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	<title>dummyblog &#187; Wissen</title>
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	<description>Das Blog des Dummy-Magazins</description>
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		<title>Wenn das kein Zeichen ist</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Oct 2008 18:54:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Just in der Woche, in der die Produktion von Dummy &#8220;Glück&#8221; so richtig anlief, bekam Herausgeber Oliver Gehrs eine vielversprechende Email.
 
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Just in der Woche, in der die Produktion von Dummy &#8220;Glück&#8221; so richtig anlief, bekam Herausgeber Oliver Gehrs eine vielversprechende Email.</p>
<p><object width="425" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/w67PE-SlKOM"></param> <embed src="http://www.youtube.com/v/w67PE-SlKOM" type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350"></embed></object></p>
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		<title>Keine Ahnung, aber davon jede Menge:  Deutsche Journalisten über den internationalen Wissenschaftsbetrieb</title>
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		<pubDate>Mon, 05 May 2008 01:10:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wissen]]></category>

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		<description><![CDATA[Immer wieder erstaunlich, wie es dazu kommt, dass in deutschen Leitmedien Journalisten über den internationalen Wissenschaftsbetrieb schreiben, die auf diesem Gebiet nicht mal den Anschein von Kompetenz erwecken und stattdessen unfreiwillig komischen Quatsch produzieren. Verstehe nicht, warum das nie aufhört. Ein schauriges Beispiel, leider nicht untypisch: Dieser kleine Infotext aus der Beilage Beruf und Karriere in der Wochenendausgabe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Immer wieder erstaunlich, wie es dazu kommt, dass in deutschen Leitmedien Journalisten über den internationalen Wissenschaftsbetrieb schreiben, die auf diesem Gebiet nicht mal den Anschein von Kompetenz erwecken und stattdessen unfreiwillig komischen Quatsch produzieren. Verstehe nicht, warum das nie aufhört. Ein schauriges Beispiel, leider nicht untypisch: Dieser kleine Infotext aus der Beilage <em>Beruf und Karriere</em> in der Wochenendausgabe der SZ (03.05.2008).</p>
<p><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/screenshot-20080503-sz-us-faculty-rankings.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-180" title="screenshot-20080503-sz-us-faculty-rankings" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/screenshot-20080503-sz-us-faculty-rankings.jpg" alt="" width="262" height="292" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Da wird das zentrale Stichwort &#8220;faculty&#8221; mit &#8220;Fakultät&#8221; übersetzt, obwohl sogar die Autorin dieses Artikels begriffen haben müsste, dass mit &#8220;faculty&#8221; in diesem Zusammenhang die Professorenschaft eines jeweiligen Hochschulinstituts gemeint ist, und nicht die einer Fakultät, geschweige denn die Fakultät selbst.</p>
<p style="text-align: left;">Da wird eine &#8220;New York State University&#8221; erfunden, von der ich nie gehört habe und die es auch nicht gibt <span style="font-size: 11pt; font-family: ">– </span>aber wo es um angelsächsische Universitäten geht, da müssen Namen scheinbar nie stimmen; den Eindruck habe ich schon lange. Wahrscheinlich meinte die Autorin &#8220;State University of New York&#8221; (oder etwa die ganz verschiedene &#8220;New York University&#8221;?), was aber auch wiederum seltsam wäre, denn <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/State_University_of_New_York">SUNY</a> ist gar keine Universität, sondern ein Hochschulverbund.</p>
<p style="text-align: left;">Aber es liegt eh eine glatte Falschmeldung in diesem Zusammenhang vor: Die Firma <a href="http://www.academicanalytics.com/">American Analytics</a>, die jenen Faculty Scholar[l]y Productivity Index herausgibt, sie ist gar nicht im Besitz des SUNY-Verbundes <span style="font-size: 11pt; font-family: "><span style="font-size: 11pt; font-family: ">– </span></span>sie ist im Privatbesitz, wie die Firma ausdrücklich auf ihrer Website <a href="http://www.academicanalytics.com/About/AboutUs.aspx">mitteilt</a>.</p>
<p style="text-align: left;">Dann noch die Aussage, die &#8220;Anzahl der Zitate&#8221; durch andere Wissenschaftler gehe in die Erhebungen dieses Produktivitätsindex ein: Was für ein inkompetenter Stuss, geht es doch einfach um die Anzahl der Verweise, wenn &#8220;citations&#8221; gezählt werden.</p>
<p style="text-align: left;">Und natürlich und von vornherein ist es sowieso Irrsinn, die Anzahl der Publikationen als Ausweis der &#8220;Leistung&#8221; eines Lehrkörpers an einem Institut zu beschreiben. Das ist so absurd, als würde man die Qualität eines Popmusikers an der Anzahl der Stücke messen, die er veröffentlicht hat, einschließlich aller Remixes und aller noch so billigen Schrottnummern.</p>
<p style="text-align: left;">Aber diese stückzahlorientierte Honorierung von Publikationsschrott in den Wissenschaften, das ist nochmal eine weites Feld, und ein noch traurigeres dazu.</p>
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		<title>Bloggerbeiträge offline / Knutschen, bis der Arzt kommt</title>
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		<pubDate>Sun, 04 May 2008 20:42:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sinn & Verstand]]></category>
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		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>
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		<description><![CDATA[Das SZ-Feuilleton brachte am Freitag, den 02.05., eine ganze Seite, auf der Blogger aus Ländern berichteten, in denen es mehr oder weniger schlecht um die Pressefreiheit steht: Birma, Iran, Saudi-Arabien, Weißrussland, Russland, und auch Italien. Die Texte waren unterschiedlich gehaltreich, insgesamt aber gar nicht uninteressant. Bis heute steht nichts davon auf sueddeutsche.de.
