Eine spannende Frage ist das, ob die Männer von heute zu weich sind, zu vollbärtig, zu häufig Strickjacke tragen, zu oft “lieber nicht” denken. Erst gab es dazu einen Essay in der Zeit, dann kam am Montag die Replik im Spiegel. Dort ist der Tenor: Der neue Mann ist okay, bzw.: die Frauen, die jahrelang Verständnis statt machohaftes Bestürmen wollten, sind selber schuld an der neuen Weichheit und sollten sich doch freuen, dass ihnen niemand mehr mit Schweißgeruch ungelenke Küsse und machohafte Sprüche aufdrängt. Und was der Spiegel ebenfalls erstaunlicherweise offenlegt: Der neue Mann scheint sein natürliches Habitat in der DUMMY-Redaktion zu haben, denn auf den Bildern, die man zum Essay präsentiert, sind ausschließlich gute alte Bekannte: Gleich zweimal ist DUMMY-Chefredakteur Fabian Dietrich zu sehen – einmal mit stilsicher entbrandeter Rayban-Brille, einmal mit DUMMY-Autor Felix Denk, dem er in einer für den neuen soften Mann typisch fürsorglichen Art einen Kopfhörer überstülpt, um ihm Einblick in seinen musikalischen Gefühlshaushalt zu geben.
Bei den anderen Prototypen handelt es sich um William Minke, der gerade im DUMMY-Buch ein wunderschönes Foto von gestrigen Männern veröffentlichte, die einer Japanerin auf der Sexmesse in den Schritt stieren, und um die beiden Fotografen Julian Röder und Jörg Brüggemann, denen wir diverse einfühlsame Fotostrecken verdanken. Lesen Sie also im nächsten DUMMY (Geheimnisse): warum die Frauen in der Redaktion den neuen Mann lieben, wie sich der Chefredakteur auf der Metaebene zurechtfindet und woher Jörg Brüggemann seine Ringelpullover bezieht.



chapeau!
Ah!*
(*Italienisch für ha!)
Dass es dieser Zeit-Artikel durch die Redaktion geschafft hat…