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	<title>dummyblog &#187; Populärkultur</title>
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	<description>Das Blog des Dummy-Magazins</description>
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		<title>Und noch ein Veranstaltungshinweis</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 07:01:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian</dc:creator>
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<p><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/320745_10150363685440908_218062590907_9914169_1406654150_n1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-580" title="320745_10150363685440908_218062590907_9914169_1406654150_n" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/320745_10150363685440908_218062590907_9914169_1406654150_n1-480x330.jpg" alt="" width="480" height="330" /></a></p>
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		<title>Gute Rezensionen garantiert: Bücher von Journalisten</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Dec 2010 09:18:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Gehrs</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist mittlerweile schwer, in den Redaktionen Journalisten zu finden, die gerade kein Buch schreiben oder es zumindest vorhaben. Gerade in diesem Jahr hatte man den Eindruck, als kämen so viele Journalisten-Bücher wie noch nie auf den Markt: Unter dem Weihnachtsbaum liegen vom Spiegel-Redakteur Markus Feldenkirchen ein wirklich schöner kleiner Liebesroman vor dem Hintergrund der deutschen Einheit, ein Angelbuch seines Kollegen Christoph Schwennicke, ein Roman von Zeit-Autor Harald Martenstein, das Wertebuch von Giovanni di Lorenzo und Axel Hacke, möglicherweise auch die Till-Brönner-Biografie von Claudius Seidl oder die diversen Schnellschüsse zum Thema Leben ohne Internet.</p>
<p>Klar, gab es das auch schon früher,  dass Journalisten Bücher schreiben, schließlich ist manches Thema einfach zu groß, um nur in einer Zeitung oder einem Magazin abgedruckt zu werden. Stefan Aust und Frank Schirrmacher haben gefühlt zusammen inzwischen so viele Bücher geschrieben wie Johannes Mario Simmel, es gibt furchtbare Elaborate von Hellmuth Karasek in den Bibliotheken und es gibt Fälle, wo aus GEO-Autoren bedeutende Romanciers wurden.</p>
<p>Aber diesmal ist es irgendwie anders. Der Buchmarkt sieht danach aus, als hätten die Verlage in den Journalisten genau jene Kolonne Zuarbeiter entdeckt, auf die sie seit langem gewartet haben. Die keine Allüren kennt, keine Zicken macht und sie nicht jahrelang auf ein neues Buch warten lässt, weil sie ja mit der Deadline aufgewachsen ist. Und die es gewohnt ist, eine mediokre Idee als großen Wurf zu verkaufen.</p>
<p>Was liegt denn für einen Literaturagenten näher als morgendlich die Zeitung durchzuflöhen, ob sich nicht irgendein schöner Artikel zu einem Buch aufblähen lässt. Kaum ist die Zeitung ausgelesen , hängen sie am Hörer und kontaktieren die Autoren mit der Frage, ob sie sich denn vorstellen können, aus ihrem kleinen Text ein Buch zu machen. Die Journalisten, die gegenüber echten Schriftstellern eh kleine Minderwertigkeitskomplexe haben, fühlen sich endlich erkannt und legen los mit einem Exposé. Zusätzliches Geld winkt und ein wenig Ehre  auch wenn die angesichts der Vielzahl buchschreibender Kollegen immer weniger wird.Was sich heute so alles Buch nennen darf  denkt man da angesichts des Outputs. Das Publikum ist aber in Zeiten, in denen ein Anwalt, der kurze, deutsche Sätze aneinandereihen  kann, die die grausigen Plots aus seinen Mandantenakten nacherzählen, mit Literaturpreisen überhäuft wird, sowieso eher anspruchslos und greift sehr gern zu den Journalistenbüchern. Endlich mal ein Buch, das man in einem Rutsch durchlesen kann. Es ist ja auch meist in einem Rutsch geschrieben.</p>
<p>Die fleißigen Journalisten, die es gewohnt sind, aus kleinen Infokrümeln große Kuchen zu backen, sind für die latent hektischen Agenten noch aus einem anderen Grund pflegeleicht: Sie bringen meist gute Kontakte zu anderen Medien mit, gerade im Feuilleton gibt es ja viele Freunschaften über alle Blattgrenzen hinweg; gern rezensiert man die Bücher der anderen positiv, sie werden sich schon revanchieren. Neulich wurde z.B. das Yoga-Buch einer Autorin, die auch für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung schreibt, in eben dieser Zeitung fast halbseitig gelobt. Hemmungen gibt es in dieser Hinsicht schon lange nicht mehr.</p>
<p>Eine Frage bleibt noch und sie verheißt nichts Gutes für den deutschen Journalismus: Woher nehmen eigentlich all diese Redakteure die Zeit, nebenbei Bücher zu schreiben? Ist ihr Redaktionsjob bei einem der großen deutschen Presseerzeugnisse nicht aufreibend genug. Kein Fulltimejob, dem man mit ganzer Verve nachgehen müsste? Was sagen eigentlich die Frauen oder Männer dieser Getriebenen, wenn sie sich nach Dienstschluss noch an den Computer setzen, um sich einer Zweit-Karriere als Buchautor entgegenzuschreiben? Oder anders gesagt: Sieht der tägliche Zeitungs- und Magazinjournalismus nicht teilweise genauso aus, als würde er von Journalisten gemacht, die mit dem Herzen nicht dabei sind und mit dem Kopf eh woanders. Diese Frage kann man eigentlich nur mit Ja beantworten.</p>
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		<title>Leid des Lesers (1): Zeit-Magazin</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jan 2010 09:42:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Gehrs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
