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	<title>dummyblog &#187; Aufklärung</title>
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	<description>Das Blog des Dummy-Magazins</description>
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		<title>Und noch ein Veranstaltungshinweis</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 07:01:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian</dc:creator>
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<p><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/320745_10150363685440908_218062590907_9914169_1406654150_n1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-580" title="320745_10150363685440908_218062590907_9914169_1406654150_n" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/320745_10150363685440908_218062590907_9914169_1406654150_n1-480x330.jpg" alt="" width="480" height="330" /></a></p>
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		<title>Wahlkampf in Berlin</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Sep 2011 10:29:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich weiss nicht, ob das nur mein subjektiver Eindruck ist, oder ob der Wahlkampf in Berlin dieses Jahr so langweilig ist wie schon lange nicht mehr. Mag daran liegen, dass die CDU, die traditionell für den Humor in der Hauptstadt &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/556/wahlkampf-in-berlin/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;" align="center"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/73-Bitte-freimachen-Frankfurter-Allee-Berlin-Friedrichshain-26.-August-2011-1024x768.jpg"><img class="size-medium wp-image-557 aligncenter" title="73-Bitte-freimachen-Frankfurter-Allee-Berlin-Friedrichshain-26.-August-2011-1024x768" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/73-Bitte-freimachen-Frankfurter-Allee-Berlin-Friedrichshain-26.-August-2011-1024x768-480x360.jpg" alt="" width="480" height="360" /></a></p>
<p style="text-align: left;" align="center">Ich weiss nicht, ob das nur mein subjektiver Eindruck ist, oder ob der Wahlkampf in Berlin dieses Jahr so langweilig ist wie schon lange nicht mehr. Mag daran liegen, dass die CDU, die traditionell für den Humor in der Hauptstadt zuständig ist, ausnahmsweise keinen Teppich- und Tapetenverkäufer aus Friedrichshagen aufgestellt hat (der sich dann vor Eierwürfen auf dem Alexanderplatz hinter Edmund Stoiber verstecken kann), sondern einen Typen, den selbst seine politischen Gegner irgendwie ganz okay zu finden scheinen. Mag auch daran liegen, dass mittlerweile keiner mehr zu bezweifeln scheint, dass der alte auch der neue regierende Bürgermeister wird. Und auch dieser merkwürdige, gut zwei Meter große Piraten-Nerd, der seit ein paar Tagen den Menschen im Bio-Supermarkt bei mir um die Ecke auflauert und irgendwas vom Internet vor sich herbrabbelt, wirkt eher planlos als inspiriert. Vielleicht muss man einfach ein bisschen zurück in der Zeit gehen, um wieder Spaß am Wahlkampf in Berlin zu kriegen. Den folgenden Text hat der tolle Journalist und Säufer Joseph Roth 1924 für die Frankfurter Zeitung geschrieben. Vieles davon stimmt womöglich auch heute noch. Eine schöne Einstimmung auf die Wahl am kommenden Sonntag ist er allemal.</p>
<p align="center"><em>Joseph Roth: WAHLKAMPF IN BERLIN</em></p>
<p><em>Den kalten, präzisen Rhythmus dieser Stadt stört das „Wahlfieber“ nicht. Mögen die Litfaßsäulen die gedruckten Bekenntnisse der Parteien, die bewußt übertriebenen Versprechungen, die agitatorisch ausgebeuteten Weltanschauungen, die in farbiges Bild heimgekehrten Phrasen und Methaphern über die Straße rufen. Keinen einzigen sah ich, der Geduld, Zeit und Lust gehabt hätte, ein Programm zu lesen. Keinen, der nicht den erhaltenen Flugzettel sofort wieder flattern gelassen hätte. Vielleicht dringt nur ein sehr suggestives Bild von starker Plötzlichkeit in die Netzhaut dieses Menschentypus, der nur Arbeit kennt und Amüsement. Vielleicht ist dieser Fanatiker der Sachlichkeit, der Präzision, des Antifanatismus in seiner politischen Überzeugung so gefestigt, daß keine übereilige und in einer einzigen Woche gesteigerte, in Schlagworten und Litfaßsäulen, Reden und Mauerecken komprimierte Agitation ihn überzeugen kann. Der gerechte Beobachter muß allerdings feststellen, daß kein einziges der vielen Wahlbüros auch nur ein Zehntel jener suggestiven Phantasie aufgebracht hat, die in den Propaganda-Abteilungen der Fabriken, der Firmen, der Warenhäuser, der Modistinnen und der Schneiderateliers zu finden ist.</em></p>
<p><em>Die nüchterne Bürokratie der Berliner Wahlpropaganda aller Parteien beschränkt sich auf die alten, schlecht erprobten Mittel. Sie bedruckt lange Zettel aus grauem, porösem Papier mit kleiner Schrift, übrigens meist Frakturschrift, die ein amüsantes typographisches Bild ergibt. Aber nicht ein einziges dieser vielen vergeblich verschleuderten Worte springt aus den schwindelerregenden Zeilen als bannender, gellender, erschütternder optischer Schrei. So viele Parteien es gibt und sosehr manche sich anstrengen, die anderen als „undeutsch“ zu brandmarken – diese Propaganda beweist, wie sehr deutsch sie alle sind. Wie fremd allen zusammen die lauten Mittel der äußeren Wirksamkeit sind. Wie alle sich bemühen, mit redlicher Naivität durch eine minutiöse Erörterung der Grundsätze zu überzeugen und – zu langweilen. Und selbst in der Übertreibung bleibt jeder noch schüchtern. In der Lüge noch furchtsam. Man arbeitet mit dem schweren, pathetischen Rüstzeug der Ethik, wenigstens der landläufigen. Keine Flamme zuckt von den Wänden. Kein Schrei hallt von der Litfaßsäule. Die Ankündigungen der Varietés, der Kinos, das Selbstlob der Zigaretten, die Inbrunst der geschäftlichen Reklame, ihr nächtliches Feuer über den Dächern des Potsdamer Platzes ersticken, betäuben jeden politischen Schlacht­ruf in einer Flut von Licht und Schrei und Farbe. Die Maschinerie dieser halbamerikanischen Stadt bleibt präzise und verrichtet ihre tau­sendfältige, nüchterne Funktion ohne Leidenschaft, ohne auch nur von einem Hauch des politischen Kampfes gestreift zu werden.</em></p>
<p><em>In den Berliner Boulevardblättern lese ich krampfhafte Bemühungen der prinzipiellen Feuilletonisten, den „Wahlkampf“ zu schildern. Es ist, als beobachten sie die Phasen und Symptome der Wahlzeit durch ein stark vergrößerndes Teleskop und alles andere durch ein verklei­nerndes Glas. So besorgen sie einen Teil der Wahlbürogeschäfte, allerdings aller zugleich, und bauschen Auseinandersetzungen zu Weltkriegen auf. Wer diese Schilderungen liest und die Stadt nicht kennt, müßte glauben, daß sich in Berlin politische Wildwestkämpfe zwi­schen Rednern und Plakaten abspielen. In Wirklichkeit ist es gar nicht so. Ein paar halbwüchsige Jungen schleichen durch die Nächte als „Kleisterpatrouillen“, reißen Plakate herunter, kleben neue. Aber sie fallen nur dem suchenden Auge auf und verschwinden in der Menge der schleichenden Zuhälter, der aufgedonnerten Straßenmädchen, der liebehungrigen Spaziergänger, der torkelnden Betrunkenen. Der Be­trieb des „Verjnijens“, der rastlos und gutgeölte Mechanismus der „Sensation“, des „Amüsemangs“, des Spielklubs, der Nackttänze ab­sorbiert alle Kräfte des Wählers. Und nur am Vormittag in den ­Markthallen hörte ich die Frauen mit den Markttaschen politisieren. Zwischen den Gemüseständen entbrennt der Wahlkampf am hitzig­sten. Die Märkte sind die Wahlschlachtfelder Berlins. Es muß im Na­men der Wahrheit gesagt werden.</em></p>
<p><em>Allerdings ist am Potsdamer Platz ein deutsches Blätterwäldchen ge­pflanzt worden. Seine jungen Stämme heißen: „Völkischer Ratgeber“, „Kampfbund“, „Deutscher Ring“, „Deutsches Tageblatt“ und sind mit unvermeidlichen Hakenkreuzen versehen, die man heutzutage tief in alle Rinden einschneidet. Auf den Zeilen-Ästen zwitschern schwarz-weiß-rote Phrasen. Auf moosigem Feuilletongrund wuchert bläulich die Knopflochblume der Vereinsromantik. Hier sucht das wandernde Auge vergeblich nach einer Lichtung der Vernunft. Die pathetisch bemoosten Stämme lassen keinen frischen Windhauch eines Witzes durch. Man stolpert über ungrammatikalische, antigrammati­kalische Schlingpflanzen. Sprachliche Laster blühen in den gähnenden Schlünden der Leitartikel. Man hört das monotone Hacken des natio­nalistischen Buntspechts.</em></p>
<p><em>Aber diese Zeitungen finden nur Kolporteure. Und ich bin ihr einziger Käufer.</em></p>
<p><em>Nur an Sonntagen sieht man politische Wandervögel mit Sandalen, Knüppeln, Messern. In den Wäldern schlingen sie Reigen, schwärmen für die Natur und liefern einander Schlachten. Es ist eine seltsame, eine unverständliche Jugend. Sie leugnet Gott und betet zu Götzen. Sie übernimmt vom Heldentum den Blutrausch, aber nicht seine scheue Natur- und Herzensfrömmigkeit. Man kann sie auf den Bahnhöfen sehn, die blühenden, weizenblonden, jungen Mädchen, die zu Müttern bestimmt sind und sich zu politischen Furien entwickeln. Sie tragen entstellende Windjacken, breite Schöße und kurzgeschnittenes Haar. Sie schreiten mit unnatürlich breiten Marschschritten, gebärden sich lächerlich männisch, aber die Natur rächt sich, sobald sie „Heil!“ und „Pfui!“ schreien, und verleiht ihren Stimmen die abschreckende Grell­heit der Hysterie.</em></p>
<p>(gesammelte Texte von Roth sind übrigens bei KIWI erschienen)</p>
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		<title>Der ZEIT-Online-Totenrechner: 1500 deutsche Opfer in Norwegen</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Jul 2011 15:06:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sinn & Verstand]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit-Online]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; Für manche Journalisten ist es schwierig, zu schweigen, wenn man schweigen sollte. Deswegen passieren angesichts von unfassbaren Katastrophen auch immer wieder peinliche Artikel, die versuchen, Sprachlosigkeit mit viel zu &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/537/im-vatikan-nur-02-tote/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0" width="472">
<tbody>
<tr>
<td width="472" valign="bottom">&nbsp;</p>
<div id="attachment_538" class="wp-caption alignleft" style="width: 483px"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-17.png"><img class="size-full wp-image-538" title="Zeit-Oline" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-17.png" alt="Tot oder lebendig? ZEIT-Leser wissen mehr" width="473" height="425" /></a><p class="wp-caption-text">Tot oder lebendig? ZEIT-Leser wissen mehr</p></div>
