Ein bisschen versteckt, unterhalb des Hegemann-Blablas im aktuellen ZEIT-Feuilleton haben die christlichen Apologeten in der Redaktion ganze Arbeit geleistet. Kurz und bündig steht dort unter der Überschrift Lektüre zur Lage: „Mehr Demut gegenüber dem Kreuz empfehlen wir der designierten Ministerin Aygül Özkan – ganz im Sinne Goethes: „Das Zeichen sieht er prächtig aufgerichtet, / Das aller Welt zu Trost und Hoffnung steht. (…) Ein Labequell durchdringt die matten Glieder, / Er sieht das Kreuz und schlägt die Augen nieder.“
Ignoranz bleibt freilich Ignoranz, auch wenn sie literarisch ausgeschmückt wird. Denn Frau Özkan hat sich nicht gegen das christliche Symbol an sich, sondern lediglich gegen seine Verwendung in staatlichen Institutionen ausgesprochen. Dass das ZEIT-Feuilleton dies als Angriff auf das gesamte christliche Abendland versteht – und damit auch dem Leitartikel von Jan Ross auf der ersten Seite widerspricht – rückt sie in ungewohnte Gesellschaft.
Der ungestillte Missionseifer der Redaktion zeigt sich in der Empfehlung, sich in Demut gegenüber dem Kreuz zu üben, sich ihm also zu unterwerfen. Und das, da wie eh und je im Namen des Kreuzes Kriege begründet werden und Repräsentanten der Kreuzanbeter auf der ganzen Welt Kinder missbrauchen.
Deswegen sei dem ZEIT-Feuilleton an dieser Stelle empfohlen, zu Kreuze zu kriechen – und sich in Zukunft in Zurückhaltung zu üben.

So ungewöhnlich finde ich das gar nicht, da die Zeit einen starken protestantischen Block in der Redaktion sitzen haben muss.
Nach “Glaube und Zweifel” ein weiteres Indiz für eine Religiösierung (?) der Zeit? Ein Bisschen Glaube, ein Bisschen Abendland, das muss im bildungsbürgerlichen Mix ja alles sein.
Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang übrigens der Artikel zum Thema in der gestrigen FR. Schlüter, der ohnehin zu merkwürdig linksreligiösen Verrenkungen neigt (Lobpreis Badious!), subsumiert dort glatt das Kruzifix im Klassenzimer unter die “Befriedigung der spirituellen Bedürfnisse” der Staatsbürger durch die Kirche. Das ganze sei in Konkordaten festgeschrieben (bis in solche Details?). Von wann das noch als gültig betrachtete “Reichskonkordat” datiert, erwähnt er natürlich nicht.
@TraisHorloff:
Die Religionszugehörigkeit eines Journalisten macht derartige Zeilen keineswegs weniger ungewöhnlich. Ich erwarte, dass Journalisten nicht nur ihre eigenen Wertvorstellungen bewerben, sondern objektiv über etwas berichten.
Ich persönlich empfinde Kreuze an Schulen (und anderen öffentlichen
nstitutionen) als eine Verhöhnung jeglicher Religionsfreiheit. Man kann nicht Lehrerinnen verbieten wollen ihre eigene persönliche(!) nicht-christliche Religion in Schulen auszuüben, wenn man religiöse Symbole in Instutionen (die als nicht-natürliche Personen gar keine Religion haben können) mit allen Mitteln verteidigt (zumindest wenn es um christliche Symbole geht; denn sie hat ja ebenfalls gegen Burkas an Schulen gesprochen und das hat die Presse von Anfang an weggelassen, weil mit dem Verbot anderer Religionen anscheinend niemand ein Problem hat; soviel zum Thema Toleranz).
Dürfen wir den deutschen Medien endlich Rassismus vorwerfen?
Spätestens seit Wagners Brief im Dezember 09 (http://www.bild.de/BILD/news/standards/post-von-wagner/2009/12/02/post-von-wagner.html) ist die Tendenz dazu doch kaum noch zu ignorieren?
Der gesunde Menschenverstand (und diese Geschichte im Grundgesetz – Religionsfreiheit?) sollte einem doch eigentlich dabei helfen, zu verstehen worum es der guten Frau geht? Auf der einen Seite wird totale Gleichberechtigung in jedem Aspekt gefordert, auf der anderen Seite das Gegenteil – ich versteh es schlicht nicht.
Man bekommt immer mehr das Gefühl dass das Kreuz in den Klassenzimmern gleichsam wie der Knoblauch oder der Holzpflock gegen Vampire als eine Art Dämonenabwehr fungieren soll. Quasi ein Abwehrzauber gegen Migranten und ihre kulturellen Einflüsse.
Was braucht man Sprachförderung für Migrantenkinder oder irgendwelche anderen Integrationsmaßnahmen. Wir haben doch ein Kreuz im Klassenzimmer das uns vor allem Bösen was mit den Einwanderen kommt beschützt.
wer sich ein wenig näher mit christl. Glauben befast, wird nicht umhinkommen festzustellen ,das zwischen Religion und Glauben Meilen liegen.
Wegen Religionen werden Kriege geführt, bewusst werden !!!!!!!
Unsere Kultur ist christl. Geprägt. Das Grundgesetz spricht von Religionsfreiheit. Mit welchem Recht sollte einem Land ,das christl Geprägt ist ,von Menschen die in dieses Land mit einer anderen Religion hierzugezogen sind ,verboten werden ,weiterhin nach ihrer Christl. Anschauung zu Leben? Was würden die werten Moslems sagen ,wenn christl. Kirchen inmitten der Türkei oder im Iran gebaut würden`?
Hier ist es erlaubt.SOviel zu Intoleranz und Einschränkung anderer.
Es ist nur leider so , das der christliche Glaube hierzulande in Atheismus und gleichgültigkeit umzuschlagen droht und das unter dem Deckmantel der Fehltritte der Kirche.
Hierzu hab ich in meiner eigenen Familie genug zu Spüren bekommen und dennoch ,möge immer noch fein unterschieden werden , zwischen dem Evangelium (Bibel) und der Institution Kirche die von “Fehlbaren Menschen” geleitet wird , die sich anmaßen mit Heiliger Vater und anderen Titeln angesprochen werden zu Wollen.
Der einzige heilige Vater ist Gott selbst!
Zum Thema Freiheit des Glaubens mögen die , die für die Freiheit derjenigen die nach Kreuzesfreiheit schreien, sich mal ansehen ,wie die Freiheit in den Ländern dieser “Religionsvertreter” den nun aussieht:
http://www.opendoors-de.org/
Soviel zu Menschenverachtung!!!!
Zynismus und pubertäre Sprüche ,wie sie hier zuhauf fallen,sind fehl am Platz und lassen in Bezug auf den Schreiber tief Blicken!