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		<description><![CDATA[Neulich hörte ich jemanden stöhnen, der aussah wie ein langgedienter Zeit-Leser: Was ist nur aus dem Zeit-Magazin geworden? In dieser Woche fällt die Antwort nicht schwer. Ich würde sagen: Ein sich unfassbar schamlos an die Werbetreibenden ranwanzendes Lifestyle-Produkt. War die &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/261/leid-des-lesers-1-zeit-magazin/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/cover-04-148x197.jpg1.gif"><img class="alignleft size-full wp-image-263" title="cover-04-148x197.jpg" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/cover-04-148x197.jpg1.gif" alt="" width="148" height="197" /></a>Neulich hörte ich jemanden stöhnen, der aussah wie ein langgedienter Zeit-Leser: Was ist nur aus dem Zeit-Magazin geworden? In dieser Woche fällt die Antwort nicht schwer. Ich würde sagen: Ein sich unfassbar schamlos an die Werbetreibenden ranwanzendes Lifestyle-Produkt. War die Fülle der ganzen Style- und Fashion-Themen zum Nachteil von Reportagen schon in der Vergangenheit verwunderlich, so ist mit der aktuellen Ausgabe der Wandel zur Modeillustrierten vollzogen: Nicht eins, sondern gleich vier Mode-Cover bietet das Magazin, wobei der publizistische Coup darin besteht, dass immer dasselbe Model posiert, fotografiert von vier verschiedenen Fotografen. Runtergezählt werden die Cover &#8220;3,2,1, Meins&#8221; – vielleicht bekommt man neben den Anzeigen für Modelabel auch noch Geld von ebay. Drinnen lobt man sich erstmal für diese geniale Idee, ein paar Seiten später erzählt der pofixierte Fotograf Jürgen Teller, was er so Schönes für den Designer Marc Jacobs macht und Wolfram Siebeck, wie man ein großes Kotelett brät. Es gibt Neues von Caroline von Monaco, eine 13-seitige Strecke über das Model vom Cover, Sudoku, Scrabbel und einen wohlwollenden Fahrbericht über den Mercedes Benz GL 350, der sich trotz einer CO2-Emission von 239 g/km BlueTEC nennen darf. &#8221;Das <em>ZEITmagazin</em> zeichnet sich aus durch ein unverwechselbares Konzept sowie durch starke Einzelleistungen aus&#8221; heißt es im Werbedeutsch des Holtzbrinck-Verlags. Gelten lassen mag man das diese Woche einzig für die Infografik über die Parteigeschichte der Grünen, in der man u.a. Joschka Fischers Silhouette verfolgen kann.</p>
<p>Während die Zeit über die vergangenen Jahre besser geworden ist – auch diese Woche wichtige, lesenswerte Artikel zum Atomendlager Asse oder zum skrupellosen Pharmakonzern Roche bringt – ist aus dem Zeit-Magazin ein recht selbstzufriedenes Blatt geworden, das in dieser Zeit nichts weiter zu bieten hat als geschmäcklerische Statements zu Mode- und Lifestylefragen. Die Gesellschaftskritik wurde an das Büro Günter Wallraff outgesourct, der ab und zu eine Erlebnisreportage zuliefert – etwa darüber, was man für Reaktionen erhält, wenn man sich als Schwarzer so kostümiert, dass jeder sieht, dass man gar kein Schwarzer ist. Diese Woche ist wenigstens ein echter Schwarzer dabei: In der seit gefühlten 100 Jahren existierenden Rubrik &#8220;Ich habe einen Traum&#8221; sagt Snoop Dogg: &#8220;Ich habe es geschafft, jedes meiner Ziele zu erreichen&#8221;. Aus der Ecke darf man also auch nichts mehr erwarten.</p>
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		<title>Der Spiegel mal ganz luzide: &#8220;Es wird Streit geben&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Oct 2009 09:53:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Gehrs</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Man weiß gar nicht, was einen mehr wundern soll: Wie schnell der „Spiegel“ eine Titelgeschichte aus dem Hut zaubert, die die schwarz-gelbe Koalition verreißt oder der Umstand, dass die darin bemängelte Politik von der „Spiegel“-Redaktion nicht schon vor der Bundestagswahl &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/241/der-spiegel-mal-ganz-luzide-es-wird-streit-geben/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href='http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/rospanz20090440001-312.jpg'><img src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/rospanz20090440001-312.jpg" alt="" title="rospanz20090440001-312" width="312" height="412" class="alignnone size-full wp-image-242" /></a><br />
Man weiß gar nicht, was einen mehr wundern soll: Wie schnell der „Spiegel“ eine Titelgeschichte aus dem Hut zaubert, die die schwarz-gelbe Koalition verreißt oder der Umstand, dass die darin bemängelte Politik von der „Spiegel“-Redaktion nicht schon vor der Bundestagswahl antizipiert wurde. „Streit wird ein Thema von Schwarz-Gelb werden – soviel ist nach den Koalitionsverhandlungen gewiss“ reportiert das Magazin leutselig – und ehrlich gesagt hätte man das ja vor der Wahl ahnen können. Genauso wie den Umstand, dass eine vernünftige Energiepoltik unter der neuen Koalition mit ihren seltsamen Verrenkungen zum Thema Atomausstieg zum Erliegen kommt, wie der „Spiegel“ staunend feststellt. Übrigens schlägt sich das Magazin hier ganz elegant auf die Seite der Energie-Oligopolisten und bemängelt, dass die Laufzeitverlängerung nicht längst beschlossen und somit Planungssicherheit geschaffen wurde. Als Neuigkeit in der dürren Titelgeschichte wird auch das Zitat eines anonymen „FDP-Mannes“ ausgegeben, der die Geisteshaltung der CDU-Unterhändler so beschreibt: „Wir ändern hier gar nix“.</p>
<p>Das trifft im übrigen auch ganz gut auf die „Spiegel“-Redaktion zu:  Seit Jahren gibt es in dem Blatt keine politische Haltung, die nicht in der nächsten Woche durch eine amüsante Pointe gekippt werden könnte. Wobei Amüsement hier auf sehr anstrengendem Niveau stattfindet – etwa dann, wenn sich die Autoren zwei Absätze nur damit beschäftigen, welcher Apfelsaft bei den Koalitionsverhandlungen getrunken wurde. Was immer das dem Leser auch sagen soll, außer: Der „Spiegel“-Reporter war wieder mittenmang statt nur dabei.</p>