Ist das eigentlich Absicht oder ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Das SZ-Feuilleton brachte am Freitag, den 02.05., eine ganze Seite, auf der Blogger aus Ländern berichteten, in denen es mehr oder weniger schlecht um die Pressefreiheit steht: Birma, Iran, Saudi-Arabien, Weißrussland, Russland, und auch Italien. Die Texte waren unterschiedlich gehaltreich, insgesamt aber gar nicht uninteressant. Bis heute steht nichts davon auf sueddeutsche.de.</p>
<p style="text-align: left;">Ist das eigentlich Absicht oder ein Versehen? Und wenn das Absicht ist: Kann mir mal jemand erklären, wie das irgendeinen Sinn ergeben soll, dass ausgerechnet solche Inhalte <em>nicht</em> in den Onlineauftritt der SZ eingehen?</p>
<p style="text-align: left;">Eines noch, da gerade meine PDF-Ausgabe der SZ vom Freitag geöffnet ist. Auf der Wissensseite war diese &#8220;Zehn Dinge&#8221;-Kuriositätenrubrik wieder kein Anlass zur Freude. Diesmal ging&#8217;s ums Küssen:</p>
<blockquote style="text-align: left;"><p>Das Kiss-Syndrom steht für Kopfgelenk induzierte Symmetrie Störung. Es bezeichnet eine Fehlfunktion im Bereich der Halswirbelsäule.</p></blockquote>
<p style="text-align: left;">Was ist depperter: Dass sich das Syndrom selbst bezeichnen soll? Oder der frei zügige um Gang mit leer Zeichen? Ich ent scheide mich für letzt eres.</p>
<p style="text-align: left;">Außerdem wird der Bonobo als &#8220;Zwergschimpansenart&#8221; vorgestellt, obwohl Bonobos und Zwergschimpansen dasselbe sind. Und dann wird uns noch erzählt, ein durchschnittlicher Mensch verbringe &#8220;in 70 Jahren Lebenszeit etwa 110.000 Minuten mit Küssen&#8221;. Zusatz: &#8220;Das sind mehr als 76 Tage &#8211; am Stück.&#8221; Ja genau. Leute. Macht doch mal wenigstens eine kleine Plausibilitätsprüfung, wenn ihr schon keine noch so obskure Studie zitiert.</p>
<p style="text-align: left;">Vielleicht sollte man diese Rubrik auf der SZ-Wissensseite umbenennen.<br />
Von &#8220;10 Dinge, die Sie noch nicht wissen über X&#8221; in: &#8220;10 Dinge, die ich gerade zusammengegoogelt habe über X (und von denen ich nicht weiß, ob sie stimmen)&#8221;. Aber: Ich will nicht groß rumwettern; in den letzten Wochen und Monaten standen ja ansonsten ziemlich viele großartige Stücke in der SZ.</p>
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		<title>Frank Schirrmacher rettet unsere Hirne</title>
		<link>http://blog.dummy-magazin.de/113/frank-schirrmacher-rettet-unsere-hirne/</link>
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		<pubDate>Sun, 16 Mar 2008 21:15:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>

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		<description><![CDATA[
Das FAZ-Feuilleton hat eine neue Serie gestartet. Sie soll sich um den gegenwärtigen Kenntnisstand der Hirnforschung drehen (tatsächlich scheint es allgemeiner um Kognitionswissenschaft zu gehen). Und zwar mit einer Ausrichtung auf die praktischen Konsequenzen, die sich daraus ableiten lassen. Schöne Idee.
FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher leitete ein; sein Artikel stand am Freitag im Netz, am Samstag in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/frankschirrmacher-cutting2-480-pix-br.jpg' alt='frankschirrmacher-cutting2-480-pix-br.jpg' /></p>
<p>Das FAZ-Feuilleton hat eine neue Serie gestartet. Sie soll sich um den gegenwärtigen Kenntnisstand der Hirnforschung drehen (tatsächlich scheint es allgemeiner um <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kognitionswissenschaft">Kognitionswissenschaft</a> zu gehen). Und zwar mit einer Ausrichtung auf die praktischen Konsequenzen, die sich daraus ableiten lassen. Schöne Idee.</p>
<p>FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher leitete ein; <a href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E9F8FEA0733FD4A1BB1FA3A435C34D95F~ATpl~Ecommon~Scontent.html">sein Artikel</a> stand am Freitag im Netz, am Samstag in der Druckausgabe. Aber recht schnell wird bei der Lektüre deutlich: Schirrmacher macht es wieder einmal nicht unterhalb von epochalen Zeitenwenden und Menschheitsrettung. Schon zu Beginn des Artikels ist wieder dieser emotionsmanipulierende Schirrmacher-Sound im Spiel: </p>
<blockquote><p><em>Jedermann spürt, dass der unleugbare Verlust an Lesefähigkeit unter Kindern und Jugendlichen, die Aufmerksamkeitsdefizite, die durch die modernen Technologien erzeugt werden, zu einer Veränderung des Denkens und der Denkleistungen führen.</em></p></blockquote>
<p>Dieser Sound, der raunt und der keine Ausnahmen macht: Da wird etwas &#8220;gespürt&#8221;, von &#8220;jedermann&#8221;. Diesmal einen &#8220;Verlust an Lesefähigkeit&#8221;, ja, an &#8220;Aufmerksamkeit&#8221; überhaupt. Und der Verlust ist &#8220;unleugbar&#8221;, das wird vorsorglich auch gleich festgenagelt, bevor einer noch auf die Idee kommt, nach empirischen Belegen zu fragen. </p>
<p>Da wünscht man sich doch eines: dass so jemand, der ja generell vollkommen richtig damit liegt, naturwissenschaftliche Erkenntnisse auch ins Feuilleton zu tragen, sich einmal selbst am Methodenideal naturwissenschaftlicher Praxis ausrichtet. Einem Ideal der Nüchternheit und Redlichkeit, ohne das jene Resultate doch nie zutagegefördert würden, die er dann revolutionskündend verwursten kann. Dass er verfügbare empirischen Daten nüchtern wägt und die Schlussfolgerungen daraus mit angemessener Behutsamkeit wiedergibt. Egal welche Wünsche ihn umtreiben und welche Trends er gerne ausmachen würde. </p>
<p>Aber Trends und Meinungslagen identifiziert Schirrmacher gerne. Vor allen Dingen meint er hier, im Alltag herrsche die Meinung vor, unser Gehirn sei im Erwachsenenalter nicht modifizierbar!</p>
<p>Es ist, und das muss man wirklich betonen, überhaupt nicht klar, was er damit meinen könnte. Denn es ist trivial, dass sich unser Hirn laufend verändert. Aber er vertritt die Aussage ganz enthusiastisch:</p>
<blockquote><p><em>Es ist traurig zu sehen, wie schlecht eine alternde Gesellschaft immer noch über ihr Hirn denkt: Immer noch glauben Menschen, was sie einst in der Schule lernten: dass das Hirn, ähnlich wie das Skelett, nach dem zwanzigsten Lebensjahr sich nicht mehr modifiziere.</em></p></blockquote>
<p>Oder hier &#8211; da fällt dann das Wort &#8220;revolutionär&#8221;:</p>
<blockquote><p><em>Was wollen wir? Die Vorstellung wecken, dass das Hirn veränderbar ist, dass es sich verbessern kann, dass die im Alter wachsende Selbstdiskriminierung des Denkens obsolet ist &#8211; auch hier wird die alternde Gesellschaft eine revolutionäre Gesellschaft sein.</em></p></blockquote>
<p>Ehrlich gesagt: Ich habe noch nie von der angeblichen Schulweisheit gehört, das Gehirn sei ab 20 unveränderbar wie das Skelett. Ich vermute eher: Wenn Sie sich unter Laien umhören würden, dann würden Ihnen die meisten ehrlich antwortenden Leute sagen, dass sie schlechterdings <em>keine Meinung dazu haben</em>, ob das Gehirn im Erwachsenenalter &#8220;veränderbar&#8221; ist, &#8220;ähnlich wie das Skelett&#8221;, oder nicht. (So etwas gibt es nämlich auch.) Falls sie nicht gleich, und das wäre das einzig Sinnvolle, zurückfragen würden: Was meinen Sie damit überhaupt? </p>
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		<title>Spiegel-TV und &#8220;Die Macht des Orgasmus&#8221;</title>