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<p>Für manche Journalisten ist es schwierig, zu schweigen, wenn man schweigen sollte. Deswegen passieren angesichts von   unfassbaren Katastrophen auch immer wieder peinliche Artikel, die versuchen,   Sprachlosigkeit mit viel zu viel Sprache auszudrücken. Nach den Attentaten von Oslo <a title="Zeit" href=" http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-07/norwegen-attentat "> schrieb</a> Christoph Bertram auf ZEIT-online nun über die hohe Opferzahl: „Auf   Deutschland mit seinen 80 Millionen Menschen umgerechnet, würde dies fast   1500 Tote in einer Nacht bedeuten.“ Wieso bei der Umrechnung der   Opfer auf Deutschland aufhören? Viel eindrucksvollere Ergebnisse verspricht   der Vergleich mit China. 90 Norweger entsprechen 24000 Chinesen! Zur Hilfe   für die nächsten Artikel auf ZEIT-Online daher hier die ultimative   Umrechnungsliste:</p>
<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0" width="180">
<tbody>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Vatikan</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">0,02</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Island</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">5</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Zypern</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">18</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Irland</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">90</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Norwegen</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">90</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Schweiz</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">145</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Ungarn</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">180</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Niederlande</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">290</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Afghanistan</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">540</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Großbritannien</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">1100</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Deutschland</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">1500</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Japan</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">2300</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Russland</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">2500</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Brasilien</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">3600</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">USA</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">5600</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Indien</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">21100</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">China</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">24000</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</td>
</tr>
</tbody>
</table>
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		</item>
		<item>
		<title>Mehr Lust bitte! (Der Sex ist zu schade, um ihn »Bild« zu überlassen)</title>
		<link>http://blog.dummy-magazin.de/487/mehr-sex-bitte-in-seriosen-medien/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 Jan 2011 09:19:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Gehrs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Jasmin]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Stern]]></category>
		<category><![CDATA[twen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie wir aus dem Kolportage-Roman »Der Baader-Meinhof-Komplex« wissen, muss Andreas Baader ja ziemlich notgeil gewesen sein. Zuletzt sah man ihn in der Bernd-Eichinger-Verfilmung, wie er auf einem Flachdach in Nahost lümmelt und den verklemmten Arabern die Parole »schießen ist ficken« &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/487/mehr-sex-bitte-in-seriosen-medien/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_488" class="wp-caption aligncenter" style="width: 490px"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Foto-142.jpg"><img class="size-medium wp-image-488 " title="Schön war die Zeit: Zeitschrift von gestern" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Foto-142-480x360.jpg" alt="Schön war die Zeit: Zeitschrift von gestern" width="480" height="360" /></a><p class="wp-caption-text">Schön war die Zeit: Zeitschrift von gestern</p></div>
<p>Wie wir aus dem Kolportage-Roman »Der Baader-Meinhof-Komplex« wissen, muss Andreas Baader ja ziemlich notgeil gewesen sein. Zuletzt sah man ihn in der Bernd-Eichinger-Verfilmung, wie er auf einem Flachdach in Nahost lümmelt und den verklemmten Arabern die Parole »schießen ist ficken« entgegenruft, wozu die mitgereisten Groupies anzüglich lächeln. Tatsächlich fragte die Zeitschrift »konkret« damals zeitgleich zu Baaders Schießübungen, ob ihre Leser »an Geschlechtsverkehr denken, wenn sie ein Gewehr sehen«. Die gegenseitige Befruchtung zwischen Stadtguerilla und linker Kampfpresse funktionierte also vor rund 40 Jahren ganz gut, wobei es die RAF in der Rückschau mit der sexuellen Befreiung und der Emanzipation wesentlich ernster meinte als die Journalisten. Während die Frauen bei den Terroristen in Minirock und hohen Stiefeln die Kommandoebene entern durften, schrieb Ulrike Meinhof bei »konkret« redlich gegen das Abgleiten des Blattes ins Erotomanische an, das Verleger Klaus-Rainer Röhl und sein Musterschüler Stefan Aust fleißig betrieben.</p>
<p>Meinhof hatte früh das Programm durchschaut, auf das der gewiefte 68er-Verleger setzte: In einer Zeit, in der die Auflösung des Intimbereichs und die Befreiung der Sexualität als Teil des politischen Kampfes galten, ließ sich mit der Verquickung von Sex und linker Publizistik ordentlich Auflage machen. Zumal man auch in solchen Kommunen, wo die Schlafzimmer- und Toilettentüren aus den Angeln gehoben wurden, gar nicht soviel Sex hatte, wie man vorgab, befreien zu wollen. Da kamen die Bildchen in »konkret«, den »St.Pauli-Nachrichten« und »Pardon« gerade recht. Was aber nicht heißen soll, dass die gesellschaftspolitische Betrachtung der Sexualität nicht doch zu medialen Höhenflügen geführt hätte – verglichen mit der heute grassierenden Mischung aus Prüderie und dem manischen Gebrauch von Fachbegriffen aus dem Pornobusiness. Das war schon alles mindestens drei Klassen besser und aufgeklärter. »Jasmin« zum Beispiel die »Zeitschrift für das Leben zu zweit«, die in München von Textchef Will Tremper und einer ganzen Reihe von ähnlich absurd hoch bezahlten Könnern  gemacht wurde, besuchte eben nicht nur die tollen Männer, sondern vor allem deren frustrierte Ehefrauen und gab Tipps für Seitensprünge. Wenige Seiten weiter flog man mit Farah Diba im Hubschrauber über Teheran und lästerte über den asexuellen Schah. Auch in »twen« wurden die Leser nicht nur als politische, sondern auch als sexuelle Wesen wahrgenommen. Mit dem typografischen Weichzeichner schuf man hier ein fast bisexuelles Miteinander, zu dem auch fremde Völker per Fotoreportage eingeladen waren. Und selten war eine Schwangere als Covermodell erotischer als die heutige Frau von Wolfram Siebeck.</p>
<p>Heute ist die Nacktheit in den Medien leider die Domäne von »Bild« und den spießigen Männermagazinen, die jede Pro-7-Moderatorin, die nicht bei drei im Dschungelcamp ist, halb nackt aufs Cover bannen. Man hat sich alle Sinnlichkeit von den publizistischen Proleten wie dem Ehepaar Diekmann austreiben lassen, deren Maulhurentruppen den Ton unter der Gürtellinie angeben. Und die linke Presse? Der »Spiegel« lässt sich vom Apple-Zensor noch den kleinsten entblößten Busen aus der i-pad-Version operieren und beim »Stern« kommen Nackte vor allem im Wissenschaftsteil vor – auch gern mit Pfeilen und Strichen versehen.  Selten war die Öffentlichkeit so unsexy, so aufgetunt bei gleichzeitiger Abwesenheit jeglicher sexueller Spannung. Und das schlägt sich auch in den seriöseren Massenmedien wieder, wo der erotische Höhepunkt darin besteht, dass der Starfotograf Jürgen Teller seinen Anus in den Selbstauslöser hält.</p>
<p>Wenn man diese Leser-Vergewaltigung mit der emphatischen Zielgruppenansprache Ende der 60er-Jahre vergleicht, könnte man vor lauter Sentimentalität heulen. Die letzten Aufbäumenden wider die Primitivierung eines Themas, das doch als treibender Moment der Gesellschaft behandelt werden sollte und nicht nur als Mittel zur Triebbefriedigung, sind durch die Debatte um den Missbrauch im linken Pädagogen-Milieu weiter in die Defensive geraten. Denn die, die schon immer geahnt haben, dass man Kinder besser mit Strichmännchen aufklärt, als mit den schönen Schwarz-Weiß-Fotos von Will McBride aufklärt, haben sich bitter gerecht, in dem man die 68er gleich mal in einen Topf mit pädophilen Pfarrern schmiss. Diese Art Höchststrafe kann schon mal zu Schreibblockaden führen oder zu fortgesetzter Lustlosigkeit beim Blattmachen. Die Angst geht um, es sich mit den Lesern zu verscherzen, wenn man denn das Thema Sex einmal weniger technoid, sondern frugaler angeht. Vielleicht liegt die Absenz des Sujets jenseits der Boulevardpresse aber auch daran, dass die zuständigen Redakteure ein Kleinfamilienleben führen, in dem eben dieser Sex kaum noch vorkommt.</p>
<p>Die alte BRD war ein Land, in dem man nie gegen etwas demonstrieren musste – also auch nicht für die sexuelle Befreiung (und wahrscheinlich auch nicht dagegen, dass Vergewaltigung in der Ehe erst seit 2004 ein Offizialdelikt ist). Diese Überzeugung von Angela Merkel teilen heute anscheinend auch die meisten Herausgeber und Chefredakteure. Denn die Liberalisierung in den Köpfen und in den Hosen, die ihre Vorgänger Ende der 60er und in den 70er-Jahren erwirkten, haben sie längst revidiert. Völlig lustlos, versteht sich.</p>
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		<title>Eine fiese Linke: Politische Gewalt in den Medien</title>
		<link>http://blog.dummy-magazin.de/348/gewaltige-unterschiede/</link>
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		<pubDate>Sun, 30 May 2010 14:39:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arne Semsrott</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Dummy Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Linke Gewalt]]></category>