<p>Noch vor Wochen war der ehemalige Umweltminister Sigmar Gabriel, der im „Spiegel“ über all die Jahre <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,313937,00.html">runtergeschrieben wurde wie kaum ein anderer</a>, noch die letzte Pfeife – im aktuellen „Spiegel“ nun heißt es, es fehle das „heiße Blut“ wie es Gabriel in der Großen Koalition gezeigt habe. Andere Passagen der Titelgeschichte wirken, als fänden die Verschwörungstheorien einiger Parlamentarier mittlerweile eins zu eins ins Blatt. Wenn etwa Karl-Theodor zu Guttenbergs Versetzung ins Verteidigungsministerium damit erklärt wird, dass er als Finanzminister zu viele Möglichkeiten bekäme, sich als symphatischer Strahlemann in Szene zu setzen. Wenn das doch nur Peer Steinbrück gewusst hätte. Schlimm findet der „Spiegel“ übrigens auch, dass das Schonvermögen für Hartz-IV-Empfänger erhöht und selbstgenutzte Immobilien geschützt werden. Das Land mag sozialdemokratischer geworden sein, der &#8220;Spiegel&#8221; nahm zwar nicht die umgekehrte Richtung, aber den Weg in die Indifferenz: Er schreibt halt immer gegen die an, die gerade regieren und versichert sich mit diesen Schnellschüssen seiner eigenen Kritikfähigkeit. So wie Schwarz-Gelb auf dem aktuellen Titelbild schlingert der &#8220;Spiegel&#8221; schon lange.</p>
<p>PS: Wirklich lesenswert ist übrigens die Geschichte über das Paris-Bar-Bild von Martin Kippenberger, oder eben gerade nicht von Kippenberger.</p>
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		<title>Der Mann, der bei Dummy &#8230; war</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Oct 2008 13:27:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dass Dummy &#8220;Schwarze&#8221; Wellen schlägt, haben wir ja verstanden. Brisant berichtete, und auch die Bunte und das Feuilleton der SZ schrieben darüber. Im Internet kursieren zudem Gerüchte, es gäbe demnächst eine Demo mit Menschenkette vor dem Dummy-Büro. Aber es war &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/214/der-mann-der-bei-dummy-war/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: left;"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/berlin_-_axel-springer-hochhaus.jpg"><img class="size-medium wp-image-216" style="vertical-align: top;" title="berlin_-_axel-springer-hochhaus" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/berlin_-_axel-springer-hochhaus-320x480.jpg" alt="" width="208" height="312" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Dass Dummy &#8220;Schwarze&#8221; Wellen schlägt, haben wir ja verstanden. Brisant berichtete, und auch die Bunte und das Feuilleton der SZ schrieben darüber. Im Internet kursieren zudem Gerüchte, es gäbe demnächst eine Demo mit Menschenkette vor dem Dummy-Büro. Aber es war doch ein ziemlicher Schock, als gestern das Sekretariat von <a href="http://www.guenter-wallraff.com">Günter Wallraff</a> <a href="http://www.guenter-wallraff.com"><cite></cite></a>anrief und eine Ausgabe von Dummy &#8220;Schwarze&#8221; für den Meister des Undercover-Journalismus bestellte. Hat Günter Wallraff Lunte gerochen? Wird er Dummy unterwandern und des Rassismus überführen? War er vielleicht schon hier? Herausgeber Oliver Gehrs ist auf eine Mittelmeerinsel geflüchtet. Bei den übrigen Mitarbeitern liegen die Nerven blank. Jeder beschuldigt jeden, in Wirklichkeit ein anderer zu sein.</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">
]]></content:encoded>
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		<title>Schockerziehung per DVD-Trailer: Auch was für Vorschulkinder</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Apr 2008 02:39:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich hatte mir vor einigen Wochen ein paar DVDs bestellt, und darunter war eine aufwendige DVD-Box von The Wizard of Oz – dem größten Kinderfilm-Klassiker aller Zeiten, erschienen bei Warner Brothers. Kürzlich riss ich die Verpackung auf, klappte die fünfseitige, &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/121/schockerziehung-per-dvd-trailer-auch-was-fur-vorschulkinder/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><img src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/bbfc-universal-suitable-for-all-200-pix.jpg" alt="bbfc-universal-suitable-for-all-200-pix.jpg" />Ich hatte mir vor einigen Wochen ein paar DVDs bestellt, und darunter war eine aufwendige DVD-Box von <em>The Wizard of Oz</em> – dem größten Kinderfilm-Klassiker aller Zeiten, erschienen bei Warner Brothers. Kürzlich riss ich die Verpackung auf, klappte die fünfseitige, kaugummibunte Faltpappe in all ihrer Herrlichkeit auf, und ich legte die Film-DVD ein. &#8220;Somewhere Over the Rainbow&#8221; hören und ein bisschen träumen.</p>
<p style="text-align: justify;">Nur: Da gab es erst einmal ein 43 Sekunden langes Schock-Video zu ertragen. Hämmernde, treibende, laute Musik, in die Crime-Sounds vom Brandausbruch bis zur Polizeisirene hineingesampelt worden waren und bei der jeder Herzkranke übern Jordan gegangen wäre. Extrem nervöse und verwackelte Aufnahmen von diversen Kriminaldelikten. Wildes Flackern allenthalben. Und fortwährend dazwischen-geschnitten, im Stile dessen, wie man sich Gehirnwäsche bei der psychologischen Kriegsführung vorstellt: flackernde, wabernde Textbrocken in ganz großen Buchstaben.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese Textbrocken, Wort für Wort auf den Bildschirm geschmettert, fügten sich zu Mitteilungen. Und weil das Ganze dankenswerterweise immer wieder erneut anläuft, wenn man die DVD noch einmal einlegt, habe ich es Einstellung für Einstellung einmal mitgeschrieben (Interpunktion zur Lesbarkeit nachträglich eingefügt):</p>
<p align="center">YOU WOULDN&#8217;T<br />
STEAL A CAR.</p>
<p align="center">YOU WOULDN&#8217;T<br />
STEAL A HANDBAG.</p>
<p align="center">YOU WOULDN&#8217;T<br />
STEAL A MOBILE PHONE.</p>
<p align="center">YOU WOULDN&#8217;T<br />
STEAL A MOVIE.</p>
<p align="center">MOVIE</p>
<p align="center">PIRACY</p>
<p align="center">IS<br />
STEALING.</p>
<p align="center">STEALING</p>
<p align="center">IS AGAINST</p>
<p align="center">THE LAW.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: center">PIRACY.<br />
IT&#8217;S A CRIME.</p>