		<link>http://blog.dummy-magazin.de/86/die-macht-des-orgasmus-uber-spiegel-tv/</link>
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		<pubDate>Sat, 01 Mar 2008 17:31:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>

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		<description><![CDATA[Da haben sie ja auf Spiegel Online etwas angekündigt für diesen Samstagabend. Mehr als zwei Stunden und bis nach Mitternacht soll es bei einem SPIEGEL-TV-Special auf VOX um den menschlichen Orgasmus gehen, und zwar wissenschaftlich. Interessant. Die Macht des Orgasmus. Aber könnte man denn bei der Spiegel-Gruppe nicht ein paar ordentliche Wissenschaftsjournalisten an so etwas [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da haben sie ja auf Spiegel Online <a href="http://www.spiegel.de/sptv/special/0,1518,536915,00.html">etwas angekündigt</a> für diesen Samstagabend. Mehr als zwei Stunden und bis nach Mitternacht soll es bei einem SPIEGEL-TV-Special auf VOX um den menschlichen Orgasmus gehen, und zwar wissenschaftlich. Interessant. <em>Die Macht des Orgasmus</em>. Aber könnte man denn bei der Spiegel-Gruppe nicht ein paar ordentliche Wissenschaftsjournalisten an so etwas ranlassen? </p>
<p>Mit &#8220;Magnetresonanz-Therapie haben Forscher ein Paar bei der Liebe quasi durchleuchtet&#8221;, steht in der Ankündigung geschrieben. Als müsse Beischlaf therapiert werden, anstatt Magnetresonanz-Bildgebung zu verwenden. Aber vielleicht meinen sie das ja auch nur &#8220;quasi&#8221;. Jedenfalls, das kurze Vorschau-Filmchen zur Vorankündigung verkündet schon allerhand Einsichten:</p>
<p>Sprecherin: &#8220;Ein schöner Busen ist nicht nur attraktiv, sondern sichert den Bestand unserer Spezies.&#8221; </p>
<p>O-Ton, später: &#8220;Eine Erektion ist für den Mann sehr wichtig, sie sichert den Erhalt unserer Spezies.&#8221;</p>
<p>Was auch immer das, abgesehen von den Trivialitäten, heißen soll: Es klingt gut. Schon auf dem Cover des Spiegel-Magazins fiel neulich der Ausdruck &#8220;Spezies&#8221;. Der bedeutet nichts anderes als &#8220;Art&#8221;, ein Ausdruck, der in der deutschsprachigen Biologie gebräuchlicher ist. Aber wenn sich einer nicht sicher ist, dann übersetzt er das englische &#8220;species&#8221; eben lieber mit &#8220;Spezies&#8221;. Das ist übersetzungstechnische Risikominimierung. Vor allem klingt es auch wissenschaftlicher. </p>
<p>Sieht man sich die Vorschau an, dann gelangt man schnell zu dem Eindruck, dass von diesem Film jede Menge an bequemen und vorschnellen evolutionstheoretischen Rekonstruktionen zu erwarten ist. Eine Herangehensweise, in der für so ziemlich alles, was an uns ist, wie es ist, eine rationalisierende Erklärung nachgereicht wird. In der evolutionäre Nebenprodukte und Zufälle nicht vorkommen, sondern jedes Merkmal als Resultat biologischer Anpassungen erscheint. </p>
<p>&#8220;Beim Sex hat die Natur nichts dem Zufall überlassen&#8221; teilt die Vorschau-Sprecherin mit, und der in diesem Zusammenhang nicht ignorierbare <a href="http://homepage.psy.utexas.edu/homepage/Group/BussLAB/">Professor David Buss</a> (University of Texas, Austin) erklärt gleich, welche Funktion vaginale Kontraktionen erfüllen. </p>
<p>Tatsächlich herrscht unter Wissenschaftlern nicht einmal Einigkeit darüber, ob weibliche Orgasmusfähigkeit überhaupt ein Ergebnis natürlicher Selektion ist. Es ist, im offensichtlichen Gegensatz zum männlichen Orgasmus, nicht einmal klar, ob der weibliche Orgasmus einen nennenswerten Reproduktionsvorteil bietet. Und worin der denn bestehen könnte. Das ist, anders gesagt, eine <strong>offene Frage</strong>. </p>
<p>Gute Wissenschaftsvermittlung nennt offene Fragen beim Namen.</p>
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		<title>&#8216;Ethics Bites&#8217;</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Feb 2008 18:51:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Empfehlung: Die Open University, Großbritanniens Fernuniversität, hat gestern auf ihrem mit der BBC betriebenen Bildungsportal begonnen, eine neue Podcast-Reihe auszustrahlen. Es ist eine Interview-Reihe, sie heißt Ethics Bites, und in der ersten Folge geht es mit dem weltberühmten australischen Moralphilosophen Peter Singer (Princeton) darum, wie Menschen Tiere behandeln. 