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		<description><![CDATA[»Linke Gewalt nimmt drastisch zu« titelt die Welt, in der BILD darf der Chef der deutschen Polizeigewerkschaft vor einem »Comeback des linken Terrors« warnen, die taz notiert die »Entdeckung des Linksextremismus« durch die CDU. 1822 Gewalttaten aus der linksextremen Szene &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/348/gewaltige-unterschiede/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-22.png"><img src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-22-150x150.png" alt="" title="Bild 2" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-349" /></a>»Linke Gewalt nimmt drastisch zu« titelt die Welt, in der BILD darf der Chef der deutschen Polizeigewerkschaft vor einem »Comeback des linken Terrors« warnen, die taz notiert die »Entdeckung des Linksextremismus« durch die CDU.<br />
1822 Gewalttaten aus der linksextremen Szene hat das Bundesinnenministerium im Jahr 2009 registriert, 53 Prozent als noch im Vorjahr. Innenminister de Maizière warnt beständig vor der linken Gefahr, zumal die politisch motivierte Gewalt aus der rechten Ecke mit 959 Fällen im vergangenen Jahr sogar leicht abnahm.  Es drängt sich die Frage auf: Ist linke Gewalt also ein größeres Problem als rechte?<br />
Zunächst einmal sind sie grundverschieden.<br />
Gewalt von rechts ist in weiten Teilen Deutschlands, besonders im Osten zu beobachten. In manchen Dörfern Mecklenburgs werden die einzigen Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche von Nazigruppen angeboten. Dagegen werden größtenteils in Großstädten Menschen oder Sachen Opfer linker Gewalt. In Hamburg war die Anzahl der politisch motivierten Gewalttaten von links pro Einwohner im Jahr 2008 mit Abstand am größten.<br />
Auch ist das Ziel rechter Gewalt unterschiedlich von den Absichten linker Gewalttäter. 85 Prozent der rechten Gewalttaten waren im Jahr 2008 Körperverletzungen, dazu kamen zwei Tötungsdelikte und vier versuchte Tötungsdelikte.  Auf der linken Seite machen Brandstiftungen und auch Landfriedensbruch einen deutlich größeren Teil der Gewalt aus: 2008 waren 51 Prozent der Taten Körperverletzungen.<br />
Wenn de Maizière mahnt, linke Gewalt werde in der Gesellschaft unterschätzt, trägt er für diesen Umstand selbst auch große Verantwortung. Die Zahlen, die das Innenministerium und der Verfassungsschutz alljährlich zu politisch motivierter Gewalt veröffentlichen, lassen nämlich keine wirkliche Analyse der gesellschaftlichen Entwicklungen und eine Aufschlüsselung der Motive politischer Gewalt zu. Der empörte Aufschrei de Maizières, 2009 habe es erstmals mehr Körperverletzungen durch Linke als durch Rechte gegeben, wirkt insziniert. Schließlich wird dabei nicht einmal zwischen passivem Widerstand bei einer Festnahme (zum Beispiel bei Demonstrationen) und aktiver Körperverletzung unterschieden.<br />
Stattdessen eignen sich die Veröffentlichungen des Innenministeriums bestenfalls zu politischer Propaganda. Familienministerin Kristina Schröder wollte nach ihrem Amtsantritt im Dezember 2009 Geld aus dem Haushaltstopf für Bekämpfung rechter Gewalt dem Kampf gegen Extremismus aller Art umwidmen.Nach einem Aufschrei von Politik und Medien war dieser Vorschlag vorerst vom Tisch, allerdings macht Schröder in Zukunft jährlich einige Millionen Euro zusätzlich für den Kampf gegen Linksextremismus locker – auch wenn noch nicht klar ist, wie dieser aussehen soll.<br />
Noch in ihrer Funktion als Extremismusbeauftragte der Union und unter dem Namen Köhler warf Schröder 2006 in einer Bundestagsdebatte den Linken vor, Verbrechen der kubanischen Regierung zu verharmlosen. Anlass der Debatte war Rechtsextremismus in Ostdeutschland.<br />
Aber auch die SPD bekleckert sich nicht allerorts mit Ruhm: Anfang März ging in Berlin-Neukölln die rot-grüne Bezirkskoalition zu Bruch, weil die Sozialdemokraten in einer Erklärung zu rechtsextremen Gewalttaten auch linke Gewalt verurteilen wollte.<br />
Linke und rechte Gewalt aber gegeneinander aufzurechnen, ist fatal. Beide sind nicht zu entschuldigen, von Rechtsextremen geht aber eine ungleich höhere Bedrohung aus. Seit 1993 gab es mehr als 140 Todesopfer rechter Gewalt in Deutschland. Todesopfer linker Gewalt gibt es dagegen keine.<br />
<em>(Am 21. Juni 2010 erscheint das nächste DUMMY zum Thema »Polizei«. Das Bild ist aus einer dafür entstandenen Modestrecke, fotografiert von Dirk-Michael Schulz)</em></p>
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		<title>Zieht Euch warm an: der Vattenfall-Fotopreis</title>
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		<pubDate>Wed, 05 May 2010 06:57:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Gehrs</dc:creator>
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		<category><![CDATA[politische Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[C/O Galerie]]></category>
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		<description><![CDATA[Vor anderthalb Wochen gingen zig Tausende auf die Straße, um zwischen den Pannen-AKWs Brunsbüttel und Krümmel eine Menschenkette zu bilden – ein rekordverdächtiges Signal gegen eine gestrige, hoch riskante Technologie, die das größte Umwelt- und Sicherheitsproblem des Landes darstellt. Denn &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/324/zieht-euch-warm-an-der-vattenfall-fotopreis/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/C-15.jpg"><img src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/C-15-150x150.jpg" alt="" title="C-15" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-329" /></a>Vor anderthalb Wochen gingen zig Tausende auf die Straße, um zwischen den Pannen-AKWs Brunsbüttel und Krümmel eine Menschenkette zu bilden – ein rekordverdächtiges Signal gegen eine gestrige, hoch riskante Technologie, die das größte Umwelt- und Sicherheitsproblem des Landes darstellt. Denn während im Namen der inneren Sicherheit und der Terrorabwehr immer mehr Bürgerrechte aufgeweicht werden, würde jeder zweite Meiler in Deutschland bei einem Flugzeugangriff bersten und einen Super-Gau auslösen. Das ist keine Erkenntnis von Greenpeace, sondern der <a href="http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=3113">„Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit“</a>, die an der TU Berlin entsprechende Versuche gemacht hat.<br />
Die AKWs Krümmel und Brunsbüttel gehören teilweise zu Vattenfall, dem schwedischen Energieversorger Berlins. Dass ein Angriff auf diese AKW-Dinos dazu führen würde, dass Hamburg evakuiert werden müsste und nicht Berlin, erklärt vielleicht, warum sich Vattenfall in der Hauptstadt dreist als menschenfreundliches Unternehmen aufspielen darf, ohne dass jemand interveniert. Denn während in Krümmel, Hamburg und Brunsbüttel Massen von Menschen gegen Vattenfall und die anderen Mitglieder des Strom-Oligopols auf die Straße gingen und der Werbefilmer Ralf Schmerberg in Stuttgart das imposante <a href="http://www.entega.de/de/entega-interaktiv/interaktiv/showSpecial/denken/">»Café Endlager«</a> eröffnete, liefen in Berlin das Wochenende zuvor über tausend junge Menschen im Namen von Vattenfall durch den Wald hinter dem Maifeld. Beim »Vattenfall Schulcrosslauf« nämlich, einer PR-Veranstaltung, für die regelmäßig Berliner Schüler eingespannt werden, denen vielleicht gar nicht bewusst ist, für welchen Konzern sie sich da ins Zeug legen. Zu gewinnen gab es übrigens u.a. ein paar Sportbeutel, im Jahr davor waren es einige Hertha-Karten. Man sieht, den Schülern wird das Werben für den AKW-Konzern nicht sonderlich entlohnt.<br />
Aber mit minimalem Aufwand Imagekorrekturen zu betreiben – darin ist Vattenfall mittlerweile geübt: Nun lobt der Konzern, der von der Regierung in seinem Heimatland Schweden zum <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,661160,00.html">Chefwechsel</a> getrieben wurde,  einen schönen Fotopreis aus – dessen Oberthema ganz kuschelig »Wärme« lautet: »Wärme offentbart sich dem Menschen in zahlreichen Formen. Diesen Begriff frei zu interpretieren und in einer fotografischen Serie festzuhalten, ist die Aufgabe des diesjährigen Vattenfall Fotopreises«, bramarbasiert der Pressetext, um sich dann ganz medienkritisch zu geben: »Dem klassisch-dokumentarischen Fotojournalismus wurde durch die Digitalisierung und die Umstrukturierung des Zeitschriftenmarktes im letzten Jahrzehnt immer weniger Präsentationsfläche gegeben. So ist es jungen Fotografen heute kaum noch möglich, ihre eigenen Geschichten visuell umzusetzen und diese auch zu veröffentlichen.«<br />
Doch nun naht die Rettung für die deutschen Fotografen, deren Arbeiten Vattenfall ab Oktober in der Galerie C/O Berlin (die anscheinend auch dringend Geld benötigt) »einer breiten Öffentlichkeit« vorstellen will. „Der Vattenfall Fotopreis ist eine der höchstdotierten Auszeichnungen für Fotografie in Deutschland« lobt sich Vattenfall weiter – der erste Preis betrage 10.000 Euro, der zweite 8.000 Euro und der dritte mit 6.000 Euro. Zusätzlich gibt es einen Sonderpreis für das beste Einzelfoto von 3.000 Euro.<br />
Macht zusammen 27.000 Euro &#8211; was 0,05 Prozent der Summe entspricht, die Vattenfall jeden Tag einer Laufzeitverlängerung mit einem Uraltmeiler wie Krümmel an Gewinn machen würde.<br />
(das Foto ist von <a href="http://www.robertknoth.com/cherno6x6_9.html">Robert Knoth</a>, der Opfer der Katastrophe von Tschernobyl fotografiert hat)</p>
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		<title>Ja, Kruzifix: Die ZEIT hat einen an der Waffel</title>
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		<pubDate>Mon, 03 May 2010 17:09:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arne Semsrott</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein bisschen versteckt, unterhalb des Hegemann-Blablas im aktuellen ZEIT-Feuilleton haben die christlichen Apologeten in der Redaktion ganze Arbeit geleistet. Kurz und bündig steht dort unter der Überschrift Lektüre zur Lage: „Mehr Demut gegenüber dem Kreuz empfehlen wir der designierten Ministerin &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/318/ja-kruzifix-die-zeit-hat-einen-an-der-waffel/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/kreuzmann.jpg"><img src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/kreuzmann-150x150.jpg" alt="" title="kreuz,mann" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-321" /></a><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } -->Ein bisschen versteckt, unterhalb des Hegemann-Blablas im aktuellen ZEIT-Feuilleton haben die christlichen Apologeten in der Redaktion ganze Arbeit geleistet. Kurz und bündig steht dort unter der Überschrift <em>Lektüre zur Lage</em>: „Mehr Demut gegenüber dem Kreuz empfehlen wir der designierten Ministerin Aygül Özkan – ganz im Sinne Goethes: „Das Zeichen sieht er prächtig aufgerichtet, / Das aller Welt zu Trost und Hoffnung steht. (…) Ein Labequell durchdringt die matten Glieder, / Er sieht das Kreuz und schlägt die Augen nieder.“</p>