<p style="text-align: justify;">Also: So eine nützliche Verbraucherinformation und Rechtsberatung ist doch mal wirklich überzeugend. (Vielleicht finden das ja auch die Verfasser des &#8220;<a href="http://www.heise.de/bilder/106992/0/1">Offenen Briefs zum Tag des Geistigen Eigentums</a>&#8221; vom 25.04.2008.) Doch was mir beim Angucken schon die Sprache verschlug: Welcher losgelassene Irre hat denn dafür gesorgt, dass dieser Schocker aus der Abteilung Psycho-Attacke nicht selbst unter die Altersbeschränkung fällt? Kann man kleine Kinder mit gar nichts alleine lassen?</p>
<p style="text-align: justify;">Es ist ja nicht nur so, dass die ganze DVD, der dieses Filmchen vorangestellt wurde, von der zuständigen <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/BBFC">britischen Behörde</a> als <strong>UNIVERSAL, Suitable for all</strong> eingestuft wurde – also freigegeben ohne Altersbeschränkung. Die Komikertruppe, durch deren Hände das gegangen ist, hat sogar <em>den Trailer selbst</em> entsprechend klassifiziert. Zu sehen unten rechts, am Anfang des Stücks. Nicht zu fassen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Hitler geht immer — Zoomer.de geht gar nicht</title>
		<link>http://blog.dummy-magazin.de/162/hitler-geht-immer-zoomerde-gar-nicht/</link>
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		<pubDate>Fri, 18 Apr 2008 18:56:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf der Startseite von Holtzbrincks digitalem &#8220;Nachrichten&#8221;-Schrotthaufen namens Zoomer.de war am heutigen Freitag stundenlang folgender Aufmacher zu bestaunen &#8211; zum Zeitpunkt des Screenshots (17:29 Uhr) genoss der Beitrag die maximale Userpunkt-Wertung von 10,0: Der müde Anlass: Eine Website namens genealogie.de, &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/162/hitler-geht-immer-zoomerde-gar-nicht/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der Startseite von Holtzbrincks digitalem &#8220;Nachrichten&#8221;-Schrotthaufen namens <a href="http://www.zoomer.de/">Zoomer.de</a> war am heutigen Freitag stundenlang folgender Aufmacher zu bestaunen &#8211; zum Zeitpunkt des Screenshots (17:29 Uhr) genoss der Beitrag die maximale Userpunkt-Wertung von 10,0:</p>
<p><img src='http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/cutting-20080418-zoomer-hitler-werbung-480-pix.jpg' alt='cutting-20080418-zoomer-hitler-werbung-480-pix.jpg' /></p>
<p>Der müde Anlass: Eine Website namens genealogie.de, die von sich behauptet, Namens- und Ahnungsforschung anzubieten, betreibt irgendwo im Netz Popup-Werbung mit Hitler. Offenbar schon ziemlich lange, will man der Kommentatorin &#8220;waschmaschine&#8221; <a href="http://www.tagesspiegel.de/medien-news/Werberat;art15532,2515524">bei Tagesspiegel.de</a> glauben. Der Werberat vom Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft hat der Betreiberfirma dieser Website dafür heute verständlicherweise <a href="http://www.zaw.de/index.php?menuid=0&#038;reporeid=384">eine Rüge erteilt</a>.</p>
<p>Ja, und die ganz Gerissenen bei Zoomer.de dachten sich dann eben: Komm, bei uns läuft&#8217;s nicht so gut, <strong>dann machen wir halt auch Hitler</strong>. Also die gleiche Hitler-pornographische Eigenwerbung wie diese &#8220;Ahnenforscher&#8221; dort drüben. Nur mit noch viel mehr Schwarz im Hintergrund, geht es doch ums Böse an sich. </p>
<p>Aber es brauchte schon etwas mehr Inhalt dafür. Nur wegen dieser Werberats-Rüge im großen Stil rumzuhitlern &#8211; meine Güte, das hätten wahrscheinlich nicht einmal Zoomer-gestählte Leser gutgeheißen. Also brachte man unter dem Vorspann zur Hitler-Werbung ein Interview mit dem jungen Journalisten Daniel Erk, der unter anderem für NEON schreibt und <a href="http://taz.de/blogs/hitlerblog">das Hitler-Blog auf taz.de</a> betreibt. Dieses Interview ist nett, und es enthält ein paar ganz interessante Erläuterungen zum Hitler-Blog. </p>
<p>Es ist aber alles andere als ein Nachrichtenportal-Aufmacher, und als ich vorhin beim Hitler-Blog vorbeikam, da begriff ich mit einem Mal, was hier Sache ist. Denn <a href="http://taz.de/blogs/hitlerblog/2008/04/18/onkel-adolf/">was schreibt</a> Daniel Erk dort?</p>
<blockquote><p>Das dort veröffentlichte Interview ist im Übrigen weder tagesaktuell, noch wurde es zu dem Zwecke geführt, auf Zoomer.de zu erscheinen. Vielmehr hat es Nadine Lantzsch, die mittlerweile Redakteurin bei Zoomer zu sein scheint, vor einem Jahr für ihr privates Blog geführt. Ich wurde vor Veröffentlichung nicht kontaktiert.</p></blockquote>
<p>Ich lache immer noch.<br />
Wie schlecht sieht es bei Zoomer eigentlich aus?<br />
_____________________________________________________________________</p>
<p><em>Ergänzung:</em> Daniel Erk hat mir erlaubt, ihn aus einem kurzen E-Mail-Austausch zu zitieren, den ich mit ihm noch am Abend der Veröffentlichung dieses Beitrags hatte:</p>
<blockquote><p>Es ist ja gar nicht so, dass ich das nicht veröffentlich sehen wollen würde, auch wenn ich mir genehmere Aufmerksamkeit als die via Zoomer vorstellen kann. Aber gefragt worden wäre ich gerne. Es wäre ja auch ein Leichtes gewesen, mich anzurufen und mich um eine aktuelle Stellungnahme dazu zu bitten. Zudem stimmt der Eindruck, das Interview würde diesen ja tatsächlich hanebüchenen Anlass kommentieren, einfach nicht.</p></blockquote>
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		<title>Stark bleiben: Polylux sendet immer weiter</title>
