 Exemplare. Es gibt sogar schon einen Stoß Derivate – Hefte, die alle genauso aussehen und fast genauso heißen – und ebenfalls alle mit mehr oder weniger lilafarbenem Heidekraut auf dem Titel Käufer finden.
Dieser Erfolg verheißt nichts Gutes. Eine ungeheure Sehnsucht nach dem einfachen Leben bricht sich da Bahn, wogegen ja nichts zu sagen wäre, wenn diese nicht mit ungeheuer einfachen Rezepten gestillt würde und sich diese Art von Leser alle zwei Monate auf das kognitive Niveau eines Kaktusses begibt. In der aktuellen Ausgabe gibt die Chefredakteurin Frieling-Huchzermeyer wieder mal die Richtung vor und rät uns, „mal wieder zu einem leibhaftigen Stück Papier zu greifen“.
Das leibhaftige Papier ist in diesem Fall bedruckt mit dem Neuesten zur Zaubernuss und dem Ältesten zur Pomeranze und einem Tipp, wie man aus halben Kokosnussschalen leckere Meisenknödel formt. Gut ist alles, was alt ist: Bommelmützen, Brustwickel, knarrende Holzdielen und Steckrüben-Auflauf. Nach der Lektüre kann man sich vorstellen, dass Frau Frieling-Huchzermeyer in ihrem Keller heimlich ganze Jahrgänge des guten alten „Allgemeinen Teutschen Gartenmagazins“ auswertet und oberirdisch dem Recycling zuführt. Vielleicht hat sie aber auch nur jene “Southpark”-Folge gesehen, in der zwei Programme im Fernsehen laufen: Ein mega-investigatives, das niemand schaut, und eins, das lediglich aus spielenden Welpen besteht und die besten Einschaltquoten hat. Später stellt sich heraus, dass die größten Fans des Welpenprogramms Studenten sind, die sich mit Kodein-Hustensaft weggeschossen haben und bedröhnt vor dem Fernseher liegen. Man wüsste zu gern, auf was die Landlust-Leser sind. Stechapfel? Engelstrompete?

Wie gemein! Es gibt halt Sehnsüchte in diesem Land, die wollen genährt werden. Und die Münsteraner machen das doch ganz gut. Die haben meinen Respekt. Und ausserdem: Das Land rockt!
Gruß direkt vom Herrenhaus Hemmelmark bei Eckernförde/Schleswig-Holstein
Engelstrompete. Damit bekommt man den Schmodder ganz gut runter.
Jetzt will ich in “Landlust” auch mal reinschauen. War das Absicht, also: Reklame?
Eine “Brigitte-Praktikantin” würde so ein Blatt eben nicht hinbekommen, weil sie in Hamburg sitzt und nicht “auf dem Land” wie über die Hälfte der Bevölkerung und 2/3 der “Kaufkraft”.
Vielleicht mal ein paar Hintergründe: das Heft wird von einer Gruppe von Verbänden heraus gegeben, die keine Gewinnerzielungsabsicht haben.
Gegen einen solchen “Gegner” kann Gruner+Jahr nicht gewinnen.
Jetzt wo die renditegetriebenen Medienkonglomerate aus dem Zeitschriftenmarkt immer mehr aussteigen, wachsen wieder mittelständische Verlage heran, die sich einzelner Themen und Lesergruppen wirklich annehmen.
Und das ist gut so.
Hmm…mir fehlt da etwas der Zusammenhang. Soweit ich sehen konnte, hat G+J gar keinen “Land”-Titel im Angebot. Der nächste Konkurrent von “Landlust” ist wohl “Liebes Land” mit knapp 70000 Verkäufen/Monat (4.Quartal 09). Die wird aber von Hannes Scholten Verlag GmbH & Co. KG aus Stuttgart verlegt. Wenn man nun normale Wohn- und Gartenzeitschriften wie “Schöner Wohnen” oder “Flora” dazunimmt, hat G+J zwar ein paar in dem Segment, aber die gab es schon vor “Landlust”.