<p>Ignoranz bleibt freilich Ignoranz, auch wenn sie literarisch ausgeschmückt wird. Denn Frau Özkan hat sich nicht gegen das christliche Symbol an sich, sondern lediglich gegen seine Verwendung in staatlichen Institutionen ausgesprochen. Dass das ZEIT-Feuilleton dies als Angriff auf das gesamte christliche Abendland versteht – und damit auch dem Leitartikel von Jan Ross auf der ersten Seite widerspricht &#8211; rückt sie in <a href="http://www.bild.de/BILD/news/standards/post-von-wagner/2010/04/27/post-von-wagner.html" target="_blank">ungewohnte Gesellschaft</a>.</p>
<p>Der ungestillte Missionseifer der Redaktion zeigt sich in der Empfehlung, sich in Demut gegenüber dem Kreuz zu üben, sich ihm also zu unterwerfen. Und das, da wie eh und je im Namen des Kreuzes Kriege begründet werden und Repräsentanten der Kreuzanbeter auf der ganzen Welt Kinder missbrauchen.</p>
<p>Deswegen sei dem ZEIT-Feuilleton an dieser Stelle empfohlen, zu Kreuze zu kriechen – und sich in Zukunft in Zurückhaltung zu üben.</p>
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		<title>Im Kopf mit den Gedanken des Springer-Verlags</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 11:11:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Gehrs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Man kann ja schon längere Zeit der Auffassunsg sein, dass der &#8220;Rolling Stone&#8221; das einzige Blatt aus dem Axel-Springer-Verlag ist, das man lesen kann und eigentlich etwas besseres verdient hätte als diesen verdummenden und verhetzenden Verlag, der gerade erst durch &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/286/im-kopf-mit-den-gedanken-des-springer-verlags/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/heft_neu.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-287" title="heft_neu" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/heft_neu.jpg" alt="" width="129" height="167" /></a>Man kann ja schon längere Zeit der Auffassunsg sein, dass der &#8220;Rolling Stone&#8221; das einzige Blatt aus dem Axel-Springer-Verlag ist, das man lesen kann und eigentlich etwas besseres verdient hätte als diesen verdummenden und verhetzenden Verlag, der gerade erst durch seine peinliche Eigenamnestie in Sachen 68 gezeigt hat, dass er weder zu einer intelligenten Geschichtsbetrachtung noch zu Selbstkritik fähig ist.</p>
<p>In diesem Monat aber beweist der &#8220;Rolling  Stone&#8221;, dass es auch anders geht. Auf der beigelegten CD befindet sich nämlich auch Jan Delays Song &#8221;Ich möchte nicht, dass ihr meine Lieder singt&#8221; mit der schönen Zeile: &#8221;Ich  möchte mich nicht in Köpfen befinden zusammen mit Gedanken, die unter Einfluß vom Axel-Springer-Verlag entstanden&#8221;.</p>
<p>Dass der Springer-Verlag selbst dazu beiträgt, diese Haltung unter´s Volk zu bringen, kann man den Dialektikern vom &#8220;Rolling Stone&#8221; nicht genug danken, die Delay in der dazugehörigen Kritik auch noch mal ausdrücklich für seinen politische Furor danken:  &#8221;Delay mag inzwischen dem glamourösen Funk frönen, doch seine engagierte Haltung hat sich nicht geändert.&#8221; Die der &#8220;Rolling Stone&#8221;-Redaktion auch nicht.</p>
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		<title>Warum wir bald ein DUMMY Polizei machen</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 10:44:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Gehrs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
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		<category><![CDATA[Polizei]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Horrorgeschichte aus Charlottenburg vom letzten Mittwochabend: Ein großer Mercedes aus Brandenburg fährt an der Joachimsthaler/Ecke Kantstraße auf einen Volvo auf, dessen Fahrer aussteigt und sich beschwert. Der Mercedesfahrer will aber nicht diskutieren, stattdessen greift er den anderen Mann an &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/246/warum-wir-bald-ein-dummy-polizei-machen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href='http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/bild-22.png'><img src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/bild-22.png" alt="" title="bild-22" width="339" height="479" class="alignleft size-medium wp-image-247" /></a>Eine Horrorgeschichte aus Charlottenburg vom letzten Mittwochabend: Ein großer Mercedes aus Brandenburg fährt an der Joachimsthaler/Ecke Kantstraße auf einen Volvo auf, dessen Fahrer aussteigt und sich beschwert. Der Mercedesfahrer will aber nicht diskutieren, stattdessen greift er den anderen Mann an und schubst ihn mit voller Wucht um. Der Mann fällt so unglücklich über den Bordstein, dass er sich sowohl das Schien- als auch das Wadenbeinbein bricht. Und zwar vierfach. Der Mercedesfahrer verlangt, dass der Mann aufsteht, doch dieser kann gar nicht aufstehen und ruft die Polizei. Das Erste, was der eintreffende Polizist macht: Er fordert den am Boden liegenden Mann auf, sein Auto wegzufahren, es stehe nämlich im Weg. Außerdem wolle er die Fahrzeugpapiere sehen. Als der Mann mit dem gebrochenen Bein sagt, er könne den Wagen nicht wegfahren, droht ihm der Polizist damit, das Auto abschleppen zu lassen.<br />
Mittlerweile ist auch ein Notarztwagen da. Die Besatzung fordert den Mann am Boden auf, sich nicht so anzustellen und aufzustehen, eine Prellung tue zwar ein bisschen weh, aber sonst sei doch nichts. Gut, dass der Mann am Boden den Anweisungen nicht folgt. Im Krankenhaus stellt sich heraus, wie schlimm die Fraktur ist: Wäre der Mann aufgetreten, wäre der Knochen durchgebrochen und hätte vorne aus dem Bein herausgeschaut. Nur vier Tage später ist der Mann bereits zweimal operiert worden, jeweils mehrere Stunden lang, aus seinem Bein schauen große Metallstäbe, er hat Angst vor Infektionen und davor, später zu humpeln. Er wird den Mercedesfahrer anzeigen, den Polizisten auch.<br />
War dieser Berliner Polizist ein Einzelfall? Ich würde sagen: nein.<br />
Eine andere Geschichte aus Prenzlauerberg, Wins/Ecke Jablonskistraße, im Herbst. Morgens um halb neun regnet es plötzlich Steine von einem Dach, richtig große Brocken klatschen auf die Straße. Unten im Haus ist ein Kinderladen, man kann froh sein, dass niemand zu Schaden kommt. Nur ein kleines Auto vor der Tür, ein schwarzer Twingo: Der Lack platzt ab, Kratzer entstehen. Die Frau, der der Wagen gehört, ruft die Polizei. Mittlerweile sind auch die Bauarbeiter da, die den Steinschlag bei Dacharbeiten ausgelöst haben. Das erste, was der eintreffende Polizist sagt, ist, dass der Wagen der Frau auf einem Behindertenparkplatz steht, was für den Zeitpunkt des Schadens aber nicht mal stimmt. Dann sagt der Polizist, dass es sich um einen Versicherungsfall handle. Er geht nicht aufs Dach, um zu schauen, was dort für Gefahren bestehen. Es interessiert ihn nicht, dass Steine auf die Köpfe von Passanten hätten fallen können. Ihn interessiert nur, warum ihn die Frau gerufen hat.<br />
Eine ähnliche Sache, die im Herbst in Schöneberg passierte, in der Goltzstraße: Aus einem Haus fliegt ein Pflasterstein in hohem Bogen auf ein Autodach. Der Autobesitzer ruft die Polizei, die den Vorfall aufnimmt. Als die Beamten gehen wollen, fragt der Mann, ob sie denn nicht mal im Hause nachfragen wollten, wer den Stein geworfen habe. Der Polizist dreht sich um und sagt, man wisse schon selbst, wie man zu ermitteln habe.<br />
Ja, so ist sie, die Berliner Polizei.<br />
(tip; 2009)</p>
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		<title>Der Spiegel mal ganz luzide: &#8220;Es wird Streit geben&#8221;</title>
		<link>http://blog.dummy-magazin.de/241/der-spiegel-mal-ganz-luzide-es-wird-streit-geben/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Oct 2009 09:53:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Gehrs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Populärkultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Man weiß gar nicht, was einen mehr wundern soll: Wie schnell der „Spiegel“ eine Titelgeschichte aus dem Hut zaubert, die die schwarz-gelbe Koalition verreißt oder der Umstand, dass die darin bemängelte Politik von der „Spiegel“-Redaktion nicht schon vor der Bundestagswahl &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/241/der-spiegel-mal-ganz-luzide-es-wird-streit-geben/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href='http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/rospanz20090440001-312.jpg'><img src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/rospanz20090440001-312.jpg" alt="" title="rospanz20090440001-312" width="312" height="412" class="alignnone size-full wp-image-242" /></a><br />
Man weiß gar nicht, was einen mehr wundern soll: Wie schnell der „Spiegel“ eine Titelgeschichte aus dem Hut zaubert, die die schwarz-gelbe Koalition verreißt oder der Umstand, dass die darin bemängelte Politik von der „Spiegel“-Redaktion nicht schon vor der Bundestagswahl antizipiert wurde. „Streit wird ein Thema von Schwarz-Gelb werden – soviel ist nach den Koalitionsverhandlungen gewiss“ reportiert das Magazin leutselig – und ehrlich gesagt hätte man das ja vor der Wahl ahnen können. Genauso wie den Umstand, dass eine vernünftige Energiepoltik unter der neuen Koalition mit ihren seltsamen Verrenkungen zum Thema Atomausstieg zum Erliegen kommt, wie der „Spiegel“ staunend feststellt. Übrigens schlägt sich das Magazin hier ganz elegant auf die Seite der Energie-Oligopolisten und bemängelt, dass die Laufzeitverlängerung nicht längst beschlossen und somit Planungssicherheit geschaffen wurde. Als Neuigkeit in der dürren Titelgeschichte wird auch das Zitat eines anonymen „FDP-Mannes“ ausgegeben, der die Geisteshaltung der CDU-Unterhändler so beschreibt: „Wir ändern hier gar nix“.</p>
<p>Das trifft im übrigen auch ganz gut auf die „Spiegel“-Redaktion zu:  Seit Jahren gibt es in dem Blatt keine politische Haltung, die nicht in der nächsten Woche durch eine amüsante Pointe gekippt werden könnte. Wobei Amüsement hier auf sehr anstrengendem Niveau stattfindet – etwa dann, wenn sich die Autoren zwei Absätze nur damit beschäftigen, welcher Apfelsaft bei den Koalitionsverhandlungen getrunken wurde. Was immer das dem Leser auch sagen soll, außer: Der „Spiegel“-Reporter war wieder mittenmang statt nur dabei.</p>