		<link>http://blog.dummy-magazin.de/152/stark-bleiben-polylux-sendet-immer-weiter/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 09:30:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Gehrs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Populärkultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Die ARD-Sendung Polylux hat schlechte Quoten, z.B. gestern wieder: Gerade mal 3,9 Prozent der Zuschauer haben um 23:30 Uhr angeschaltet, in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen waren es noch weniger. Das Durchschnittsalter der Zuschauer der ja eigentlich für Jüngere &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/152/stark-bleiben-polylux-sendet-immer-weiter/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href='http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/von-hardenberg.png' title='von-hardenberg.png'><img src='http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/von-hardenberg.thumbnail.png' alt='von-hardenberg.png' /></a>Die ARD-Sendung <a href="http://www.rbb-online.de/_/polylux/startseite/index_jsp.html">Polylux</a> hat schlechte Quoten, z.B. gestern wieder: Gerade mal 3,9 Prozent der Zuschauer haben um 23:30 Uhr angeschaltet, in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen waren es noch weniger. Das Durchschnittsalter der Zuschauer der ja eigentlich für Jüngere gedachten Sendung liegt bei 53. Schon ewig.</p>
<p>Nun ist eine maue Quote nicht unbedingt aussagekräftig für die Qualität einer Sendung – in diesem Fall aber funktioniert sie bestens als Indikator. Denn die Sendung ist schlechtes Fernsehen seit Anbeginn – und das war vor über zehn Jahren. Unbeirrt hält Polylux an diesem seltsamen ironischen Gestus fest, den man nur noch antrifft, wenn man sich die Berliner Seiten der FAZ im Archiv anschaut. <a href="http://www.perlentaucher.de/artikel/481.html ">Jahrgang 1998&#8211;2002</a>. An dieser Uneigentlichkeit, die zur Jahrtausendwende ganz gut gepasst hat, als die Menschen nichts Wichtigeres im Kopf hatten, als sich in Büchern wie „Generation Golf“ an ihre Jugend vor &#8220;Wetten, dass&#8230;?&#8221; und dem Playmobil-Fort zu erinnern oder Interesse an Verona Feldbusch zeigten, hält Polylux fest. Mit einem süffisanten Silberblick präsentiert die Polylux-Moderatorin und Macherin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tita_von_Hardenberg">Tita von Hardenberg</a> ihre sprachlichen Klischees. Ein Beitrag über Werbung wurde gestern mit den Worten angekündigt: „Was noch vor Jahren schockte, hängt heute schon im Museum.“</p>
<p>Ja, so ist die Welt. Und das Problem von Polylux ist, dass man ständig über Dinge berichtet, die nicht mal die Halbwertzeit einer Benetton-Kampagne haben. Mal geht es um Tischtennisplatten in Kneipen, mal um Car-Ports für Kinderwagen – wobei völlig egal ist, was davon nun satirisch gemeint ist. Über American Apparel berichtete der Sender gestern so enthusiastisch, als würde nicht in etlichen <a href="http://jezebel.com/gossip/american-graffiti/american-apparel-ads-sexy-or-sexist-315570.php">Blogs über die sexuelle Ausbeutung der Angestellten</a> diskutiert. Aus der gusseisernen Polylux-Sicht aber sind alle zufrieden.</p>
<p>Wenn es mal nicht um Uneigentlichkeiten oder missratene Glossen geht (wie die gestrige über die olympische Fackel, die man gut mit China-Böllern löschen könne&#8230; Hahahaha), ist es mit der Recherche nicht weit her: Gestern berichtete Polylux über einen Speed-Abhängigen und fiel dabei auf einen Schauspieler rein, der lediglich vorgab, Drogen zu nehmen und tatsächlich dem &#8220;Kommando Tito von Hardenberg&#8221; angehörte. &#8220;Die ARD-Zeitgeistsendung Polylux ist einer Fälschung &#8230; aufgesessen&#8221;, heißt es <a href="http://tito.blogsport.de/">auf der Website dieses &#8220;Kommandos&#8221;</a> (unten das Bekennervideo) – und weiter: </p>
<blockquote><p>[Polylux] strahlte heute einen Beitrag über die „Alltagsdroge Speed“ aus. Der dort gezeigte Speed-User „Tim“ ist eine Erfindung des Kommandos. Er mag in Wirklichkeit gar kein Speed und macht auch keine „Speed-Diät&#8221;. [...] Wir haben die plumpe Internetrecherche von Polylux zum Anlass genommen, die Legende des Speed-Patienten Tim zu erfinden und zum Drehtermin ein kleines Schauspiel vorzuführen. Erschreckend, wie einfach es ist, selbst gewählte Inhalte in Massenmedien zu platzieren und so gesellschaftliche Wirklichkeit werden zu lassen.</p></blockquote>
<p><object width="425" height="355"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/fCABpdd6slY&#038;hl=de"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/fCABpdd6slY&#038;hl=de" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="425" height="355"></embed></object></p>
<p>In ihren verschiedentlichen Babypausen konnte Hardenberg bereits beweisen, dass sie abkömmlich ist: Erst machte es Steffen Hallaschka besser, dann Jörg Thadeusz. Vielleicht ist ja der Speed-Klamauk endlich ein Anlass, die Sendung aus dem Programm zu nehmen. Der RBB darf ja nicht viel zuliefern zum ARD-Programm – umso seltsamer,  dass er einen Sendeplatz so verschleudert. Und möglicherweise nur damit erklärbar, was Programmverantwortliche hinter vorgehaltener Hand erzählen. Dass Polylux nämlich quasi unabsetzbar ist – aufgrund familiärer Bindungen. Tita von Hardenbergs Mutter, <a href="http://www.hardenberg-concept.de/de/unternehmen/index.html">Gräfin Isa von Hardenberg</a>, sitzt nämlich in verschiedenen wichtigen Kaffeekränzchen, und die Angst vor der Rache dieses konservativen Netzwerks lässt den RBB in Paralyse verharren. Gräfin Hardenberg zählt zu ihren Kunden den Axel-Springer-Verlag genauso wie Bertelsmann oder den Verband der Deutschen Zeitschriftenverleger.</p>
<p>So wie es aussieht, bleibt wohl nur, Tita von Hardenbergs Ratschlag, den sie am Ende jeder Sendung gibt, zu beherzigen: „Bleiben Sie stark!“</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Tom Lehrer zum Achtzigsten</title>