Warum also das G+J-Bashing? Auch Axel Springer hat keinen “Land”-Titel im Angebot. Und bei Burda sieht es auch mau aus. Finde ich etwas einseitig… Natürlich ärgern sich andere Verlage, daß ihnen das nicht eingefallen ist. Aber das ist bei jedem neue und erfolgreichen Titel so. Wir erinnern uns an “Dogs”, das sich überraschend gut verkauft. Jetzt wollen alle ein Lifestyle-Hundemagazin. Me-Too-Produkte sind normal. Gab es vor ein paar Jahren z.B. nur die Dot-It von Osram, bekommt man solche Produkte nun auch auf dem Grabbeltisch.
Was ist also dabei, wenn nun ein erfolgreicher Titel von anderen kopiert wird? Wenn es zuviele werden und die Qualität nachläßt, gehen die meisten davon wieder ein. Und wenn die Sehnsucht nach dem Land nachläßt, haben es auch die Top-Seller schwer.
Die naiven Landromantiker gab es aber schon vor solchen Zeitschriften. Ich hatte das Glück, auf dem Land aufzuwachsen und dann über Klein- und Mittel- in der Großstadt zu kommen. Da kennt man alle Pros und Contras und macht sich keine Illusionen. Auf dem Land fehlen Arbeit und Infrastruktur, in der Großstadt Freiheit und Natur. Da muß man Kompromisse machen oder Verzicht üben. Das ist das Gleiche wie bei den Reisemagazinen, wo man auch nicht von Not, Elend und Gewalt liest, sondern von den schönen Seiten. Wenn man nur genug Scheuklappen aufsetzt und die Hotelanlage nicht verläßt, hat man auch nur die Reiseprospektwelt vor Augen. Und sich zu fragen, was die Leser denn nun daran finden…das hab ich schon lange aufgegeben. Solange BILD 3Mio Exemplare täglich verkauft ist das eine müssige Aufgabe. Ich setze den IQ von BILD-Käufern (und Lesern) deutlich unter den von Stammsukkulenten an, was kein gutes Bild der Bevölkerung hinterläßt. Dann doch lieber “Landlust” oder eines der Derivate…
Gurky
Man merkt, dass die Autoren dieses Magazin augenscheinlich etwas gegen Menschen haben, die nicht in einer “angesagten” Großstadt wohnen. Oh ja die Landlust ist schon ein schlimmes niveauloses Magazin…es ist schade, wenn man kleinen Verlagen augenscheinlich ihren Erfolg nicht gönnt. Was meint man den Neid zwischen den Zeilen wispern zu hören!
War klar, so ein billiges Geätze kann nur von einem Berliner kommen, der wahrscheinlich bei Kohlenheizung in seiner Bude hockt und sich dachte, heute schreibe ich mal etwas wildes. Schade, dass der Horizont mancher an der Stadtzteilgrenze aufzuhören scheint.
Na ein Glück dass die ganzen intelligenten Stadtkinder ihr Obst und Gemüse vom Supermarkt haben. Müssten sie es selber anbauen und ernten, würden sie sich schnell wundern wie die dumme Landbevölkerung mit dem Niveau eines Kaktus es schafft Gemüse im Garten zu ziehen so dass aus Kartoffeln auch Kartoffeln werden und nicht nur gammeliges Kraut oder warum die Apfelbäume richtig Äpfel tragen, die Rosen schön aussehen und ihre Blätter nicht verdorren und von mysteriösen Krankheiten befallen werden etc. Die Autoren solcher Texte möchte ich gerne beim Anlegen eines Gemüsebeetes beobachten und bei der Aussaat. Und natürlich hinterher einen Artikel in einem blog über die Dummeheit der überzeugten Großstädter schreiben, die zwar einen Ipod Nano kennen aber wenn es ernst wird noch nicht einmal sich selbst etwas Gemüse anbauen können. Früher waren es die alten Leute, die diese Weisheiten weitergegeben haben. Viele alte Leute können das heute nicht mehr. Jetzt hat ein Magazin Omas und Opas Stellenwert bei der Weitergabe von auf den ersten Blick simplem Wissen ersetzt. Und selbst wenn das Wissen aus alten deutschen Fachzeitschriften kommt, was nicht ganz ausgeschlossen ist, haben sich diese Erkenntnisse immerhin über hunderte von Jahren erhalten, was man von Ihrem Technik Schnickschnack, angesagten Kneipen und was sonst noch das Großstadtleben so auszeichnet, nicht sagen kann.
Wie süss, offenbar habe ich mit meinem Kohleofen-Kommentar dermassen ins Schwarze getroffen, dass er flugs gelöscht wurde. Berliner eben, austeilen bis der Wald knallt aber selber nichts wegstecken können.
