Nachrichten, meistvernachlässigt

Die journalistische Initiative Nachrichtenaufklärung hat am vergangenen Freitag ihre Auswahl der in Deutschlands Medien meistvernachlässigten Themen des Jahres 2007 bekanntgegeben. Diese Initiative gibt es seit 1997, sie ist gewissermaßen eine kleinere deutsche Version des amerikanischen Project Censored.

Project Censored existiert schon seit 1976, und seit den Neunzigern bringt man dort jährlich eine Sammlung der 25 meistvernachlässigten Nachrichtengeschichten in den USA heraus. Hier das Jahrbuch von 2008 für 2006/07. Und weil diese Listen so interessant sind, sei noch gleich auf die beiden vorangegangenen Jahrbücher verlinkt: das von 2007, und das von 2006.

Seltsamerweise ist die INA noch ziemlich genau so unbekannt wie die Themen, die sie zu den meistvernachlässigten kürt. Dabei ist ihr Anliegen so wichtig, dass, wenn es solch eine Inititative nicht schon gäbe, irgendjemand in Deutschland doch auf der Stelle eine gründen müsste. Immerhin, Spiegel Online brachte dieses Jahr eine eigene Meldung dazu – das muss man ihnen lassen.

Themenvorschläge für das laufende Jahr nimmt die INA bis zum 15.11.2008 entgegen. Unten ihre Spitzenthemen für 2007:

1. Absprachen über Terminierungsentgelte im deutschen Handynetz
2. Politiker behindern Einrichtung von Ombudsstellen
3. Qualitätsverluste im Journalismus
4. Chemikalien gefährden die Fruchtbarkeit – eine tickende Zeitbombe?
5. Städte kippen den Baumschutz
6. Die Schweiz beschließt neue Atomkraftwerke
7. Fragwürdige Auslandsgeschäfte der WestLB
8. Bundestag debattiert erstmals über Entschädigung für deutsche Kolonialverbrechen in Afrika

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2 Antworten auf Nachrichten, meistvernachlässigt

  1. David Harnasch sagt:

    “4. Chemikalien gefährden die Fruchtbarkeit – eine tickende Zeitbombe?” Was für ein alarmistischer Blödsinn. Kann man gar nicht genug vernachlässigen.

  2. Malte Dahlgrün sagt:

    Danke für den Hinweis. Auch wenn ich die Fakten hier nicht kenne: Ja, es gibt auch zuviel Alarmismus, und das ist dann wieder das Gegenteil von Aufklärung.