		<link>http://blog.dummy-magazin.de/149/tom-lehrer-zum-achtzigsten/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Apr 2008 23:47:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Populärkultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun ist Mittwoch, der 9. April angebrochen, und das bemerkenswerte amerikanische Genie Tom Lehrer wird heute 80 Jahre alt. Dazu gratulieren wir ganz herzlich. Macht auch nichts, dass er hier garantiert nicht mitliest und in Kalifornien noch einige Stunden hinterherhinkt. &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/149/tom-lehrer-zum-achtzigsten/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun ist Mittwoch, der 9. April angebrochen, und das bemerkenswerte <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Tom_Lehrer">amerikanische Genie Tom Lehrer</a> wird heute 80 Jahre alt. Dazu gratulieren wir ganz herzlich. Macht auch nichts, dass er hier garantiert nicht mitliest und in Kalifornien noch einige Stunden hinterherhinkt. </p>
<p>Mit 15 nahm er in Harvard das Mathematikstudium auf, später machte er sich für satirische Kleinkunst am Klavier einen Namen, und keinen geringen. Etliche Menschen, die sich für ihn eigentlich interessieren würden, kennen den Mann noch gar nicht. Man sollte sich das nicht nehmen lassen, hören Sie ihn mal an. Hier sind meine zwei liebsten Kleinode von ihm, direkt aus den YouTube-Favourites herausgegriffen:</p>
<p>&#8212;&#8211; <strong>The Element Song</strong> &#8212;&#8211;</p>
<p><object width="425" height="355"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/WNfx0FO4hzs&#038;hl=en"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/WNfx0FO4hzs&#038;hl=en" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="425" height="355"></embed></object></p>
<p>Denkwürdigster Vers: &#8220;These are the only ones of which the news has come to Hah-vard / And there may be many others, but they haven&#8217;t been discah-vered.&#8221;</p>
<p>&#8212;&#8211; <strong>Wernher von Braun</strong> &#8212;&#8211;</p>
<p><object width="425" height="355"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/QEJ9HrZq7Ro&#038;hl=en"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/QEJ9HrZq7Ro&#038;hl=en" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="425" height="355"></embed></object> </p>
<p>Denkwürdigster Vers: &#8220;Once ze rockets are up, who cares whäre zey comm down / Zät&#8217;s not my department, says Wernher von Braun.&#8221; Zudem klingt der außerordentlich komische Schluss prophetisch: &#8220;Und I&#8217;m lörning Chinese&#8221;&#8230;</p>
<p>Mal schauen, was in der Feuilleton-Rundschau <a href="http://www.perlentaucher.de/teaserliste/1_Presseschauen.html">vom Perlentaucher</a> diesen Mittwoch stehen wird. Das ist ja manchmal sehr interessant zu beobachten an Jubiläums- und Todestagen: Welche Zeitungen haben das auf der Rechnung gehabt, welche nicht. Und welche ziehen verspätet nach. [Nachtrag, 09.04.2008: Gar keine berichtete.]</p>
<p>In der SZ hatte eigentlich Willi Winkler den runden Geburtstag übernehmen sollen, und bei dem wäre die Sache ja auch gut aufgehoben gewesen. Tatsächlich aber ist nichts damit. In der Mittwochs-SZ steht nichts über Tom Lehrer, nur über Schullehrer. Vielleicht hat Winkler ja einfach alles stehen- und liegenlassen, weil ein Alarmeinsatz für Bob Dylan rief? Irgendjemand muss ja schließlich noch die Pulitzerpreis-Vergabe <a href="http://www.nytimes.com/aponline/arts/AP-Pulitzers-Arts.html?_r=1&#038;scp=1&#038;sq=dylan+pulitzer&#038;st=nyt&#038;oref=slogin">an Bob Dylan</a> kommentieren und nochmal höflich daran erinnern, dass der Mann noch nicht den Literatur-Nobelpreis hat. </p>
<p>Aber viel mehr als den in diesem Fall vorzüglichen wikipedia-Eintrag zu Tom Lehrer wird man schwerlich brauchen. Und Zeitungspapier kann ja auch keine Musikstücke einspielen.</p>
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		<title>Küss mich: Warum die Medien American Apparel lieben</title>
		<link>http://blog.dummy-magazin.de/110/110/</link>
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		<pubDate>Wed, 12 Mar 2008 14:42:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Gehrs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Populärkultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist schon seltsam, wie leicht es manche Firmen haben, Verbrauchern und Medien eine „corporate social responsibility“ vorzugaukeln, hinter der meist nicht mehr steckt als ein Marketingtrick. Besonders erfolgreich damit ist das Modelabel American Apparel, das nicht nur mit latent &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/110/110/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist schon seltsam, wie leicht es manche Firmen haben, Verbrauchern und Medien eine „corporate social responsibility“ vorzugaukeln, hinter der meist nicht mehr steckt als ein Marketingtrick. Besonders erfolgreich damit ist das Modelabel <a href="http://www.americanapparel.net/">American Apparel</a>, das nicht nur mit latent sexistischer Werbung wirbt, sondern auch damit, dass man nicht in der Dritten Welt zu Niedriglöhnen in sogenannten sweatshops produziert, sondern alles unter einem Dach in „Downtown-L.A.“.<a href='http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/american-apparel.png' title='american-apparel.png'><img src='http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/aa-kuss.png' alt='aa-kuss.png' /></a> So steht es in jeder Unterhose mit Eingriff und in jeder Leggins (hätte man auch nicht gedacht, dass das alles noch mal modern wird). Und so sind die deutschen Medien allesamt seit Jahren ganz aus dem Häuschen. Erst am Wochenende jubelte die Münchener <a href="http://www.abendzeitung.de">Abendzeitung</a> über das Unternehmen, und die Süddeutsche schrieb im Dezember den besonders arglosen Satz: „Hier kann man shoppen und die Welt verbessern.“ Der Stern feierte das Unternehmen gar auf mehreren Seiten und lobte den Einsatz biologischer Baumwolle – wobei nicht einmal American Apparel selbst behauptet, damit viel am Hut zu haben und man in den Shops, etwa am Wittenbergplatz, nur ein paar Hemdchen aus <em>organic cotton</em> findet. </p>