Jawohl, ich bin froh, in einer Großstadt heimisch zu sein, und ich würde nie wieder auf dem Land leben wollen. Trotzdem halte ich es für reichlich anmaßend, von einem “Idiotismus des Landlebens” zu sprechen, zumal der Autor alles andere als vorurteilsfrei an die Sache herangeht.
Warum dieses plumpe Pamphlet auch noch im “Bildblog” verlinkt ist, kann ich mir nicht erklären. Etwa als Beispiel dafür, wie man es nicht machen soll?
@Max Mustermann: Mein Kommentar wurde ebenfalls gelöscht; Du bist nicht alleine ;-)
Is’ ja schon richtig, dass dieses Magazin nicht die Krone des Journalismus sondern der Inbegriff des “Gemütlichen” (für die einen ‘Ih, Bäh’ – für die anderen super) ist.
Aber mal abgesehen von “Fisch & Fang” o.ä. – was soll ich denn bitte noch lesen?
Spiegel, Stern, Focus, Cicero…? Dann doch bitte diese Wiederauflage des Bauernkalenders. Solche Publikationen waren früher nicht umsonst sehr erfolgreich.
Und dem Fernsehen und Radio würde es auch nicht schaden, wenn demnächst wieder die aktuellen Marktpreise für Kohl und Kartoffeln die allgegenwärtigen Börsenkurse verdrängen.
“Idiotismus des Landlebens” – das bringt es auf den Punkt. Ich hatte mal das „Vergnügen“ das Landleben zu genießen. Das waren im Nachhinein die schlimmsten sechs Jahre meines Lebens. Unfreundliche Leute, miserable Lebensmittelläden, eine ärztliche Versorgung jenseits von gut und böse sowie permanente Dunkelheit, weil die Nachbarn ihre Jalousien runterließen, rundeten den „Spaß“ ab. Das ganze übrigens 20 Kilometer von Hamburg entfernt – nicht in der Pampa.
Aber wer so blöd ist, dort zu leben, der kauft halt auch so was wie „Landlust“. Die andere Zeitschrift, die dort viel gekauft wird ist so was wie die Fernsehzeitschrift mit allen Sateliten- und Pay-TV-Programmen. Das sagt einiges aus.
Was in vielen der hier abgegebenen Kommentare wohl nicht ganz wahrgenommen wurde, ist: Der Autor des Artikels greift nicht das Landleben an sich an, sondern diese Zeitschrift. Und ich muss, obwohl ich das Landleben sehr genossen habe und hoffentlich auch bald wieder genießen werden, wirklich sagen – Landlust ist echt so wie beschrieben. Wir bekommen es manchmal gratis beim Bioladen, und es ist immer wieder ein Heidenspaß, wie schön da alles in den schönsten Farben gemalt wird, das Landleben idealisiert wird, kritiklos, alles ist toll, das Glück der MEnschheit liegt im alten Bauernhof.
Dabei kommt man sich echt etwas verarscht vor.
Also, Leute, fühlt euch doch nicht so schnell angegriffen?
Viele Grüße
“…Unfreundliche Leute, miserable Lebensmittelläden, eine ärztliche Versorgung jenseits von gut und böse sowie permanente Dunkelheit, weil die Nachbarn ihre Jalousien runterließen,…” Klingt eher nach Berlin…
Ich lese diese Landzeitschrift nicht. Aber dass die Heftmacher soviele Leser erreichen, spricht nicht per se gegen sie. Und eher gegen die These, dass das jede Praktikantin hinbekäme.
Der Blogbetreiber sollte sich aber vielleicht mal Gedanken über sein eigenes Werk machen. Ist das nun grandioser Journalismus, wenn einer nicht mehr macht als gerade mal eben ein paar flotte polemische Zeilen hinzuwerfen?
Ich kann nicht verstehen, wie man mit solchen flachen Beiträgen, frei von jeglicher Recherche und Originalität, erfolgreich sein will.