<p>Noch vor Wochen war der ehemalige Umweltminister Sigmar Gabriel, der im „Spiegel“ über all die Jahre <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,313937,00.html">runtergeschrieben wurde wie kaum ein anderer</a>, noch die letzte Pfeife – im aktuellen „Spiegel“ nun heißt es, es fehle das „heiße Blut“ wie es Gabriel in der Großen Koalition gezeigt habe. Andere Passagen der Titelgeschichte wirken, als fänden die Verschwörungstheorien einiger Parlamentarier mittlerweile eins zu eins ins Blatt. Wenn etwa Karl-Theodor zu Guttenbergs Versetzung ins Verteidigungsministerium damit erklärt wird, dass er als Finanzminister zu viele Möglichkeiten bekäme, sich als symphatischer Strahlemann in Szene zu setzen. Wenn das doch nur Peer Steinbrück gewusst hätte. Schlimm findet der „Spiegel“ übrigens auch, dass das Schonvermögen für Hartz-IV-Empfänger erhöht und selbstgenutzte Immobilien geschützt werden. Das Land mag sozialdemokratischer geworden sein, der &#8220;Spiegel&#8221; nahm zwar nicht die umgekehrte Richtung, aber den Weg in die Indifferenz: Er schreibt halt immer gegen die an, die gerade regieren und versichert sich mit diesen Schnellschüssen seiner eigenen Kritikfähigkeit. So wie Schwarz-Gelb auf dem aktuellen Titelbild schlingert der &#8220;Spiegel&#8221; schon lange.</p>
<p>PS: Wirklich lesenswert ist übrigens die Geschichte über das Paris-Bar-Bild von Martin Kippenberger, oder eben gerade nicht von Kippenberger.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Where ist the beef? Neues aus dem journalistischen Neandertal</title>
		<link>http://blog.dummy-magazin.de/237/where-ist-the-beef-neues-aus-dem-journalistischen-neandertal/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 11:02:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Gehrs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Blattmachen]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Beef]]></category>
		<category><![CDATA[Business Punk]]></category>
		<category><![CDATA[Gala]]></category>
		<category><![CDATA[Gruner + Jahr]]></category>

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		<description><![CDATA[Was soll man dazu sagen? Gut, dass der Bertelsmann Reinhard Mohn nicht mehr erleben muss, welche Produkte der zu Bertelsmann gehörende Verlag Gruner+Jahr heute auf den Markt schmeißt? Oder sind diese Hefte, die von einem erstaunlich gestrigen Gesellschaftsbild zeugen, womöglich &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/237/where-ist-the-beef-neues-aus-dem-journalistischen-neandertal/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was soll man dazu sagen? Gut, dass der Bertelsmann Reinhard Mohn nicht mehr erleben muss, welche Produkte der zu Bertelsmann gehörende Verlag Gruner+Jahr heute auf den Markt schmeißt? Oder sind diese Hefte, die von einem erstaunlich gestrigen Gesellschaftsbild zeugen, womöglich noch vom kürzlich verstorbenen alten Mann aus Gütersloh maßgeblich beeinflusst worden?</p>
<p>Es geht hier um die Zeitschriften „Beef!“, „Gala men“ und „Business Punk“, mit denen der erschlaffte Hamburger Verlag von heute an Kreativität vorschützt. Zu allererst fällt auf, dass G+J die Zielgruppen immer noch in Mann und Frau, in reich &#038; arm und in alt und jung einteilt, anstatt in bestimmte gesellschaftliche Milieus. Was ja ein verlegerisches Denken ist, das man spätestens seit dem Mega-Flop „Vivian“, Burdas vor etwa zehn Jahren grandios gescheitertem &#8220;Focus für die Frau&#8221;, für ausgestorben hielt. Nicht aber bei Gruner + Jahr, wo mittlerweile ein früherer FDP-Politiker mit juristischem Staatsexamen den Laden schmeißt – oder sagen wir: an die Wand fährt.</p>
<table border="0" padding="0" margin="0" width="10">
<tr>
<td><img class="aligncenter size-medium wp-image-238" title="Business-Punk und G+J-Chef Bernd Buchholz mit seiner Sekretärin auf der Außenalster (naja, fast)" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/business-punk_und_gj-chef_bernd_buchholz-415x480.jpg" alt="Ausriss aus "Business-Punk": G+J-Chef Bernd Buchholz mit seiner Sekretärin auf der Außenalster (naja, fast)" width="415" height="480" /></td>
</tr>
<tr>
<td align="top">Business-Punk und G+J-Chef Bernd Buchholz mit seiner Sekretärin auf der Außenalster (naja, fast)</td>
</tr>
</table>
<p>Die Titelgeschichte von Beef, das nicht mal einen originären Titel wert war (<a href="http://www.beef-magazin.de/">das Magazin des Art Directors Club heißt seit Jahren so</a>), handelt natürlich zu allererst vom Steak, von dessen Testosterongehalt die anvisierten Käufer träumen dürften, und später auch davon, ob man eine Frau ins Bett kochen kann. Früher ging der Neandertaler-Mann jagen und gewann das Weibchen durch das schiere Ausmaß seiner Beute für sich, heute wird darauf spekuliert, dass das die weiblichen Hormone in Wallung geraten, wenn das Männchen am Herd kochen kann wie das Molekular-Genie Ferran Adrià. Man darf annehmen, dass neben dem Reißbrett in der G+J-Entwicklungsabteilung ein Fernseher steht, in dem diverse  Köche ja seit Jahren Quote machen.<br />
„Gala men“ wiederum klingt wie „Computer für Frauen“, jene Bücher, zu denen Menschen mit ein bisschen Selbstbewusstsein und Antennen für beiläufige Diskriminierung garantiert nicht greifen. Wenn es gut läuft für dieses Blatt, könnte noch eine Story für „Beef!“ rausspringen und sich ein paar schöne Kannibalisierungseffekte ergeben. Dann nämlich, wenn die männlichen „Gala“-Leser plötzlich begreifen, dass das Magazin gar nicht für sie gedacht war – wo sie doch vielleicht nicht ganz zu Unrecht dachten, dass Männer in Zeiten zunehmender Metrosexualisierung ein ähnliches Klatschbedürfnis wie Frauen und vor allem kein Problem haben, dazu zu stehen.</p>
<p>Bliebe noch „Business Punk“ – ein Magazin, das erstaunlicherweise in einer Art „Geolino“-Layout daherkommt und die „Leistungselite der Generation Xing“ ansprechen soll, was klingt wie Helmut Markwort nach zuviel Weißbier in der V.I.P.-Lounge des FC Bayern (Oliver Kahn ist auch im Blatt). Erstaunlich, wie hier ein stromlinienförmiger Laden auf Rock´n`Roll macht, seine wahre Geisteshaltung aber dann doch nicht wirklich unterdrücken kann und als einen der größten Business-Punks ausgerechnet RWE-Chef Jürgen Großmann vorstellt, dessen Laden gerade 60 Jahre Laufzeit für seine alten Atomkraftwerke gefordert hat. Eine andere Geschichte heißt „Sexy Sekretärin – die Versuchung im Vorzimmer“. Bei G+J möchte man wirklich nicht arbeiten und am allerwenigsten als  Frau im Büro von Buchholz.</p>
<p>Was man dem Verlag wirklich von ganzem Herzen wünschen würde, ist ein Soziologe, der den Managern und Journalisten in ihrem Schnellkochtopf am Hamburger Baumwall ab und zu erzählt wie es draußen vor der Tür aussieht. Und so ein Soziologe dürfte ja nur einen Bruchteil von dem kosten, was die Entwicklung der neuen Titel verschlungen hat.</p>
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		<title>Wasted Youth: Die &#8220;Junge Presse&#8221; in Mainz</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Oct 2009 12:35:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Gehrs</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vielleicht ist Mainz ja ganz schön – gestern war es allerdings grauenhaft. Was vielleicht auch daran lag, dass das Jugendmedienevent an grässlichen Orten stattfand wie zum Beispiel dem ZDF auf dem Lerchenberg oder der Katholischen Fachhochschule, die eingeklemmt zwischen einem &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/236/wasted-youth-die-jugendpresse-in-mainz/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--StartFragment--></p>
<p class="MsoNormal">Vielleicht ist Mainz ja ganz schön – gestern war es allerdings grauenhaft. Was vielleicht auch daran lag, dass das <a href="http://www.jugendmedienevent.de ">Jugendmedienevent</a> an grässlichen Orten stattfand wie zum Beispiel dem ZDF auf dem Lerchenberg oder der <a href="http://www.kfh-mainz.de/">Katholischen Fachhochschule</a>, die eingeklemmt zwischen einem Krematorium und dem Mainzer Arbeitsamt liegt.</p>
<p class="MsoNormal">Ich durfte dort einen Workshop zum Thema „Blattmachen – Magazin-Journalismus“ leiten, zu dem kein einziger Junge, dafür aber neun Mädchen kamen, die vielleicht alle zu Tobias Zick von Neon wollten, der an meiner Stelle im Programmheft stand. Man kann also sagen, dass das Ganze eine ziemlich uncharmante Veranstaltung war – für die Referenten, aber auch für die 500 jugendlichen Teilnehmer, die man in einer Turnhalle untergebracht hatte, aus der sie<span> </span>um 6 Uhr morgen raus mussten, damit der Schulsport dort stattfinden konnte.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Mein Workshop dauerte 8 Stunden, und in dieser Zeit bemühte ich mich, den beflissenen Schülerzeitungsredakteurinnen meinen Beruf schmackhaft zu machen. Es ging um das nächste <a href="http://www.fluter.de/">fluter-Heft</a> zum Thema Ernährung. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten (wie gesagt: Sie mussten nach der ersten Partynacht um sechs Uhr raus!) hatten die Teilnehmerinnen richtig gute Einfälle: Am Besten gefiel mir die Idee, die Lebensmittel zu Wort kommen zu lassen: Karotten, denen man die Haut bei lebendigem Leib abzieht, Kartoffeln, die man zerschneidet und in kochendes Wasser wirft. Ich glaube, dass Wiglaf Droste so was in der Art sogar schon mal geschrieben hat.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Was mich aber wirklich schockierte, war: Dass all diese 16-18-Jährigen eine totale Angst vor der Zukunft hatten und davor, keinen Job oder eben den falschen zu bekommen. Sie sprachen von einer Journalistenschwemme, von raren Studienplätzen, vom Numerus Clausus auf so seltsamen Fächern wie Kommunikationswissenschaften (wo ja meist nur abgehalfterte Redakteure des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ein Gnadenbrot fristen), sie hatten Angst, das Falsche zu studieren, zu spät zu kommen, keinen Job zu ergattern. Und das mit 16. Auf<span> </span>meinen Rat hin, sie sollten erstmal irgendwas studieren, was ihnen Spaß mache, und wenn es ihnen keinen Spaß mache, ein neues Studium anfangen – schauten sie mich an, als käme ich von einem anderen Stern.</p>