<p>Bei American Apparel <a href="http://www.americanapparel.net/presscenter/pressCategorized.html">hat man viele der lobpreisenden Artikel aus der deutschen Presse auf seine Homepage</a> gestellt. Wenn man allerdings nachfragt, ob man ein wenig mehr über das „Vertical Integrated Manufacturing“ (so hat AA das Unter-einem-Dach-Prinzip genannt) erfahren kann, bekommt man unter Hinweis auf das strenge amerikanische Börsengesetz keine Antworten mehr. Denn seit Ende letzten Jahres gehört AA zu einem Großteil einer New Yorker Investmentfirma, die den Schuldenberg mitübernommen hat, den der Aufbau des Filialnetzes gekostet hat. </p>
<p>So steht weiter die Frage unbeantwortet im Raum, ob es American Apparel mit dem viel beschworenen „Vertically Integrated Manufacturing“ gar nicht so genau nimmt. Gewoben werden die Stoffe jedenfalls zu einem großen Teil woanders: Laut Geschäftsunterlagen bezieht der Konzern rund 70 Prozent der fertigen Stoffe von Drittanbietern, ebenso werden zwei Drittel der Ware von anderen Firmen gefärbt. Zwei entscheidende Prozesse der Herstellung – das Weben der Baumwolle und das Färben der gewebten Stoffe sind also überwiegend outgesourcet – auch, wenn viele Medien genau das Gegenteil schreiben. Unter dem Dach des pinkgestrichenen Fabrikgebäudes in L.A wird vor allem genäht. Woher die Zulieferungen kommen, mag American Apparel nicht mitteilen. </p>
<p>Kann es also sein, dass American Apparel die böse Textilwelt gar nicht auf den Kopf stellt? Dass man nur soviel anders macht, wie es braucht, um als verantwortliches Unternehmen zu gelten? In den deutschen Medien wird man dazu leider nichts finden.</p>
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		<title>Franck, auch wir haben Frau und Kinder</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Mar 2008 21:38:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Populärkultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Darf man vielleicht fragen, was das denn nun für eine Masche ist: &#8220;Franck [Ribéry], mach&#8217; meine Tochter mit Deinem Trikot glücklich&#8221;. Glaubt man dem Sportschau-Reporter, dann hat das sogar geklappt. Heute beim Bayern-Spiel gegen den Karlsruher SC. Die Sportschau-Aufzeichnung belegt &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/105/franck-auch-wir-haben-frau-und-kinder/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Darf man vielleicht fragen, was das denn nun für eine Masche ist:<br />
<img src='http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/screenshot-ard-sportschau-ribery-trikot-480-pix-breit.jpg' alt='screenshot Ribéry-Trikot' /><br />
<em><strong>&#8220;Franck [Ribéry], mach&#8217; meine Tochter mit Deinem Trikot glücklich&#8221;.</strong></em></p>
<p>Glaubt man dem Sportschau-Reporter, dann hat das sogar geklappt. Heute beim Bayern-Spiel gegen den Karlsruher SC. Die Sportschau-Aufzeichnung belegt es zwar nicht eindeutig, aber: Franck Ribéry, wieder bester Mann auf dem Platz, zieht sein Bayerntrikot aus und wirft es in die Menge. <em>Zur Halbzeitpause.</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Türkei: Die Diva und das Militär</title>
		<link>http://blog.dummy-magazin.de/87/turkei-die-diva-das-militar-und-das-internet/</link>
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		<pubDate>Sun, 02 Mar 2008 16:01:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[politische Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Populärkultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Interessanter Bericht des Türkeikorrespondenten der SZ, der in der Freitagsausgabe unten auf der Seite Drei stand. Da hat offenbar am Montag vor sechs Tagen eine türkeiweit berühmte Gesangsdiva, Transfrau und Jurorin in der Casting-Show Popstar Alaturka anlässlich der türkischen Nordirak-Offensive &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/87/turkei-die-diva-das-militar-und-das-internet/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/322/160882/">Interessanter Bericht</a> des Türkeikorrespondenten der SZ, der in der Freitagsausgabe unten auf der Seite Drei stand. Da hat offenbar am Montag vor sechs Tagen eine türkeiweit berühmte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BClent_Ersoy">Gesangsdiva, Transfrau und Jurorin</a> in der Casting-Show <em>Popstar Alaturka</em> anlässlich der türkischen <a href="http://www.heise.de/tp/r4/html/result.xhtml?url=/tp/r4/artikel/27/27351/1.html&#038;words=Nico%20Sandfuchs&#038;T=nico%20sandfuchs">Nordirak-Offensive</a> über das Militär gewettert. Und nun ermittelt wieder der Staatsanwalt.</p>
<p>Das folgende Video hat zwar keine Untertitel [Nachtrag: und es enthält auch nicht die fraglichen Äußerungen, wie uns türkischsprechende Kommentatoren mitteilen] &#8211; dafür lässt sich in Strittmatters SZ-Artikel immerhin der eine oder andere O-Ton wörtlich nachlesen.</p>
<p><object width="425" height="355"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/wQkz-YQwt6Q"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/wQkz-YQwt6Q" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="425" height="355"></embed></object></p>
<p>[Auf eine zumindest teilweise Aufzeichnung der fraglichen Äußerungen verlinkt "Ali" in den Kommentaren.] Offenbar hat hier nicht die türkische Internetzensur zugeschlagen. Bekanntlich wird in der Türkei mittlerweile <a href="http://www.heise.de/tp/r4/html/result.xhtml?url=/tp/r4/artikel/27/27120/1.html&#038;words=Nico%20Sandfuchs&#038;T=nico%20sandfuchs">&#8220;das Türkentum&#8221; auch gerne im Internet geschützt</a> &#8211; etwa indem ein Strafgerichtshof schon einmal den Zugang zu <a href="http://www.youtube.com/">youtube</a> sperren lässt.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Dylan und die einfache Wahrheit</title>
		<link>http://blog.dummy-magazin.de/84/dylan-und-die-einfache-wahrheit/</link>
		<comments>http://blog.dummy-magazin.de/84/dylan-und-die-einfache-wahrheit/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 25 Feb 2008 15:53:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Populärkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Dylan]]></category>