Städter aufm Land
1. Land = 20 km entfernt von einer der größten Städte in Deutschland. Wahrscheinlich gibt es da Bäume, daher die Verwechslung
2. Unfreundliche Leute! Ja diese Wilden auf dem Land! Nur weil ich sie gefragt habe, ob es in ihrem Dreckskaff auch einen Aldi gibt wo man Tiefkühlessen bekommt! Wenn ich meinen Salat selber schälen will, brauche ich keine Wohnung mehr. Dann tut es auch eine Höhle und ein Fellumhang. Duschen tun sie sich auch nicht oft und eine Rasur von den Ohren abwärts scheint ihnen ein Fremdwort zu sein. Jetzt muss ich zum Power-Waxing nach Hamburg fahren, verdammte Sch****e!!!
3. Die Ärzte! Was für Versager! Jetzt kam ich dahin mit todbringender Grippe und was sagen die: Salbeitee, Spitzwegerichtee, Kartoffelumschlag, Salzwasserspülung! Ich glaube es hackt! Ins Bett legen soll ich mich! Und die nächste Apotheke ist 10 km weg! Außerdem gibt es keine Heilpraktiker!
4. Und als ich da war, da war es dunkel! Die ganze Zeit! Sie machen sogar zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens die Straßenlaternen aus diese Barbaren. Wie in der Steinzeit, ich sage es euch. Da trifft man auch keinen mehr für einen Schnack auf der Straße, weil es keine Stehkneipe gibt!
Die Nachbarn diese *zensiert* lassen die Jalousien runter und jetzt ist es bei mir immer Nacht! Und ich kann nichts dagegen tun! Schließlich sprechen die meine Sprache nicht…
So stelle ich mir das Leben der Städter aufm Land vor. Nörgel nörgel nörgel
@ Kartoffel:
Ich erwarte halt dort, wo ich wohne so etwas wie Zivilisation. Das heißt:
Keinen Aldi, sondern einen Gemüseladen, der auch so etwas „exotisches“ wie Biozitronen im Regal hat. Und keinen Supermarkt, dessen Waren in der Gemüseabteilung aussehen wie das, was ich vorher in die Biotonne geschmissen habe … Apropos: Ich finde es ziemlich eklig, dass die sogenannte Biotonne nur alle zwei Wochen geleert wird. Besonders im Sommer.
Und ich möchte, wenn ich die Sirenen eines Krankenwagens höre, davon ausgehen, dass das Fahrzeug noch rechtzeitig eintrifft um einem Menschen zu helfen. Nicht, dass der zu spät kommt, um das Verkehrsunfallopfer (in sechs Jahren hatten wir etwa 80 Verkehrstote im Umkreis von 10 Kilometern) Richtung Pathologie zu fahren.
Und ich mag es einfach zu wissen,d ass in meiner näheren Umgebung auch andere Menschen leben und nicht vereisamt bei verschlossenen Jalousien tot vor dem Fernseher sitzen. Desweiteren habe ich es auch gern, auswärts zu essen, und dabei nicht auf ein Ausflugslokal angewiesen zu sein, dessen Küche vorwiegend Fertignahrung anbietet.
Und die Leute auf dem Land sind für mich einfach grässlich. Weil sie nur wenig soziale Kontakte haben, sieht man ihnen meist die Verwahrlosung schon von weitem an (Vollbart, Klamotten von kik etc). Sie können nichts dafür, weil sie eh keine Kohle haben, um auf sich zu achten. Denn entweder sind sie alteingesessene Bauern, deren Höfe kaum Ertrag bringen – oder sie sind mit der Abzahlung ihrer Fertighäuser beschäftigt. Da bleibt dann nicht mehr viel.
Aber ich wünsche allen, die das Landleben mit all ihren Vorzügen genießen viel Spaß. Nur zur Evolution werden sie wohl nichts beitragen ;-)
Moin
@Number12: Iss klar, Landleute sind alle gleich. Überhaupt, am besten alles und alle über einen Kamm scheren.
@all:
Ich bin auf dem Land groß geworden, habe dann 15 Jahre in der Großstadt gewohnt und nun wohne ich seit 2006 wieder schön auf dem Land. Sehr nett, am Rande des Naturschutzgebietes. Und wir fühlen uns pudelwohl. Die Nachbarn sind nett und studiert ;).
Zur Landlust: Ich lese sie gerne! Ich muß deswegen aber noch keine Bommelmütze stricken, kann aber das ein oder andere Rezept kochen oder Tip für den Garten gebrauchen. Selbst wenn der Tip aus einem alten Gartenratgeber kommt, so what?