In jedem Podcast von Ethics Bites soll [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Empfehlung: Die <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Open_university">Open University</a>, Großbritanniens Fernuniversität, hat gestern auf ihrem mit der BBC betriebenen <a href="http://www.open2.net/">Bildungsportal</a> begonnen, eine neue Podcast-Reihe auszustrahlen. Es ist eine Interview-Reihe, sie heißt <a href="http://www.open2.net/ethicsbites/index.html"><em>Ethics Bites</em></a>, und in der <a href="http://www.open2.net/ethicsbites/human-use-animals.html">ersten Folge</a> geht es mit dem weltberühmten australischen Moralphilosophen <a href="http://www.princeton.edu/~psinger/">Peter Singer</a> (Princeton) darum, wie Menschen Tiere behandeln. </p>
<p>In jedem Podcast von <em>Ethics Bites</em> soll mit einem Moralphilosophen über ein Thema aus der angewandten Ethik gesprochen werden. Die Reihe wird jeden Mittwoch fortgesetzt, insgesamt in 14 Folgen. Die beiden Interviewer sind bewährte Philosophie-Vermittler und keine Verdunkler. </p>
<p>Wer mit dem gesprochenen Englisch dort Verständnisprobleme hat und den Podcast vor dem Rechner hört, der kann unter der Registerkarte <a href="http://www.open2.net/ethicsbites/human-use-animals.html">&#8220;Read&#8221;</a> eine Mitschrift mitlesen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Wissensvermittlung</title>
		<link>http://blog.dummy-magazin.de/65/steady-diet-of-nonsense/</link>
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		<pubDate>Wed, 06 Feb 2008 05:42:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Oxford]]></category>
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		<category><![CDATA[Übersetzung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Wissensseite der SZ referierte an diesem Dienstag (5. Feb. 2008) einen interessanten Kurzartikel aus Science, einer der zwei Überzeitschriften in den Naturwissenschaften. Es geht um sprachliche Evolution. Die Science-Autoren haben Belege dafür geliefert, dass sich menschliche Sprachen vorwiegend in kurzen, ausbruchsartigen Phasen weiterentwickeln und dass neue Sprachen sich innerhalb genau solcher Phasen abspalten. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href='http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/sz-fehlerteufelchen.jpg' title='SZ-Fehlerteufelchen'><img src='http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/sz-fehlerteufelchen.jpg' alt='SZ-Fehlerteufelchen' /></a>Die Wissensseite der SZ referierte an diesem Dienstag (5. Feb. 2008) einen interessanten <a href="http://www.sciencemag.org/cgi/content/abstract/319/5863/588">Kurzartikel</a> aus <em>Science,</em> einer der zwei Überzeitschriften in den Naturwissenschaften. Es geht um sprachliche Evolution. Die <em>Science</em>-Autoren haben Belege dafür geliefert, dass sich menschliche Sprachen vorwiegend in kurzen, ausbruchsartigen Phasen weiterentwickeln und dass neue Sprachen sich innerhalb genau solcher Phasen abspalten. Die SZ teilt mit: &#8220;Das haben nun Wissenschaftler des Instituts für kognitive und evolutionäre Anthropologie an der Universität Oxford anhand eines linguistischen Stammbaums gezeigt.&#8221; </p>
<p>Die sind vielleicht schnell, staunte man da zunächst, wenn man wusste, dass dieses Oxforder Institut (<a href="http://www.icea.ox.ac.uk/research/">ICEA</a>) nagelneu ist und erst im Herbst 2007 seinen Betrieb aufgenommen hat. Dann, bei einem Blick auf das Abstract bei <em>Science,</em> stellte sich raus: Tatsächlich ist keiner der fünf Autoren des Artikels mit ihrer Forschungsarbeit auch nur an die Oxford University angegliedert gewesen. </p>