		<category><![CDATA[I'm Not There]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.dummy-magazin.de/84/dylan-und-die-einfache-wahrheit/</guid>
		<description><![CDATA[In drei Tagen läuft in Deutschland der Bob-Dylan-Film I’m Not There an. Die Frührezensionen sind gedruckt, die Filmvorschauen sind ausgestrahlt, auf FAZ.net und im Kulturfernsehen, und in den Tagesthemen letzte Nacht fehlte der Film auch nicht. Tom Buhrow, im Hintergrund &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/84/dylan-und-die-einfache-wahrheit/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In drei Tagen läuft in Deutschland der Bob-Dylan-Film <em>I’m Not There</em> an. Die Frührezensionen sind gedruckt, die Filmvorschauen sind ausgestrahlt, <a href="http://www.faz.net/s/Rub8A25A66CA9514B9892E0074EDE4E5AFA/Doc~E7D6009B504D147178D293280ECC239C0~ATpl~Ecommon~Sspezial.html">auf FAZ.net</a> und im Kulturfernsehen, und <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tt398.html">in den Tagesthemen</a> letzte Nacht fehlte der Film auch nicht. Tom Buhrow, im Hintergrund eine Silhouette des 1965er-Dylans mit schwarzer <em>Wayfarer</em>-Sonnenbrille, erklärte dort noch einmal für alle, es handele sich um „den vielleicht bedeutendsten Künstler Amerikas&#8221;. Und dann langsam, feierlich: „Ein Mann – mehrere Karrieren – und unzählige Masken.“ Der Autor des Tagesthemen-Beitrags findet auch unzählige Masken vor: „Poet, Prophet, Outlaw, Idol – nie ist der Mann das, was er gerade eben zu sein schien“.</p>
<p>Spätestens mit <em>I’m Not There</em> muss es auch der letzte Randbeobachter merken: Dylan ist ein Mysterium, schlechthin ungreifbar. Der Name des Herrn wird im ganzen Film kein einziges Mal erwähnt &#8211; Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnütz brauchen. Dafür spielen, Sie wissen es vielleicht, <em>sechs verschiedene Darsteller</em> den Mann. Das sind also, kein Witz: Cate Blanchett, Richard Gere, ein afroamerikanischer Junge, Heath Ledger und zwei weitere Schauspieler, die Dylan vergleichbar ähnlich aussehen, also gar nicht. Das ist ausgesprochen <em>arty</em> für einen Film mit solch einer Besetzung. Es ist beinahe sensationell. Doch niemanden wundert&#8217;s, geht es doch um Ihn. Es geht um das Mysterium, oder erwähnte ich das bereits.</p>
<p>Vielleicht ist der Film so gut, wie ihn viele finden, vielleicht hinterlässt er tiefe Eindrücke und die Zusammenstellung funktioniert brilliant. Das ist sehr gut möglich, es wäre sogar schön. Man wird den Film schon sehen müssen, um das zu sagen.</p>
<p>Aber eines werde ich nie begreifen, und das ist der ganze große Mysterien-Spuk um Bob Dylan. Dass sich Kohorten von Kritikern seit bald einem halben Jahrhundert vor Ihm auf dem Boden werfen, sich ihr Leben lang dort wälzen und immer, aber wirklich immer wieder dieselbe Frage stellen: Wer ist dieser Mann?</p>
<p>Vielleicht ja einfach dies: ein launischer Über-Grantler, der gute, authentische Musik machen wollte, der mal auf dies und mal auf jenes Lust hatte, und der, zumindest bis 1975, eines der größten künstlerischen Genies des 20. Jahrhunderts gewesen ist. Manchmal sind die Antworten auf tief klingende Fragen nicht kompliziert. Aber manchen bereitet das Idolisierungsgeraune mehr Lust als jede Antwort.</p>
<p>Und jetzt muss ich auf <a href="http://www.newyorker.com/archive/2006/09/04/060904crbo_books">den wohl brilliantesten und bestbeobachteten Artikel verweisen</a>, der jemals über Dylan geschrieben wurde. Der Artikel ist erst anderthalb Jahre alt, er ist von Louis Menand und stand im New Yorker.</p>
<p>Nach einigen unglaublich scharfsinnigen Bemerkungen zur furchterregenden Gesprächsdynamik von Interviews mit Bob Dylan bemerkt Menand, dass Dylan schon immer so gewesen sei, wie er sich in Interviews gab. Und wenn schon nicht der halbe Artikel hier reinpasst, dann sei zumindest die folgende Passage zitiert. Denn diese Passage enthält die tiefste und einfachste Einsicht, formuliert von einem unbekannten „Mann namens Harry Weber“:</p>
<p><em>The discrepancy between Dylan the interview subject and Dylan the musician is not an artifact of celebrity. [...] it’s almost the first thing that people who knew him mention when they’re asked about their initial impression. “I wanted to meet the mind that created all those beautiful words,” Judy Collins told David Hajdu […]. “We set something up, and we had coffee, and when it was over, I walked away, thinking, ‘The guy’s an idiot. He can’t make a coherent sentence.’ ” The first time Joan Baez heard Dylan sing one of his own songs—he played “With God on Our Side” for her—she was floored. “I never thought anything so powerful could come out of that little toad,” she said. She proceeded to fall madly in love with him, and bought him a toothbrush. </em></p>
<p>People who have this experience with Dylan tend to conclude that he is a complicated human being, but the logical conclusion is the opposite one. [Robert] Shelton, for his biography, interviewed a man named Harry Weber, who knew, and didn’t especially like, Dylan in Minneapolis, back in 1959, when Dylan was a student (sort of) at the University of Minnesota. “Dylan is a genius, that’s all,” Weber said. “He is not more complex than most people; he is simpler.” On most subjects that normal people talk about, Dylan seems either not to have views or to have views indistinguishable from the views of everyone else who’s hanging around the coffeehouse. His conversation is short and not always sweet. But there is one topic he does like. He is a songwriter. He likes to talk about songs. When interviewers figure this out, the work gets easier.</p>
<p>Nochmal: Dylan ist ein Genie, das ist alles. Er ist nicht komplexer als die meisten Leute, sondern einfacher gestrickt. Danke, Harry.</p>
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