<p> Vielleicht waren sie auch einfach weniger naiv als ich, denn das nächste schwarz-gelbe Regierungsprogramm sieht solche notwendigen Selbstfindungstrips wahrscheinlich gar nicht mehr vor. </p>
<p class="MsoNormal">Ich glaube, die Eltern der Jugendlichen, die ich gestern sah, haben sich schon im Kleinkindalter Sorgen gemacht, die Karriere ihrer Kinder mit der Wahl des falschen Kindergartens negativ zu beeinflussen. Es waren Kinder von Eltern also, wie es sie heute fast nur noch gibt. Und die ihren Söhnen und Töchtern durch ihre jahrelange Aufgeregtheit bei der Wahl der richtigen Schule und ihren falschen Ehrgeiz allen Mut und alles Selbstbewusstsein austreiben.</p</p>
<p class="MsoNormal">Diese Erkenntnis war fast so traurig wie das Wetter gestern in Mainz.</p>
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		<title>Tanz den Lukaschenko: DUMMY in Weißrussland (2)</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Sep 2009 15:23:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Treffen fand in einem kleinen, von Nadelwald gesäumten Dorf auf dem Land statt. Soweit ich das verstanden habe, gehörte das Haus einer Frau, die früher einmal die wichtigste Oppositionspolitikerin Weißrusslands war, aber wegen der gefälschten Wahlen und den Einschüchterungen &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/229/tanz-den-lukaschenko-dummy-in-weisrussland-2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/img_0335.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-230" style="float: left;" title="img_0335" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/img_0335-360x480.jpg" alt="" width="188" height="250" /></a>Das Treffen fand in einem kleinen, von Nadelwald gesäumten Dorf auf dem Land statt. Soweit ich das verstanden habe, gehörte das Haus einer Frau, die früher einmal die wichtigste Oppositionspolitikerin Weißrusslands war, aber wegen der gefälschten Wahlen und den Einschüchterungen durch den KGB (Drohung der Familie etwas anzutun) keinen Sinn mehr darin gesehen hat, Politikerin in diesem Land zu sein.</p>
<p style="text-align: left;">Das klingt jetzt ein bisschen deprimierend, aber die Veranstaltung war genau das Gegenteil davon: sehr fröhlich, herzlich, irgendwie auch produktiv. Vor allem ging es ja um Magazine und Ähnliches, die Diktatur war Hintergrundrauschen, mehr nicht. Zwei Polinnen erzählten zum Beispiel von ihrem sehr ansehnlichen und irgendwie auch progressiven Popkultur-Heft <a href="http://www.aktivist.pl/">Aktivist!</a>, die Dänen brachten eine Zeitung und ein angesextes Jugendmagazin mit, ein grenzverrückter estnischer Karikaturist (eine art baltischer <a href="http://ahoipolloi.blogger.de/">hoi polloi</a>, der nebenbei auch <a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/img_0313.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-231" title="img_0313" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/img_0313-360x480.jpg" alt="" width="187" height="248" /></a>eine Werbeagentur und eine Pornoproduktionsfirma betreibt) stellte einen meckernden Maulwurf vor, und auch die DUMMY-Präsentation kam bei den Weißrussen spätestens in dem Moment gut an, als sie in einem wüsten Crescendo aus Titten und Sperma endete.</p>
<p style="text-align: left;">Am beeindruckendsten waren die Gastgeber selbst, das <a href="http://34mag.net/eng">34-magazin</a> aus Minsk, das wegen Druckverbot nur illegal auf CDs vertrieben wird. Die sehr jungen Redakteure und Programmierer, die nur anonym arbeiten können, gestalten jede Ausgabe in Flash mit kurzen Filmchen, Animationen und Musik, in denen es nicht, wie ich Anfangs gedacht habe, um den Aufruf zur Revolution geht, sondern um die kleinen, alltäglichen Dinge, die Jugendliche bei uns vielleicht auch so oder so ähnlich umtreiben: Partys, Mode, Was man so in langweiligen Ideologie-Vorlesungen machen kann, Anleitungen zum Schwarzfahren, ein bisschen gutes Leben und ein bisschen Spaß. Die ganze Situation hat mich dann doch immer wieder an die DDR <a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/img_0340.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-232" title="img_0340" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/img_0340-360x480.jpg" alt="" width="185" height="242" /></a>erinnert, wo der Staat ja auch bis zuletzt eine völlig irrationale Angst vor seinen Jugendlichen hatte.</p>
<p style="text-align: left;">Am Abend dann, als alle weg, Dank und Rückeinladungen verteilt waren, saß ich alleine in dem Haus und guckte erst ein bisschen Lukaschenko-TV (ich war sehr fasziniert von dieser knochigen Ansagerin) und dann die Bundestagswahl auf Deutsche Welle über Satellit. Was soll ich sagen? Keine bösen Gedanken über das Ergebnis. Eher so was wie Demut und Dankbarkeit, dass es so was wie freie Wahlen bei uns überhaupt gibt.</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">P.S. Das mit den gefälschten Schönheitswettbewerben war übrigens Mist. Bin auf dem Rückflug Miss Niederlande und Miss Türkei begegnet, die waren echt. Die Nacht zuvor hatte ich aber trotzdem noch mal einen ziemlichen George-Orwell-Moment: Ein Plastikradio im Hotelzimmer in MInsk, das durch irgendeinen unsichtbaren Mechanismus plötzlich gegen 5h morgens von alleine an und dann wieder ausging, nachdem es die Nationalhymne in Konzertlautstärke gespielt hatte.</p>
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		<title>Tanz den Lukaschenko: DUMMY In Minsk</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 12:20:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian</dc:creator>
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<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">
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<p class="MsoNormal"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/foto.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-227" style="vertical-align: text-bottom;" title="foto" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/foto-360x480.jpg" alt="" width="204" height="273" /></a></p>
<p class="MsoNormal">War ja klar. Der Einzige, der gestern Nacht ernsthaft Stress gemacht hat, war ein Deutscher, ein ehemaliger KFZ-Mechaniker aus Hessen. Er hieß André und sah im schummerigen Licht dieses weißrussischen Irish-Pubs aus wie eine zerrupfte Krähe. Zur Begrüßung zerschlug er ein Glas und schüttete mir Bier über meine Hose. Seine einheimische Freundin flehte mich erst an, sie vor ihm zu beschützen, dann lobte sie die arische Nase meines dänischen Begleiters, entschuldigte sich für ihre eigene „Judennase“, und ich verlor die Lust an Rettungsaktionen jeder Art. Erst z<span>wei Stunden zuvor war ich vom Flughafen abgeholt worden, wo die absurd kleine, zweimotorige Fokker 50 aus Riga gelandet war. Wir fuhren an Plakaten mit lachenden Bauern auf Traktoren vorbei, links und rechts Nadelwald. Der Fahrer erzählte mir, dass er unabhängiger Sportreporter sei und mit seinen Freunden Fußball im Netz kommentiere, mir kam es vor, als seien wir die Einzigen auf dieser Straße nach Minsk.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Ein weißrussisches Magazin hat mich eingeladen, DUMMY<span> </span>vorzustellen – und da sich die ganze Redaktion sehr für Diktaturen interessiert, bin ich hin. Außerdem passt die Reise gut zum aktuellen DUMMY-Atom, schließlich </span><span>ist Weißrussland das Land, das am meisten unter dem GAU von Tschernobyl gelitten hat.  Ein Viertel des Staatsgebietes ist noch immer atomar verseucht, trotztem lässt Lukaschenko  zur Zeit den ersten eigenen Reaktor bauen.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Eine Art Konfer</span><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/img_0289.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-228" title="img_0289" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/img_0289-360x480.jpg" alt="" width="206" height="272" /></a><span>enz oder ein informelles Treffen europäischer und weißrussischer Magazin-Macher soll das also werden, all</span><span>es very underground, und gleich zu Beginn, also noch vor dem KFZ-Mechaniker, ist klar geworden, dass Magazinmachen in Weißrussland eine nicht ganz ungefährliche Sache ist. Auflagenzahlen sind geheim, nicht weil sie über den Preis der Anzeigen entscheiden, sondern womöglich über die Dauer der Gefängnisstrafe. De</span><span>r KGB, der in der Innenstadt in einem klassizistischen Monsterbau sitzt, konfisziert unliebsame Zeitungen mit fadenscheinigen Begründungen und hetzt dann die Steuerbehörden auf die Redakteure. Die staatlichen Medien beschränken sich auf Jubelarien auf den Diktator. Aktuelle Schlagzeilen der „Minsk-Times“: „Der Pragmatismus des Präsidenten zerstört westliche Vorurteile“, „Weißrussland könnte bald zu den 30 Ländern mit dem besten Wirtschaftsklima gehören“, “Geschichstvereine stellen heldenhafte schlachten nach“.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Verwirrende Informationen in der ersten Nacht: Alexander Lukaschenko steht auf Eishockey und hat das Spiel zum Nationalsport erklärt. Die dänische Delegation hat ein unheimliches Gerücht gestreut: Jeden Tag finden hier internationale Schönheits-, Blumendekorations- und Eiskunstlaufwettbewerbe statt, doch die Teilnehmer aus den anderen Ländern werden in Wahrheit von weißrussischen Statisten gespielt. Bald mehr.</span></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal">
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		<title>Wenige Sätze (11) zum Spiegel Nr. 39: Bitte nicht wackeln</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Sep 2009 11:22:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Gehrs</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nie war es so teuer, keine Meinung zu haben: Der Spiegel klebt auf sein aktuelles Cover ein Wackelbildchen, das mal Angela Merkel und mal Frank-Walter Steinmeier auf dem Thron zeigt. Und als hätte man es nicht gleich kapiert, erfährt man &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/223/wenige-satze-11-zum-spiegel-nr-39-bitte-nicht-wackeln/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
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<p class="MsoNormal">Nie war es so teuer, keine Meinung zu haben: Der Spiegel klebt auf sein aktuelles Cover ein Wackelbildchen, das mal Angela Merkel und mal Frank-Walter Steinmeier auf dem Thron zeigt. Und als hätte man es nicht gleich kapiert, erfährt man es in der Hausmitteilung noch mal: „Eine Wahlempfehlung gibt der Spiegel nicht ab.“ Erstaunlich, dass man aus seiner Mutlosigkeit auch noch so ein großes Ding machen kann.</p>