Mir scheint, wie ja auch vielen anderen Kommentatoren hier einiges verquer zu laufen. Aber gut, man muß ja auch nicht jeden Blog lesen.
Grüße
Der Dingens
Großartig, vor allem die Kommentare! Habs selten erlebt,das soviel geschrieben wird und so wenig Verständnis vorherrscht…
Ich hab in die Zeitschrift mal reingeblättert und war begeistert. Oliver, hast du wenigstens mal in das Heft reingeschaut, mal die Artikel gelesen? Da werden kleine Perlen vorgestellt wie der Korbflechter, die fränkische Zoigl-Brauer oder der Bürstenmacher. Anspruchsvoll und unterhaltsam geschrieben. Das Heft macht hier seine Runde und egal wer es in die Finger bekommt, liebt es. Da ist wenig Werbung drinnen und wenn, dann am Ende im Block. Der Lesefluss wird so höchstens durch die wunderbaren Bilder unterbrochen.
Kein Stechapfel, keine Engelstrompete – nur offenbar zu wenig Koks aus der Hauptstadt?
WOW!
Da versteht es jemand zu polarisieren. Das man das im Jahr 2010 mit dem abgedroschenen Vorurteil Landei-Städter so einfach hinbekommt und eine Ahnung auf das kommende Provinzheft preisgibt – Chapeau, Monsieur!
@ Kartoffel: Ach, bei Ihnen auf dem Land ist es also so, dass es Alternativen zu Aldi gibt? Dann lassen Sie mich doch bitte wissen, wo Sie leben, ich habe das Land nämlich in erster Linie so wahrgenommen, dass die Leute sich fast ausschließlich von Tiefkühlmüll ernährten. Ordentliche Produkte gab es gerade mal auf dem Biomarkt, Samstags im 30 Kilometer entfernten Universitätsstädtchen. Auf dem Land hingegen nahm ich nur eine dumpfe Mischung wahr aus latenter Gewaltbereitschaft, Homo- und Xenophobie, ästhetischer Anspruchslosigkeit. Mag sein, dass das in anderen Regionen besser sein mag, ich habe diese Erfahrungen gemacht.
“Landlust” hingegen bedient genau diese Sehnsucht: dass es auf dem Land noch anderes geben möge, die Sehnsucht nach dem besseren Leben. “Landlust” entwirft eine konservative Utopie, die mit dem realen Landleben nichts zu tun hat. Aber: Ist diese Utopie wirklich etwas Schlechtes? Es ist grundsätzlich sinnvoll, sich die Qualität von Zoigl-Brauern und Korbflechtern bewusst zu machen.
Und das hat nichts mit dem Vorurteil Landei-Städter zu run, @ Frollein.
Moin
hier ist es eben nicht so. Es wächst sogar was Eigenes im Garten, ist auch Bio. Und der Supermarkt hat alles, was das herz begehrt. Der Biobauer im Dorf auch, der im Nachbardorf das beste Steak.
Die Häuser sind auch schön hergerichtet, nicht alle, aber generelle ästhetische Anspruchslosigkeit kann ich nicht feststellen.
Landlust entwirft eine Utopie, die zumindest von meinem Leben nicht zu weit weg ist, als das ich mich in großen Teilen dort wiederfinden könnte. Und das 45km nord-westlich von Hannover.
Grüße
Der Dingens
Werter Zahnwart,
meine 3 Zeilen bezogen sich auf den ursprünglichen Blogeintrag – und die erregten Kommentare darauf. Ohne “Landlust” zu kennen, habe ich begriffen, dass es sich dabei um ein Science-fiction-Magazin handelt.
Weiterhin wohlige Träume wünscht das Frollein.
Die Polemik ist eine journalistische Ausdrucksform, die nur Profis beherrschen. Was ich hier lese, bekommt jede “Brigitte-Praktikantin” besser hin. Thema verfehlt, setzen Sechs!
Jander hat’s auf den Punkt gebracht, haha!
Probier doch selber mal Stechapfel, Gehrs! Ach nee, lass lieber. Klappst sowieso nur zusammen!
*ironie* Ja, zum Glück ist die Bildzeitung die meist verkaufte Tageszeitung… es gibt also doch noch jede Menge Menschen die Wert auf Qualität, guten Journalismus und wertige Inhalte legen und nicht njur das LandLust-gesocke… */ironie*