<p>Augenfälliger: Der SZ-Beitrag enthält eine Art von Fehlübersetzung, der längst kaum mehr zu entkommen ist. Es ist nicht nur von einem &#8220;linguistischen Stammbaum&#8221;, sondern auch von einem &#8220;linguistischen Gründereffekt&#8221; die Rede. (Die Idee eines <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Founder_effect">Gründereffekts</a> stammt aus der Populationsgenetik; die <em>Science</em>-Autoren hatten sie auf den Bereich der Sprache übertragen).</p>
<p>Und jetzt wird es prinzipiell: Etliche deutschsprachige Journalisten würden sich und ihren Lesern einen großen Gefallen tun, wenn sie damit Schluss machten, bei der Übersetzung englischer Vokabeln ständig ihre sprachliche Kompetenz zu überschätzen und sich mit halbgeöffneten Augen auf ungefähre Ausdrucksähnlichkeiten zu verlassen. Hier zum Beispiel, es ist typisch.</p>
<p>Das englische &#8220;linguistic&#8221; ist zweideutig. Der Ausdruck kann auf der einen Seite &#8220;sprachlich&#8221; heißen, auf der anderen Seite aber auch &#8220;sprachwissenschaftlich&#8221;, &#8220;linguistisch&#8221; (was das gleiche ist). Während das Deutsche hier über drei Ausdrücke für zwei Bedeutungen verfügt, gibt es im Englischen, warum auch immer, nur einen einzigen Ausdruck. Und der von den Wissenschaftlern beschriebene &#8220;linguistic founder effect&#8221; ist ein &#8220;sprachlicher Gründungseffekt&#8221;. Und der darf auch gerne so genannt werden, jedenfalls wenn Leser, die wissen, was &#8220;linguistisch&#8221; bedeutet, nicht unnötig mit der Frage beschäftigt werden sollen, was denn mit dem &#8220;linguistischen Gründereffekt&#8221; gemeint sein könnte.</p>
<p>Immerhin, auch der Übersetzungsfehler im Beitrag über Sprachevolution verursacht noch keine größeren Schäden. Dafür kommt es weiter links auf derselben Wissensseite dann aber wirklich knüppeldick.</p>
<p>Es geht um Ernährungsexperimente mit Mäusen, die eine Forschergruppe vom MPI für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig durchgeführt hat. Verschiedene Gruppen von Labormäusen waren nach unterschiedlichen Ernährungsplänen gefüttert worden; die anschließenden Ergebnisse wurden kürzlich <a href="http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0001504">in einem Online-Journal veröffentlicht</a>. Und nun &#8211; kein Witz: Das englische &#8220;diet&#8221;, das zunächst einmal vor allem &#8220;Ernährung&#8221; bedeutet und in dieser Bedeutung den gesamten wissenschaftlichen Aufsatz durchzieht, übersetzt der SZ-Autor mit &#8220;Diät&#8221;.</p>
<p>Nein, wirklich: mit &#8220;Diät&#8221;. Hier etwa: &#8220;In der Leber fanden [die Wissenschaftler] große Unterschiede zwischen den einzelnen Diät-Typen.&#8221; Oder hier: &#8220;Somel hat mit seinen Kollegen Mäuse nach unterschiedlichen Diätplänen gefüttert&#8221;.</p>
<p>Nicht einmal vom selbst wiedergegebenen Sinnzusammenhang wollte sich der sprachlich herausgeforderte Autor oder sonst ein Korrekturleser retten lassen. &#8220;Die erste Gruppe bekam alles, was die Instituts-Kantine hergab&#8221;. Noch Fragen? Die zweite Mäusegruppe &#8220;wurde mit den fett- und zuckerreichen Menüs einer Fast-Food-Kette gefüttert&#8221;. Diät.</p>
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