<p class="MsoNormal">Das Stück über Steinmeier erzählt das Übliche, das Steinmeier nämlich immer noch ein wenig steif ist – das aber wortreich und lang und mit der schönen Erkenntnis, dass „Steinmeiers Ausstrahlung seinen Körper nicht verlässt.“ Das Stück über Merkel hält sich auch nicht groß mit politischen Inhalten auf, lieber rezensiert der Autor Gesten, Mimik und CDU-interne Befindlichkeiten. Die Politikberichterstattung des Spiegel ist ja eh zunehmend eine Berichterstattung über die Oberfläche des Politikbetriebs geworden. Man gehört eben zum eher unintellektuellen „Berliner Kommentariat“ – das ist übrigens ein schöner Begriff aus dem Merkel-Text von Christoph Schwennicke, den man anscheinend von der Süddeutschen Zeitung zum Spiegel geholt hat, damit er da möglichst wenig schreibt.</p>
<p class="MsoNormal">Und sonst: Im Interview mit dem George-Bush-Senior-Verehrer James Baker erfährt man auch nichts Neues über die deutsche Einheit, im Gespräch mit dem sonst Butterfahrt-tauglichen G+J-Vorsitzenden Bernd Buchholz über die Krise bei Gruner + Jahr gibt sich dieser imageschädigend schmallippig – und es gibt, aus welchem Grund auch immer, ein sage und schreibe fünfseitiges Stück über die Band No Angels, zu dem auch noch der fleißige Rechercheur Sven Röbel abkommandiert wurde. Schon das ist ein Grund, den Spiegel diese Woche am Kiosk liegen zu lassen.</p>
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		<title>Moratorium für dieses Blog aufgehoben</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Sep 2009 12:36:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Gehrs</dc:creator>
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		<description><![CDATA[  Machen wir es uns einfach. Sagen wir, dass dieses Blog eine Art Gorleben ist. Dass es einem Moratorium unterlag, währenddessen hier nicht weiter gebuddelt werden durfte. Dass es eine Art Erkundungs-Blog war, in dem probeweise gebuddelt wurde. Sagen wir ferner, dass &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/221/moratorium-fur-dieses-blog-aufgehoben/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--StartFragment--></p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;">Machen wir es uns einfach. Sagen wir, dass dieses Blog eine Art <a href="http://www.bfs.de/de/endlager/gorleben">Gorleben </a>ist. Dass es einem Moratorium unterlag, währenddessen hier nicht weiter gebuddelt werden durfte. Dass es eine Art Erkundungs-Blog war, in dem probeweise gebuddelt wurde. Sagen wir ferner, dass dieses Moratorium nun aufgehoben wird und ab heute die Arbeit weitergeht. Ja, es ist peinlich, dass hier solange nichts passiert ist. Und dennoch wollen wir es noch einmal mit einer Rückkehr versuchen. Es gibt einfach zuviel, über dass es sich in der Welt der Medien zu bloggen lohnt. Zur Zeit könnte man über den ziemlich peinlichen Spiegel schreiben – der in dieser Woche die positiven Leserbriefe zu der recht eitlen Krebserkrankungsgeschichte des Reporters <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jürgen_Leinemann">Jürgen Leinemann</a> nachreicht, die man noch in der vergangenen Woche mutigerweise nicht gedruckt hatte&#8230; (weil die negativen die Meinung in der Redaktion über Leinemanns Text wohl wesentlich besser widergaben)</p>
<p style="text-align: left;">Ja, es ist viel passiert, seit wir hier zum letzten mal die Zeit fanden, zu räsonieren. Gab es nicht sogar damals noch „Vanity Fair“, dessen Chefredakteur Ulf Poschardt nun wieder bei der Welt am Sonntag arbeitet? So wie Robin Alexander, der von der „taz“ über „Vanity Fair“ zu Springer einen erstaunlichen Weg ging und uns DUMMY-Machern in der „WamS“ unlängst ein seltsames Zitat in den Mund legte: „Wir machen richtig geile Modefotos von den Jungbauern auf den Treckern“ – was ja eher wie der Aufgalopp zu einer Pornofilmreihe aus dem Wendland klingt. Das sei also hiermit mal gegendargestellt.</p>
<p style="text-align: left;">Es stimmt aber, dass wir eine Modestrecke mit den Demonstranten gemacht und den stutzigen Polizisten vor Ort erzählt haben, dass die großen Mode-Label der Welt nun voll auf die Anti-Atomkraft-Bewegung setzen, weil die irgendwie frischer wären als die Junge Union in Reinickendorf. Die Fotos gibt es dann im nächsten DUMMY zum Thema Atom, das ab dem 22.9. am Kiosk und vorher schon bei den Abonnenten ist, und neben den feschen Jungbauern aus Gorleben viele Geschichten rund um diese bizarre Technologie bringt: Etwa darüber, wie Rentner in Bad Schlema Rheuma gaben Krebs tauschen oder wie im Endlager Asse die Decke herunterkommt.<br />
Das Magazinmachen hat wieder eine Menge Spaß gemacht, aber das Bloggen haben wir auch vermisst.</p>
<p><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/02gorleben_mode_021047_0007_unbearb_unbearb.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-222" style="vertical-align: text-bottom;" title="02gorleben_mode_021047_0007_unbearb_unbearb" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/02gorleben_mode_021047_0007_unbearb_unbearb-390x480.jpg" alt="" width="390" height="480" /></a></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;"> </p>
<p><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/02gorleben_mode_021047_0007_unbearb_unbearb.jpg"></a><br clear="all" /></p>
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		<title>Alles halb so schlimm im SZ-Tower</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Nov 2008 16:44:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Gehrs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
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		<category><![CDATA[Umzug]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach den traurig stimmenden Meldungen der letzten Wochen, die einen aus der SZ-Redaktion ereichten, war man ja schon in größter Sorge um das Blatt. Tränenreiche Artikel wurden darüber geschrieben, dass die SZ-Redaktion und der Verlag nun nicht mehr länger in &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/217/alles-halb-so-schlimm-im-sz-tower/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--StartFragment--></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/sz-blog.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-218" title="sz-blog" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/sz-blog-480x360.jpg" alt="" width="480" height="360" /></a></p>
<p class="MsoNormal">Nach den traurig stimmenden Meldungen der letzten Wochen, die einen aus der SZ-Redaktion ereichten, war man ja schon in größter Sorge um das Blatt. Tränenreiche Artikel wurden darüber geschrieben, dass die SZ-Redaktion und der Verlag nun nicht mehr länger in der Münchner Innenstadt unweit der gemütlichen Bierstuben beheimatet sind, sondern am Stadtrand in einem modernen Gebäude, das aussieht wie der Sitz einer Versicherung – sagen wir von Axa.</p>
<p class="MsoNormal">Um zu schauen, ob denn den Kollegen wirklich jener Tort angetan wird, den sie die ganze Zeit beklagen, habe ich mich aufgemacht in die Hultschiner Straße in München-Ost. Und ich muss sagen: die Ankunft in der S-Bahnstation Berg am Laim verheißt erst einmal nichts Gutes. Man muss durch eine furchtbare und furchtbar gefährliche Gleis-Unterführung hindurch und dann steht man vor dem Glas-Tower, der von der Aufteilung her an das Spiegel-Haus in Hamburg erinnert, nur eben viel schöner. Die verglaste Fassade mit ihren abwechselnden Fensterstürzen sieht schon mal klasse aus, die Münchener Sonne spiegelt sich darin und taucht den Platz davor in gleißendes Licht. Auch in der Kantine hat man sich sichtlich um eine spiegeleske Farbigkeit bemüht, leider ist es viel weniger psychedelisch geworden. Die Bedienungen wurden sorgfältig nach Hautfarbe gecastet, man isst nun wie im Inneren einer Benetton-Werbung. Ich hatte so eine Art Tafelspitz mit Schnittlauchsoße, nach dem man sich im Berliner Verlag – diesem schäbigen Plattenbau mit seiner Sodexo-Kantine – die Finger lecken würde.</p>
<p class="MsoNormal">Auch sonst klagen die SZ-Mitarbeiter auf hohem Niveau. Das Foyer ist ein mehrstöckiges Atrium mit Video-Wall, die wohl bedeuten soll, dass man hier alles im Blick hat. Klar, das ist bemüht, aber irgendwie hofft man, dass dieser mondäne Auftritt mit den gläsernen Büros der SZ ihre Münchener Spießigkeit austreibt. Denn all die Berlin-Hassartikel konnten schließlich nur in der Meister-Ederhaftigkeit der Sendlinger Straße gedeihen, wo man halt gern am Mittag schon auf ein Weißbier ging. Dortselbst habe ich Büros wie die der Medienredaktion gesehen, die an Alcatraz erinnerten.</p>
<p class="MsoNormal">Nun sitzen die Redakteure in lichtdurchfluteten Zimmern mit einem schönen Ausblick auf den hässlichen Teil von München und klagen über die Kinderkrankheiten, die so ein modernes Haus nun mal hat. Die Jalousien gehen bei Sonneneinstrahlung automatisch runter und das Licht geht an. Die Klimaanlage regelt sich selbstständig, und ab und zu gibt es einen Feuer-Fehlalarm. Was wirklich unschön ist, ist dass die einzelnen Redaktionen relativ abgeschottet auf den Etagen sitzen, es kaum Möglichkeiten der Begegnung gibt. Bei einem Wochenmagazin wie dem Spiegel mag das noch hinhauen, aber bei einer Tagesszeitung wäre<span> </span>mehr Kommunikation schon dienlich.</p>
<p class="MsoNormal">Ansonsten aber möchte man den selbstmitleidigen Kollegen mit einem Wort von Werner Funk zurufen: „Licht und Luft geben Saft und Kraft“!</p>
<p class="MsoNormal">
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		<title>Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Sep 2008 11:41:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hat es jemand gemerkt? Der Kulturspiegel ist wieder da (das ist dieses Heftchen, das ab und an aus dem Spiegel rausrutscht und kein Katalog von Peek &#38; Cloppenburg ist). Faszinierend ist dieses Magazin ja schon. Es kostet nichts. Es sieht &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/208/spieglein-spieglein-an-der-wand-wer-ist-die-schonste-im-ganzen-land/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hat es jemand gemerkt? Der Kulturspiegel ist wieder da (das ist dieses Heftchen, das ab und an aus dem Spiegel rausrutscht und kein Katalog von Peek &amp; Cloppenburg ist). Faszinierend ist dieses Magazin ja schon. Es kostet nichts. Es sieht aus wie nichts. Und es enthält unter Garantie keine Geschichten, die man nicht schon irgendwo anders gelesen hat. Vielleicht ist der Kulturspiegel ja auch ein kleines Second-Hand Geschäft, irgendwo in Hamburg. Vielleicht können Journalisten da vorbeigehen und ihre alten, vermufften Texte abliefern, die sonst keiner will? Ich weiß nicht, was der Kulturspiegel ist. Jedenfalls hat es fast schon was von Slapstick, wie die Redaktion jeden Monat Trends herbeischreibt und sich am Ende doch nur hinter abgefahrene Züge schmeißt. George Clooney Superstar (August), Shoppen in New York (September), das supertolle Kindel Lesegerät im Oktober (das, nebenbei gesagt, drei von zehn darüber berichtenden Journalisten noch nie in der Hand gehabt haben, aber trotzdem schon mal vom revolutionären Potential schwärmen). Außerdem ist da diese überraschend schöne Kanzlerin auf dem Cover. Kommt mir irgendwie bekannt vor die Idee. Oder täusche ich mich da? </p>
<p> </p>
<p>.<img class="alignnone size-medium wp-image-210" style="vertical-align: bottom;" title="merkel2" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/bild-41.jpg" alt="" width="204" height="284" /><img class="alignnone size-medium wp-image-212" style="vertical-align: bottom;" title="Merkel1" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/bild-10.png" alt="" width="214" height="282" /></p>
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		<title>Schon wieder Tom Kummer: Story in DUMMY gefälscht!</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Jul 2008 09:26:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Gehrs</dc:creator>
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		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
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		<description><![CDATA[Die „Neue Zürcher Zeitung“ widmete der Schweiz-Ausgabe von DUMMY neulich einen kleinen Artikel. „Das Gesellschaftsmagazin Dummy ist eine typische Berlin-Mitte-Marke: kreativ, chic und unabhängig, und es sieht gut aus“, hieß es da zunächst schmeichlerisch, aber dann weiter: „Schaut man genauer &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/202/schon-wieder-tom-kummer-story-in-dummy-gefalscht/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/kummer.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-203" title="kummer" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/kummer-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die „Neue Zürcher Zeitung“ widmete der Schweiz-Ausgabe von DUMMY neulich einen kleinen Artikel. „Das Gesellschaftsmagazin Dummy ist eine typische Berlin-Mitte-Marke: kreativ, chic und unabhängig, und es sieht gut aus“, hieß es da zunächst schmeichlerisch, aber dann weiter: „Schaut man genauer hin, ist die Aufmachung besser als das Produkt, wie so oft beim Berlin-Mitte-Chic.“<br />
 <br />
Lobenswert fand die Autorin Sieglinde Geisel aber das bern-deutsche Editorial und die Geschichte über den Fälscher <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tom_Kumme">Tom Kummer</a>. Immerhin, so die NZZ, erfahre man in DUMMY einige Neuigkeiten von dem Schweizer Borderline-Journalisten. Dass er nämlich „in einem Club in Hollywood anderen Promis Tischtennis beibringt.“</p>
<p>Soso. Tischtennis also, obwohl im Artikel in DUMMY ausnahmslos von <a href="http://deutscherpaddletennisverband.de/">Paddletennis</a> die Rede ist, das Kummer auch nicht in Hollywood sondern in Malibu betreibt. Damit hat es die NZZ geschafft, die einzigen Fakten, die in dem Artikel stecken, auch noch zu verdrehen. Dass Kummer in Malibu Paddletennis spielt, ist nämlich das einzig Wahre an der Geschichte, der Rest ist frei erfunden. So, jetzt ist es raus.</p>
<p>Nicht nur die NZZ ist darauf reingefallen, auch andere Rezensenten haben nicht gemerkt, dass Autor Oliver Geyer passend zum Thema einen echten Kummer abgeliefert und sein Treffen mit dem Fälscher komplett zusammenfantasiert hat. „California Dreaming“ eben – wie es schon in der Überschrift heißt.</p>
<p>Neben der Headline gab es noch andere Hinweise, dass das Thema dialektisch bearbeitet wurde. So griff Geyer auf das urtypischste aller Kummer-Stilmittel zurück – nämlich den exzessiven Einsatz von Promis. „Einmal hat Oliver Geyer Tom Kummer in Los Angeles besucht, dort schlaflose Nächte verbracht, Gwyneth Paltrow und Bruce Willis kennengelernt und Kummer beim, Popp, popp, popp,´ Tennisspielen beobachtet&#8221;, schrieb etwa Ronnie Grob anerkennend auf <a href="http://medienlese.com/2008/06/14/im-test-dummy/">Medienlese.com.</a> Soso. Gwyneth Paltrow und Bruce Willis also.</p>
<p>Kompliment an Geyer, der den Ton des Meisters perfekt getroffen hat. Offen bleibt, ob die nicht entdeckte Fälschung bedeutet, dass ein zweiter Kummer jederzeit wieder möglich ist. Hier auf jeden Fall für alle, die die Geschichte noch nicht gelesen haben, der poppige Anfang. Damit sich jeder ein Bild machen kann.</p>
<ol><em>&#8220;Popp, popp, popp, popp. Die gelben Bälle fliegen so schnell über das kleine Paddletennis-Feld, dass sie die ballistische Bahn von Gewehrkugeln beschreiben. Popp, popp, popp. Man sieht nur noch gelbe Streifen. Tom Kummer lässt es auch in seinem neuen Job als Paddletennis-Trainer im Jonathan Club at the Beach in Malibu richtig poppen, er macht Tempo. Er will das Letzte aus seinem Gegenüber herausholen, egal wer sich da abrackert. Heute ist es Bruce Willis, der alles geben muss. Die Sonne steht schon tief über den unwirklich hohen Palmen des Promi-Clubs in Malibu. Gegen Abend bläht sie sich immer noch einmal auf, taucht die Welt in Technicolor und versinkt im Pazifik. Der ganze Himmel ist orange. Hier ist aber auch alles larger than life, denkt der gejetlagte Europäer. Das kann doch nicht wahr sein.</em></ol>
<ol><em> Der Actionheld hat aufgegeben, Bruce Willis wedelt mit dem triefenden Stirnband: „Lass uns besser noch zusammen einen Drink nehmen Tomás.“ Willis und Kummer kommen hoch auf die Terrasse und setzen sich zu mir. Die letzten Sonnenstrahlen leuchten die Szene perfekt aus. „Das ist Bruce, das ist Oliver, ein Freund aus Deutschland“, stellt Tomás uns vor. „Nice to meet you, Bruce.“ Da ist man 13 Stunden nach Los Angeles geflogen, um etwas über den wahren Tom Kummer zu erfahren, über das Leben unseres Schweizers in Hollywood, über den Bad Guy of German Journalism, der mit seinen gefälschten Promi-Interviews und Reportagen die heile deutsche Medienwelt in eine Identitätskrise gestürzt hat, und schon ist man Teil der Lüge. Für die Mitglieder des Clubs heißt Tom Tomás, kommt nicht aus Bern, sondern aus Brasilien und war immer Tennisspieler. Meine erste Frage, die mir während der Zwischenlandung in Zürich einfiel und klug erschien, muss ich erst mal stecken lassen: Sind alle Schweizer Lügner? Stattdessen gibt es Weibergeschichten von Bruce Willis.“</em></ol>
<ol><em><br />
</em></ol>
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		<title>Nicht vergessen: Holtzbrinck hat die Berliner verschleudert</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jul 2008 07:36:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Gehrs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Blattmachen]]></category>
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		<description><![CDATA[Neulich konnte man im Berliner „Tagesspiegel“ lesen, wie schlecht es den Redakteuren der „Berliner Zeitung“ unter dem Finanzinvestor David Montgomery, der die Zeitung ganz offensichtlich kaputtspart, geht. „Nicht einmal ordentlich im Netz recherchieren“ könnten die Mitarbeiter, „weil viele Anwendungen auf &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/200/nicht-vergessen-holtzbrinck-hat-die-berliner-verschleudert/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #0000ee; text-decoration: underline;"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/depenbrocks-auto.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-201" title="depenbrocks-auto" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/depenbrocks-auto-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></span>Neulich konnte man im Berliner „Tagesspiegel“ lesen, wie schlecht es den Redakteuren der „Berliner Zeitung“ unter dem Finanzinvestor David Montgomery, der die Zeitung ganz offensichtlich kaputtspart, geht. „Nicht einmal ordentlich im Netz recherchieren“ könnten die Mitarbeiter, „weil viele Anwendungen auf den veralteten Computern nicht laufen.“ Es existiere ein „massiver Investitionsstau in der Holding, der mit einem Exodus leitender Mitarbeiter in Redaktionen und Verlag einhergeht. Wer nicht freiwillig seinen Platz räumt, wird gegangen.“ Die Auflage des Blattes sei unter dem Cheverolet-Corvette-fahrenden Chefredakteur Depenbrock im ersten Quartal auf 171 893 Exemplare gesunken, die verkauften Abos seien um mehr als zehn Prozent zurückgegegangen – „vor allem, weil weniger Geld in die wichtige Abo-Werbung gesteckt wird.“<br />
Einen Tag später berichtete auch die <a href="http://www.zeit.de">„Zeit“</a> vom Trauerspiel bei der „Berliner Zeitung“. Unter der markigen Überschrift „Eins in die Presse“ hieß es, dass die <a href="http://www.mecom.co.uk">Mecom-Holding</a>, der die „Berliner Zeitung“ gehört, „kein Verlag im herkömmlichen Sinne“ sei, „sondern eine Hülle, geführt von einem ehemaligen Medienmanager, der lauter Finanzinvestoren um sich versammelt hat.“ Der nun „zu erwartende Abbau bei der &#8220;Berliner Zeitung&#8221; sei „eine journalistische Amputation, die ihresgleichen“ suche.</p>
<p>Das ist natürlich sehr ehrenwert, dass die Kollegen den darbenden Redakteuren bei der „Berliner Zeitung“ im Kampf gegen die Heuschrecke so beispringen. Unbedingt erinnert sei hier aber noch einmal daran, wer eigentlich die „Berliner Zeitung“ an den englischen Finanzinvestor verkauft hat. Das nämlich war der <a href="http://www.holtzbrinck.com">Holtzbrinck-Verlag</a>, in dem der „Tagesspiegel“ und auch die „Zeit“ erscheinen. Da es damals auch andere Angebote gab, etwa vom Verlagshaus DuMont, liegt die Vermutung nicht fern, dass es Holtzbrinck genauso wie Montgomery einzig und allein um`s Geld ging. Für ein paar Millionen mehr hat man die journalistische Amputation der „Berliner Zeitung“ eingeleitet.</p>
<p>Wie gesagt: Man muss sich das nur noch einmal vor Augen halten, wenn man nun in den Holtzbrinck-Blättern Zeilen voller Krokodilstränen vorfindet. Und wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum sich bei der „Berliner Zeitung“ so recht niemand über die Solidaritäts-Gesten der Kollegen freuen kann.</p>
<p>Der damals bei Holtzbrinck zuständige Manager, Michael Grabner, sagte übrigens unlängst über David Montgomery, dass er dem „aktuell keinen Gebrauchtwagen mehr abkaufen&#8221; würde. Als Gebrauchtwagenverkäufer hingegen könnte man sich Grabner sehr gut vorstellen.</p>
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